Thailands große Full Moon Party

Ausgelassen, legendär und umstritten. Was ist dran an den Gerüchten um die größte Open Air Party Asiens?

Wer kennt sie nicht – Thailands berühmte Party am Strand von Haad Rin auf Ko-Phangan, die vier bis fünfmal jährlich, immer zu Vollmond, für ausgelassene Stimmung bei Einheimischen und Touristen aus aller Welt sorgt? Bis zu 30.000 Menschen machen dann die Nacht zum Tage, feiern in den Strandbars und tanzen zu House-, Techno-, und Trance-Musik, die von den Bühnen schallt. Was einst als Geheimtipp unter Aussteigern, Weltenbummlern, Post-Hippies und klassischen Rucksacktouristen galt, hat sich inzwischen zur einer der angesagtesten Partys der Welt entwickelt. Doch jeder Ruhm hat auch seine Schattenseiten: Zuletzt ist die Veranstaltung immer wieder in die Negativschlagzeilen geraten – Gerüchte über Drogenmissbrauch, k.o-Tropfen und Überfälle trüben das Bild des unbeschwerten Partylebens in Ko-Phangan. itravel-Mitarbeiter Michael war am 25. November dieses Jahres Teil der großen Sause und räumt im Folgenden mit einigen Gerüchten auf.

Ausgelassen feiern mit Menschen aus der ganzen Welt - so erlebte unser Mitarbeiter Michael das Full Moon Festival.
Ausgelassen feiern mit Menschen aus der ganzen Welt – so erlebte unser Mitarbeiter Michael das Full Moon Festival.

Im Internet kursieren die wildesten Geschichten über die Full Moon Party – etwa, dass Leute mit k.o-Tropfen betäubt wurden und dann ohne Erinnerung und ausgeraubt am nächsten Tag am Strand aufwachen. Panikmache oder Tatsache?

Das habe ich nicht beobachtet. Meiner Meinung nach ist die Gefahr, k.o-Tropfen ins Getränk gemischt zu bekommen, nicht größer als in jeder europäischen Diskothek auch. Wer beim Festival ein Getränk bestellt, der erhält geschlossene Flaschen, bei Longdrinks oder Cocktails sogar Eimer, in denen die einzelnen Zutaten in geschlossenen Flaschen enthalten sind. Man mischt sich das Getränk dann selbst zusammen. Wer dann auf sich und sein Getränk Acht gibt, der hat nichts zu befürchten.

Wie sieht es mit dem Drogenkonsum aus? Angeblich werden offen Marihuana und auch härtere Drogen verkauft und konsumiert.

Tatsächlich hat mein Kumpel beobachtet, wie Hasch verkauft wurde. Aber auch das ist für ein Festival dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich. Drogen in jeglicher Form gehören für viele leider einfach dazu. Dass das dann oft ausartet, ist klar, da müssten die Sicherheitsleute wahrscheinlich früher eingreifen. Aber Fakt ist, dass die Nachfrage den Markt bestimmt. Und die Leute, die hier Drogen konsumieren tun es auch auf allen anderen Festivals in der ganzen Welt. Darüber darf man aber nicht vergessen, dass der Großteil der Teilnehmer friedlich und ohne Drogenmissbrauch feiert!

Die Medien und auch die Polizei berichten immer wieder von schweren Verletzungen, sogar Todesfälle gab es schon. Wie schätzt du das ein?

Ich habe das Gott sei Dank nicht miterlebt. In unserer Umgebung war immer alles weitgehend friedlich. Aber dass sich Menschen, die meinen, vollgedröhnt im Meer schwimmen oder auf Felsen herumklettern zu müssen, verletzen, verwundert mich nicht. Dafür kann man dem Festival nicht die Schuld geben.

Wildpinkler, Dreck, Erbrochenes und riesige Müllberge am Strand – auch dieses Bild spiegeln die Medien wider. Entspricht es der Realität?

Nein. Die 100 Baht Eintritt, die man für die Party bezahlt, werden dazu genutzt, den Strand wieder so herzurichten, wie er auch vor der Party ausgesehen hat.

Wie sieht denn dein persönliches Fazit zum Festival aus?

Ich würde, wenn ich in der Gegend bin, gern nochmal hin, da man wirklich sehr interessante Leute trifft und die Party organisatorisch sehr gut funktioniert hat.

Du würdest ein Besuch des Full Moon Festivals also empfehlen? Für wen ist es besonders interessant und was gibt es zu beachten?

Sie ist besonders interessant für alle feierbegeisterten, junggebliebenen Menschen aus aller Welt. Zu beachten ist, dass es auf der Party Brauch ist, sich so viel wie möglich mit bunter Körperfarbe anzumalen und diese dann selbstbewusst zur Schau zu stellen. Viele Hotels verlangen daher eine extra Gebühr für Farbreste auf den Bettlaken.

Das Festival war nur ein Teil deiner Thailandreise, du hast viele andere tolle Orte gesehen. Unter anderem auch das traditionelle Lichterfest, das fast zeitgleich mit der Full Moon Party stattfand.

Ja, tatsächlich waren wir am Vorabend noch beim berühmten Loi Krathong Festival in Chiang Mai und haben eine ganz andere, gegensätzlichere Welt entdecken können: Traditionelle, leuchtende Kostüme, die auf Straßenparaden getragen werden und sanfte Thai Musik in jeder Straße oder gar live gespielt.

Das Lichterfest in Chiang Mai ist ein schöner Kontrast zur lauten Full Moon Party. Hier geht es eher traditionell zu.
Das Lichterfest in Chiang Mai ist ein schöner Kontrast zur lauten Full Moon Party. Hier geht es eher traditionell zu.

Verrätst du uns dein persönliches Reisehighlight?

Mein persönliches Reisehighlight war die „Emerald Cave“ auf der Insel Ko Mook in der Andamanensee. Diese ist nur mit dem Boot zu erreichen und man muss ca. 200 Meter durch einen stockdunklen, kurvigen Höhleneingang schwimmen, bevor sich in der Ferne ein Lichtspalt öffnet und man nach und nach inmitten des Berges einen traumhaften Sandstrand mit Bananenstauden und türkisem, seichten Wasser ausmachen kann. Die einzige Lichtöffnung befindet sich oben, so dass dieser magische Ort von allen Seiten von Fels und Palmen bedeckt ist – so, als wäre man inmitten eines exotischen Vulkankraters. Einige Menschen haben den furchtbaren Tsunami 2004 sogar nur überlebt, weil sie sich genau zu der Zeit gerade zufällig in der schützenden Höhle befanden.

Ein versteckter Juwel in Thailand - die traumhaft schöne Emerald Cave.
Ein versteckter Juwel in Thailand – die traumhaft schöne Emerald Cave.

Habt ihr Lust, bei einer der nächsten Full Moon Partys dabei zu sein? Wir bringen euch hin!

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