Streetfood mit südafrikanischen Wurzeln

Der bunnychow ist die angesagteste Variante des aktuellen Streetfood-Hypes und wurde in Durban erfunden

In Köln fand dieses Wochenende das Streetfood-Festival statt. Ein Event, auf das sich die Stadt zum wiederholten Male freute. Ein Besuch des kulinarischen Highlights inspirierte unsere Autorin Viktoria zu einem Beitrag über den Klassiker unter den Streetfood-Speisen: Den bunnychow!

Es ist nicht gerade spektakulär, was sich hinter dem Namen bunnychow – zu Deutsch: „Kaninchenfutter – verbirgt: Ein ausgehöhltes Weißbrot, gefüllt mit einem Curry, das in der Regel aus Lamm-, Hühnchen- oder Schafsfleisch, Bohnen und sehr viel Soße besteht. Ursprünglich wurde das Gericht auch vegetarisch genossen und es gibt den bunnychow in dieser Form natürlich heute auch noch. 1940 in Durban erfunden, ist der „Hase“ heute der aufgehende Stern am Streetfood-Himmel. Von London über Berlin, von Istanbul bis nach Shanghai, von Auckland bis L.A. – der Snack, der so schnell, lecker und praktisch unterwegs gegessen werden kann, ist auf der ganzen Welt ein Hit!

In London warten Hungrige auf einen frischen bunnychow vom Foodtruck.(adeliefoods.co.uk)
In London warten Hungrige auf einen frischen bunnychow vom Foodtruck.(adeliefoods.co.uk)

Ein schnelles, unkompliziertes Essen „to go“ für die indischen Arbeiter während der Apartheit

Dabei ist die Entstehungsgeschichte unseres neuen Lieblingsessens eher schlicht als mondän: Während des Apartheit-Regimes in Südafrika waren in bestimmten Restaurants auch Inder nicht gern gesehen. Daher begannen indische Ladenbesitzer in Durban, Gerichte „to go“ durch die Fenster ihrer Läden zu verkaufen. Für die vielen Arbeiter, die ein günstiges Mittagessen brauchten, dass satt macht und unterwegs auch noch leicht zu essen war, war das Curry im Brot ein perfektes Gericht – der bunnychow wurde zur festen Größe auf den indischen Speisekarten der Stadt. Schnell wurde er auch über die Stadtgrenzen hinaus in Südafrika bekannt und letztendlich weltweit. Noch heute lieben die Südafrikaner den bunnychow und essen ihn gut und gerne zum Lunch oder zum Feierabendbier.

In vielen asiatischen und afrikanischen Ländern hat Streetfood Tradition

Abends in Marrakesch: Streetfood auf dem Djemaa al Fna.
Abends in Marrakesch: Streetfood auf dem Djemaa al Fna.

Interessant zu wissen: Das schnelle, unkomplizierte Essen „auf die Hand“ gehört auch in anderen Ländern schon seit langem zum Alltag! So sind in vielen asiatischen Ländern, zum Beispiel Thailand oder Vietnam, die kleinen Garküchen auf den Straßen, die frische Gerichte in Minutenschnelle zaubern, nicht wegzudenken. In Marokkos Königsstadt Marrakesch gleicht der Djemaa al Fna-Platz einer einzigen Open Air Küche – dutzende, wenn nicht hunderte Stände brutzeln, schmoren und backen dort jeden Abend einige der leckersten Speisen, die das Land zu bieten hat. Auch auf Trinidad und Tobago in der Karibik wehen einem die exotischen Gerüche der Speisen um die Nase, die die vielen „Food Stands“ in den Straßen der Städte und an den Stränden anbieten. Genauso auf La Réunion. Die Gerichte sind so abwechslungsreich wie die Köche selbst. Oft gibt es in Ländern oder Städten, die besonders „multi-kulti“ sind, die außergewöhnlichsten und leckersten Streetfood-Kreationen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – ganz im Gegenteil: In Köln wetteiferten die vielen Stände mit den ausgefallendsten Ideen um die Gunst der Besucher.

Falls Ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, stellen wir Ihnen gerne eine kulinarische Traumreise in ein „Streetfood-Land“ zusammen. Berichten Sie uns nach Ihrer Rückkehr gerne von Ihren Erlebnissen – zum Beispiel, ob Sie auch in den Genuss eines bunnychow gekommen sind…

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