Arbeiten in den USA. Eine Unternehmerreise mit itravel.

Was Google, Dropbox und Co ihren Mitarbeiter bieten. Und was der Haken an der Sache ist.

Im Mai 2016 reiste Mario Wolframm, Leiter der Stabsstelle BPO der regiocom gemeinsam mit weiteren 20 deutschen Unternehmern in die USA. Ziel und Zweck ihrer Reise: Das Silicon Valley im Wirtschaftsraum San Francisco, wo bedeutende US-Firmen einen ganz besonderen Umgang mit ihren Mitarbeitern pflegen. Die Agentur aheadoftime hatte dort für die Gruppe Termine bei namhaften Firmen wie Dropbox, Twitter und Google sowie bei weiteren, hierzulande bislang weniger bekannten Unternehmen wie Slack, Searchmetrics oder Tradeshift organisiert. Eine spannende Reise, bei denen die Teilnehmer wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag der Amerikaner erhielten. On top durften sie die vielleicht schönste Stadt der Vereinigten Staaten kennenlernen: San Francisco!

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Bekannte sowie auch weniger bekannte US-Firmen boten interessante Einblicke in ihren Arbeitsalltag. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)
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San Francisco war ein absolutes Highlight der Reise. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)
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Auch die berühmte Lombard-Street beeindruckte die Reiseteilnehmer. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)

Wie erhielten die Chance, Mario Wolframm zu seinen Erlebnissen vor Ort zu befragen und dürfen einige seiner schönsten Reisebilder veröffentlichen.

Was genau war der Inhalt Ihrer Reise und wie und wann kamen Sie auf diese Idee?

Die Idee wurde von außen an uns herangetragen, jedoch traf die thematische Ausrichtung und die vorgeschlagene hochkarätige Mischung an zu besuchenden Unternehmen einen wichtigen Punkt bei uns: die digitale Transformation von Geschäftsmodellen und die dafür nötige Innovationslandschaft.

Welche Fragen hatten Sie im Gepäck und welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Ganz klar lag der Fokus darauf, wie man an so einem wahnsinnig schönen Flecken Erde so verrückt viel arbeiten kann. (schmunzelt) Nein, ernsthaft – die erfolgreichsten Neugründungen, die kometenhaftesten Aufstiege und die radikalsten Umstürze von Geschäftsmodellen kommen aus diesem Schmelztiegel. Warum? Was machen die Firmen hier anders als in Europa?
Es fängt bei der universitären Ausbildung an, geht über die Investitionsbereitschaft und –kultur und endet noch lange nicht bei der Gestaltung der Arbeitsplätze. Es ist auch der Umgang mit dem Versagen – jedem ist bewusst, dass nur zwei bis fünf Prozent von Geschäftsideen wirklich durchstarten, der Rest wird bereitwillig und frühzeitig wieder eingestampft. Dies wird nicht als Makel betrachtet, der Unternehmer steht auf, klopft sich den Staub von den Knien und versucht es erneut – in Deutschland in dieser Form nicht denkbar!

Welche Firma hat Sie besonders beeindruckt und/oder überrascht? Inwiefern?

Ich hoffe, ich darf zwei Beispiele bringen? Da war einerseits Google – der Grad an konsequenter Umsetzung radikaler Prinzipien ist hier zur Spitze getrieben. Es wird nur erstklassiges Personal an Bord genommen, man kann ca. 20% der Arbeitszeit auf eigene Projekte und Ideen verwenden und innerhalb des Unternehmens herrscht eine ungeheure Transparenz.
Ein nur dem Anschein nach krasser Gegensatz war eine echte „Garagenfirma“, die in einem Schuppen erstklassige Satellitentechnik entwickelte, in einem chaotisch-nerdigen Ambiente und mit nur einem Vorhängeschloss vor der Schuppentür. Aber der Geist war der Gleiche: Wir entwickeln hier für die Zukunft der Menschheit, neue Dienste, streben eine neue Nutzung vorhandener Strukturen an und denken dabei immer „Big“.

Welches sind die gravierendsten Unterschiede zwischen den Arbeitsbedingungen in den USA und in Deutschland?

Es sollte niemanden verwundern, wenn der hohe Druck, sehr schnell Exzellenz abzuliefern, einen enormen Wettstreit um die besten Ressourcen erzeugt. Somit bemühen sich viele Unternehmen mit kostenlosem, hochqualitativem Catering, kreativer Arbeitsplatzgestaltung (wir kennen ja die bunten Bilder) und sozialen Maßnahmen bis zum Freibier am Freitagnachmittag die Mitarbeiter zu binden und zu einem Pensum von oft mehr als 12h täglich neu zu motivieren. Wenn Google oder Facebook ihre Mitarbeiter per Bus zur Arbeit fahren, dann gibt es darin WLAN – damit man selbst hier schon mal zu arbeiten beginnen kann.

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In den USA unternehmen Firmen so einiges, um ihre Mitarbeiter zu halten. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)
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Im Gegenzug wird auch einiges eingefordert. Der Arbeitsalltag sieht in den USA oft anders aus als bei uns. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)
Konnten Sie neben den vielen Business-Terminen die USA auch ein wenig als Urlaubsziel kennenlernen? Falls ja – was hat Ihnen besonders gefallen?

Ich war ja bereits auch privat an der Westküste und konnte diesmal so die wenigen freien Stunden ganz gezielt nutzen. Das Klima, die entspannte Lebensweise der Kalifornier und die kulturellen Einlassungen (wie Chinatown) sowie die unvorstellbaren Dimensionen dieses Landes lassen niemanden kalt.
Ich würde immer (so es die Sprachkenntnisse hergeben) einen Mietwagen empfehlen und dann die Ziele selber und entschleunigt anfahren. Lieber nicht alles auf einmal erkunden wollen sondern irgendwann wiederkommen. Das werde ich zumindest gern wieder tun.

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Anpacken und ausprobieren – mit dieser Einstellung gelangten einige der ganz großen Firmen zum Erfolg. (Bild: Mario Wolframm/regiocom)

Wir danken Mario Wolframm für dieses interessante Interview. Uns hat es jedenfalls neugierig auf den Arbeitsplatz USA gemacht. Doch die Staaten sind nicht nur als Arbeitsort attraktiv – auch landschaftlich und kulturell gibt es viel zu entdecken. Unsere Reisespezialisten wissen, was genau!

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