Gorillas im Nebel – Tracking in Uganda

Jeder hat sie, digital abgespeichert, auf einem Zettel per Hand geschrieben oder eben nur im Kopf: Die persönliche Bucket List von Orten und Reisen, die man unbedingt gesehen oder gemacht haben will. Auch ich habe sie. Neben shoppen in New York City, einer Reise nach Patagonien und Relaxen auf Bali, steht auf meiner Liste noch etwas, was mich seit meiner Kindheit fasziniert: Ich will Gorillas sehen! Nicht im Zoo, sondern in freier Wildbahn.

Der Silberrücken ist der Anführer einer jeden Gorilla-Gruppe.
Herumtollende Gorilla-Jungen im Dickicht des Dschungels.

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wieso ich diesen Wunsch schon so lange hege: An einem Abend lief im Fernsehen der Film „Gorillas im Nebel“, der prämierte Film aus dem Jahr 1988 mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle. Ich saß wie gebannt vorm Bildschirm und verliebte mich gleich in die Gorilla-Gruppe, um die sich die Zoologin Dian Fossey (nach einer wahren Begebenheit übrigens) kümmerte. Als Dian ein Gorilla-Baby auf dem Arm hatte und dieses mit ihren winzigen schwarzen Händen ihr Gesicht streichelte – ab da an war es um mich geschehen.

Sigourney Weaver als Zoologin Dian Fossey.

 Wie aus einem Traum Wirklichkeit werden kann

Natürlich wurde mir im Laufe der Jahre bewusst, dass ich nicht einfach so ein Gorilla-Baby anfassen darf. Ich möchte es eigentlich auch nicht, denn die Gefahr, den geringen Artbestand der Tiere zu beeinflussen und unter Umständen zu schädigen, ist groß. Daher gilt auch die Devise bei allen Trackings: Mindestens sieben Meter Abstand zu den Tieren einhalten. Insgesamt leben seit neuesten Schätzungen ungefähr 880 Berggorillas in freier Wildbahn – 400 davon allein im Bwindi Park. Im Südwesten von Uganda liegt dieses Haupteinzugsgebiet der Gorillas auf 2000 Metern Höhe.
Im Bwindi Impenetable Nationalpark geht es zu, wie der Name es schon verspricht: dicht bewachsener Dschungel, der die Sicht trübt. Eine konstante Nebelwolke schwebt über dem Gipfel und der Filmtitel „Gorillas im Nebel“ macht daher total Sinn.
Das Wort „Tracking“ bedeutet in diesem Zusammenhang, den Spuren der Gorillas durch den Dschungel hinauf bis zum Gipfel zu folgen, während „Trekking“ einfach nur wandern bedeutet – beides wäre in diesem Fall zwar richtig, doch die erste Variante ist meines Erachtens nach die zutreffendste.

Tracker (Spurenleser), Porter (Träger), der Guide und eine Gruppe von maximal acht Besuchern – die Anzahl ist begrenzt.

Die Permits für das Tracking sind limitiert und es gelten strenge Regeln: Nur eine Gruppe pro Tag mit maximal acht Teilnehmern darf höchstens 60 Minuten bei einer Gorilla-Familie bleiben. Die Gebühr für eine derartige Permit beträgt ungefähr 600 US-Dollar. Es wird eine Gorilla-Sichtung von 99% angegeben, aber klar, wir sind hier nicht im Zoo – es kann natürlich auch passieren, dass man keine Gruppe findet.

Sobald ich diesen Punkt von meiner Bucket Liste streichen kann, werde ich darüber berichten – bis dahin erfreue ich mich an der Vorstellung und schaue mir den Film nochmals an.

Klar, wer sich mit Gorilla-Tracking in Uganda und Ruanda beschäftigt, der findet viele Angebote und Reiseberichte. Die Möglichkeiten sind vielfältig – gerade deshalb wird dieser persönliche Traum von mir bestimmt bald Wirklichkeit!

Noch keine Kommentare

Haben Sie Anmerkungen?