Wusstet Ihr…? 15 Fakten über Sydney, die nicht in jedem Reiseführer stehen

Petra hat sie gefunden: 15 Fakten, die ihr garantiert noch nicht kennt:

 

1. Vom Friedhof zur Town Hall

Im Jahre 1788 legten die ersten 11 britischen Schiffe in Australien an. Wo genau? Im Hafen von Sydney. Das erste Camp befand sich dort, wo heute das Opera House, die Harbour Bridge und der Hafen Circular Quay sind.
Für die ersten 20 Jahre markierte der Ort, wo heute die Town Hall auf der George Street, der ältesten Straße Australiens steht das Ende der Kolonie. Dieser Platz war zugleich auch der Friedhof, jedoch kein all zu schöner: Die Bestatter gaben sich nicht sonderlich viel Mühe und legten die Toten nicht tief genug bei, weshalb die Stadt nach kurzer Zeit bestialisch stank. Erst Mitte des 18ten Jahrhunderts wurden einige der Bestatteten ausgegraben und der Friedhof wurde etwas außerhalb der Stadt neu errichtet. Diese Maßnahme schuf platz für die Town Hall, die zwischen 1869 und 1889 erbaut wurde. Und schaut man sich das Gebäude heute genauer, wundert man sich schnell, warum wesentlich älter aussieht, als es ist. Das liegt daran, dass Australien als britische Kolonie dem Heimatland gleichen wollte, was eine wesentlich ältere Geschichte vorzuweisen hat. Vor 3 Jahren investierte Sydney 40 Millionen Australische Dollar in die Restauration. Und sogar nach all dieser Zeit fand man bei dem Arbeiten ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Die Leich wurde daraufhin, wie die anderen an einem anderen Friedhof beigesetzt.

2. Sydney Tower – Das höchste Gebäude der australischen Metropole

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Der Sydney Tower ist das höchste Gebäude in Sydney und ragt sagenhafte 251 Meter in die Höhe, weshalb man an klaren Tagen bis zu den Blue Moutains sehen kann, die circa 2 Fahrstunden entfernt sind. Von Außen wird der Turm durch Stahlseile gestützt, die, würde man sie der Länge nach Verbinden sogar von Sydney bis nach Neuseeland reichen würde. Wer selbst einmal diesen Atemberaubenden Ausblick genießen möchte, kann die Aussichtsplattform oder das Restaurant auf dem Turm besuchen.

3. Der Möchtegern-Franzose und sein Springbrunnen

In den 1930er Jahren ließ der australische Journalist und Herausgeber J.F. Archibald die Archibald Fountain im Sydneyer Hyde Park errichten, die durch diverse Darstellungen der griechischen Mythologie die Allianz zwischen Frankreich und Australien im ersten Weltkrieg darstellen soll. Das klingt schon einmal etwas merkwürdig aber J.F. war sogar noch merkwürdiger: Er war besessen von der französischen Kultur, ließ sich einen Schnäuzer stehen und lief für gewöhnlich mit einem französischen Barett herum um möglichst Französisch auszusehen. Das reichte ihm jedoch nicht und so ließ er sogar seinen Namen von John Feltham Archibald zu Jules Francoise Archibald ändern. Was sein Frankreich-Wahn mit der griechischen Mythologie zu tun hat, kann jedoch keiner erklären…

4. Gouverneure Macquarie, der Held von Sydney

Lachlan Macquarie war von 1810 bis 1821 Gouverneure von Sydney. Bis heute denken viele, dass die Stadt den Bach runter gegangen wäre, wenn Macquarie nicht mehr als eine reine Sträflingskolonie in der heutigen Metropole gesehen hätte. Er selbst hielt sich jedoch auch für besonders wichtig und benannte mehr als 100 Dinge in der ganzen Stadt nach sich selbst. Heute sollen zwei Statuen an ihn erinnern, die verschiedener nicht sein könnten: Ein findet man am Eingang zu Hyde Park. Sie wurde vor drei Jahren errichtet und kostete unglaubliche 150 tausend Australische Dollar. Etwas lief jedoch deutlich schief, denn die dargestellte Person sieht Gouverneure Macquarie noch nicht einmal ähnlich. Will man den echten Macquarie betrachtet, geht man einfach ein paar Schritte weiter in den Hof des Mint, einem historischen Gebäude was einst zum Sydney Hospital gehörte. Leider nicht so attraktive wie das Fake aber zumindest der echte Held von Sydney.

5. Die Frauen-Gangs von Sydney

The Rocks – ältester Stadtteil von Sydney gleich zwischen der Harbour Bridge und dem Circular Quey. Heute findet man in den alten jedoch sehr gut erhaltenen Gassen zahlreiche Restaurants, Bars, Pubs und Cafés. Außerdem lockt jeden Samstag und Sonntag ein Markt zahlreiche Besucher zu sich. Zu Siedlerzeiten Australiens war diese Viertel jedoch nicht so populär, da die Sträflinge hier hausten und die Kriminalitätsrate sehr hoch war. Auch Frauen-Gangs trugen zum schlechten Image bei: Da sie nicht so kräftig, wie Männer warn, mussten sie zusehen wie sie an Diebesgut kommen. Daher lauerten sie auf Mauern und Dächern und sprangen aus der Höhe auf ihre männlichen Opfer, denen sie Geld und sogar Goldzähne entwendeten.

6. Ein Fest mit Folgen

Den Strafgefangenen in Sydney war es erlaubt, sich frei in der Stadt zu bewegen. Nach einiger Zeit stellte man jedoch fest, dass dies keine so gute Idee war. Sie betranken sich auf der Straße, raubten sich gegenseitig aus und schliefen auf der Straße, weil sie sich keine Unterkunft leisten konnten. Und so ließ sieht Gouverneure Macquarie die Hyde Park Barracks errichten und lud einige Vertrauenswürde Sträflinge zu einem großen Fest darin ein. Nachdem sich alle eingefunden haben, ließ er die Türen verriegelt und teilte den Gefangenen mit, dass sie hier bleiben können, wenn sie sich bereit erklären tagsüber zu arbeiten und ab 21 Uhr in die Unterkunft zurückkehren. Mit erfolg…

7. Tausche Rum gegen Krankenhaus

Das Krankenhaus mitten in der Stadt war das erste Krankenhaus in Sydney und wurde nach dem damals sehr beliebten Alkohol „Rum Hospital“ benannt. Nun stellt sich die Frage, was es mit der Namensgebung auf sich hat? Damals war Alkohol eine stärkere Währung in Australien als das eigentliche Geld. Das lag daran, dass es mehr Rum als Geld gab. Daher wurden auch die meisten Häftlinge mit Rum bezahl – sie arbeiteten in bester Laune, da sie sogar während ihrer Arbeit schon an der Flasche hingen. Und so komm wieder einmal Gouverneure Macquarie ins spielt: Er bat das Vereinigt Königreich um Geld, damit ein Krankenhaus errichtet werden konnte. Es folgte ein promptes Nein, schließlich war Australien eine Strafkolonie und nicht etwas, in das man investieren wollte. Das Land sollte daher bitte selbst zusehen, wie es klarkommt. Und so bot Macquarie drei Geschäftsleuten Exklusivrechte an der Rumdistribution an, wenn sie ihm die erforderlichen Mittel für den Bau zur Verfügung stellen. Sie sagen ja, der Rum Floss und brachte zugleich den einen oder anderen Häftling in den neu erbaute Krankenhaus.

8. Ein florentinischer Eber in Sydney

„Den kenn ich doch…“, wir wohl dem einen oder anderen Reisenden durch den Kopf gehen, wenn er vor der Skulptur am Sydney Hospital steht. Und ja, den Eber aus Bronze gib es zwei Mal, denn das 500 Jahre alte Original, die Fontana del Porcellino steht im italienischen Florenz. Das Reiben seiner Nase soll Glück bringen, viele versuchen sich jedoch an anderen Körperstellen, was man an den hellen Stellen der Skulptur erkennen kann. Wem’s hilft…

9. Das australische Wappen, ein Leckerbissen…

Ein Känguru und ein Emu, diese beiden Tiere sind auf dem australischen Wappen zu sehen. Die Idee dahinter war, einheimischen Tiere des Landes als Repräsentanten zu wählen und so entschied man sich für diese beiden, die Zivilisation und Fortschritt repräsentieren sollen, da beide nur auf zwei Beinen laufen und nicht rückwärts gehen. Australien mag zwar seine zwei haarigen Vorzeigefiguren, am liebsten jedoch auf dem Esstisch: Es ist eine der einzigen Nationen, die ihre Wahrzeichen isst und das getarnt als Steak, Burger, Kebab oder Pizza. Wohl bekomms…

10. Vergessenes aus alten Zeiten

Das General Post Office, kurz GPO in der City von Sydney gehörte einst zu den wichtigsten und prächtigsten Bauten der Stadt. Heute findet man nur eine kleine Poststelle in dem Gebäude, zudem jedoch ein gewaltiges Hotel im Inneren. Während des zweiten Weltkrieges fürchtete Australien, dass das GPO als Zentrum der Stadt bombardiert werden würde. Und so beschlossen die Offiziellen, den riesigen Klotz zu verstecken. Wie? Man nahm den Turm samt Uhr ab und lagerte ihn wo anders. Jahrzehnte lang passierte nichts und erst in den 1970ern fiel den neuen Offiziellen wieder ein, dass sie doch noch etwas im Keller rumstehen haben: den Turm. Er wurde wieder auf das Dach gesetzt und heute kann man das historische Gebäude wieder inklusive Turm bestaunen. Besser spät als nie…

11. Das Gezwitscher in Angel Place

 

Melbourne ist Australiens Kulturhauptstadt und das vor allem durch seine weltberühmte Streetart. Da zwischen Melbourne und Sydney ein ständiger Konkurrenzkampf herrscht, beschloss Sydney mit der Kunst mitzuziehen und stellt gleich hinterm Martin Place im Angel Place eine wunderschöne Installation aus. Eine Vielzahl von Vogelkäfigen schwebt über den Köpfen der Besucher und zwitschert die Töne der Vögel nach, die einst in dieser Region beheimatet waren.

12. Willkommen in der Matrix

Mitten auf dem Martin Place, den Zentrum der Stadt wurden schon einige Hollywoodfilme gedreht, unter anderem alle drei Teile von Kult-Film „Matrix“ mit Keanu Reeves in der Hauptrolle. Die Fontäne am besagten Platz kann man im folgenden Clip ab der 34 Sekunde bewundern:

13. Eine tragische Oper

Bei dem 1956 stattfindenden internationalen Designwettbewerb bekam der dänische Architekt Jorn Utzon den Zuschlag, das Opera House in Sydney zu errichten. Nachdem der Bau mehr als 10 Jahre andauerte stoppte die australische Regierung die Zahlungen an Utzon. Er konnte seine Arbeiter nicht mehr bezahlen und musste sein großes Projekt an einen Architekten abgeben, der von der Stadt bestimmt wurde. Diese erhoffte sich dadurch Kosten zu sparen, da der Bau des Operhauses wesentlich mehr verschlang als geplant – um genau zu sein 14 Mal so viel. Tatsächlich gab Utzon nur ein Viertel dessen aus – der Rest ging auf das Konto des staatlichen Architekten. Sydney schuldete Utzon über 100 Tausend Australische Dollar als er nach seiner Entlassung Sydney und Australien mit seiner Familie verließ. Im Jahre 2008 starb der Däne und betrat vor seinem Tod nie wieder australischen Boden, noch nicht einmal um sein Werk zu bewundern. 1973 kam Queen Elisabeth II nach Australien um das neue Wahrzeichen der Stadt feierlich zu eröffnen – Utzen wurde weder eingeladen noch in der Eröffnungsrede erwähnt…

Vor 10 Jahren beschloss ein Mann der hell scheinenden Oper einen neuen Anstrich zu verpassen: Um 5 Uhr morgens kletterte er auf das Gebäude, bewaffnet mit einem Eimer roter Industriefarbe und schrieb „No War“ auf das Opera House. 150 Tausend Australische Dollar kostete die Reinigung und genau diesen Betrag musste der Rebell als Schadensersatz an die Stadt zurückzahlen. Auch dabei war er sehr kreativ: Er kaufte sich kleine Opera House Figuren und schreib mit roter Farbe „No War“ darauf. Dies verkaufte er für 100 Australische Dollar pro Stück vor dem Opera House – sie gingen weg wie warme Semmel und schon nach kurzer Zeit konnte er den besagten Betrag abbezahlen.

14. Der ungewisse Union Jack

Eine unscheinbare Flagge in der Loftus Street soll den Ort markieren, wo die erste Flagge des Vereinigten Königreichs die neue Kolonie Australien markierte. Tatsächlich ist der genaue Ort nicht bekannt, wobei man dennoch davon ausgehen kann, dass er sich zumindest in der Nähe des heutigen Monuments befand.
15. Kein Zutritt für James Bond

Bis heute gehört die Harbour Bridge zu den bekanntesten und mächtigsten Bauwerken Australiens – und das zu Recht. Stattet man Sydney einen Besuch ab, sollte man zumindest den halben Weg über die besagte Brücke schlendern um einen atemberaubende Aussicht zu genießen. Es gibt auch die Möglichkeit die Brücke zu besteigen, allerdings unter der Voraussetzung, dass man nüchtern ist. Pierce Brosnan a.k.a 007 hatte etwas mehr als 007 intus und sich leider wieder auf den Weg nach unten machen…

"Wir sind selber leidenschaftliche Weltenbummler und möchten mit Ihnen unsere Passion teilen."

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