Cusco vs. Lima oder die Inkas gegen die Spanier

Im vorletzten Teil unserer Serie „Kathrin in Südamerika“ geht es nach Lima und Cusco. Wer nach Peru reist, sollte diese zwei Städte nicht verpassen. Warum lest Ihr hier:

Wenn man durch Peru reist, gibt es bestimmt zwei Orte, die jeder auf seiner Route passiert und kennen lernt. Sei es bei der Ankunft, dem Abflug oder auf dem Weg zur verlorenen Stadt Machu Picchu. An der offiziellen Hauptstadt des Landes Lima und der älteste Stadt Südamerikas Cusco kommt man quasi gar nicht dran vorbei und das ist auch gut so.

Denn hier trifft nicht nur das moderne peruanische Leben auf uralte Anden- Traditionen, sondern auch die von den Spaniern gegründete „Stadt der Könige“ auf das Herz des einst so mächtigen Inkareichs. Und da die Inkas bekanntlich vor den Spaniern in Peru und Südamerika lebten, starten wir in Cusco – dem Nabel der Welt (Qosq’o in der Sprache der Quechua).

Stadtkern von Cusco.

Cusco – die sagenumwobene Stadt

Außerdem kommen wir gerade zurück von Machu Picchu und da ist Cusco ja auch nur einen Katzensprung entfernt. Denn nachdem wir auf den Pfaden der Inkas und in Machu Picchu schon einiges über das Leben der damaligen Hochkultur erfahren haben, wollen wir jetzt auch die älteste und wichtigste Festung des Inkareichs sehen.
Bereits im 12. Jahrhundert gründete der Inka Manco Capac, der vom Sonnengott beauftragt wurde, den Ursprung der Welt zu finden, Cusco und zwar auf eine Höhe von ca. 3.300 Meter. Mit den umliegenden Bergen, dem Urwald und dem heiligen Tal, finden wir, hat er sich auf jeden Fall ein sehr schönes Fleckchen Erde ausgesucht. Und trotz, dass auch hier die Spanier 1533 einmarschierten und alles plünderten, sind noch bis heute die massiven Mauern und Grundrisse, sowie heilige Stätten und die Überreste der Paläste der Inkas zu bewundern. Denn nicht einmal ein schweres Erdbeben, das viele der neueren Bauten der Spanier zerstörte, konnten diesen Mauern etwas anhaben.


So läuft man durch die Pflasterstraßen Cuscos und spürt einen ganz besonderen historischen Charme der Stadt. Denn trotz der mehrheitlich kolonialen Häuser, spanischen Kirchen und Amtsgebäude hat man irgendwie das Gefühl als wenn die Inkas doch noch ein Stück weit überlebt haben. Überall hört man alte Geschichten und Mythen und sieht auch, wenn man Glück hat, noch kleine Gruppen der Andenvölker, die verschiedene Zeremonien mit Musik, Opfergaben und Tanz, vollführen.

Das ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass die Spanier als Volk der Seefahrer, sehr schnell das Interesse an Cusco verloren und sich zurück zum Meer wandten und Lima gründeten. Aber natürlich ist Cusco nicht völlig in der Vergangenheit versunken. Nicht, dass man denkt hier gibt es jetzt nur alte Mauern und tanzende Einheimische aus den Bergen. Auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben und man kann sich heute beim Plaza de Armas einen Eiskaffee bei Starbucks trinken oder bei Burger King einen Whopper bestellen. Also quasi eine kuriose Mischung aus Inkamauern, Anden Leute, spanisches Kolonialerbe und modernes Touristenzentrum.

Lima – das krasse Gegenteil zum beschaulichen Cusco

Wenn man dahingegen nach Lima kommt, wird man erst einmal erschlagen. Denn Cusco würde hier ungefähr 20 Mal hineinpassen. Der Verkehr ist so chaotisch, dass man sich wundert, wie man überhaupt von A nach B kommen soll. Und zwar am besten einfach immer schnell den Peruanern über die Strasse folgen und auf keinen Fall stehen bleiben. Aber Gott sei Dank hat die peruanische Millionenmetropole an der Küste auch Viertel in denen es weniger hektisch zugeht.

Tour entlang der Klippen.

Wir haben ein paar Tage in Miraflores verbracht. Direkt am Meer erhebt sich dieser moderne Stadtteil über die zerklüfteten Klippen. Von Inkamauern weit und breit keine Sicht. Hier gibt es elegante Hotel-, Geschäfts- und Einkaufshäuser und gepflegte Parkanlagen. Bis zum Künstlerviertel Barranco kann man zum Beispiel mit dem Fahrrad eine Tour entlang der Klippen unternehmen und dabei tolle Ausblicke auf die Skyline der Stadt und das Meer genießen.
Aber so richtig südamerikanisch kommt es uns irgendwie zwischen den Supermärkten, Casinos und Shoppingmalls nicht mehr vor, daher machen wir uns mal auf den Weg in das Zentrum der Stadt. Und hier hatten die Spanier auf jeden Fall die Überhand, rund um den Plaza de Armas kann man die Pracht der spanischen Kolonialarchitektur wieder bewundern. Große Gebäude mit hölzernen Balkonvorbauten. Und in der Kathedrale direkt am Platz ist sogar der wohl mit größte spanische Feldherr seiner Zeit Francisco Pizarro begraben.

Spanische Häuser mitten in Lima.

Und bekannt für die zahlreichen Katakomben in Lima, begeben wir uns heute mal unter die Erde. In dem ehemaligen Kloster „Monasterio de San Francisco“ befinden sich schätzungsweise 70.000 Gräber und die Krypten sind voll mit menschlichen Knochen. Schon eine sehr schaurige Angelegenheit, daher waren wir froh als wir wieder oben im Tageslicht waren.
Zum Ende unseren Aufenthalts in Lima haben wir uns dann noch im Parque de la Reserva die größten Wasserfontänen der Welt angeschaut. Sie stehen sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Jeden Abend findet dort nach Einbruch der Dunkelheit eine Wassershow mit Musik und einem grandiosen Lichtspiel statt. Das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen und ein tolles Finale zum Ende unserer Reise durch Peru.
Also Cusco vs. Lima, definitiv Gleichstand und beide Städte unbedingt ein Besuch ein wert!

Eure Kathrin!

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