Harlem – Vom Ghetto zum Trendviertel?

Das einstige Bild eines gefährlichen Ghettos, in dem Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität an der Tagesordnung stehen, ist schon viele Jahre nicht mehr aktuell, wenn man an das New Yorker Viertel Harlem denkt. Die Gegend hat sich verändert, weiß Reisebloggerin Sonja von Join The Sunny Side, die bereits eine Zeit lang in New York gelebt und gearbeitet hat.

Die zweifache Renaissance

Die Geschichte Harlems, wie wir es heute kennen, beginnt Anfang des 20. Jh., als sich vor allem Afroamerikaner, die während der „Great Migration“ vor der Diskriminierung in den amerikanischen Südstaaten nach Norden flohen, in dem Gebiet ansiedelten. Zwischen 1920 und 1930 löste dieser Zuzug eine Bewegung – die berühmte Harlem Renaissance – aus, die die Blüte der afroamerikanischen Kunst inklusive legendären Jazz-Musikclubs wie dem „Cotton Club“ oder „Savoy Ball Room“ beinhaltete und Harlem auch noch heute prägt.

Harlem-Streetart
Streetart ist in Harlem immer noch ein großes Thema.

Als sich jedoch nach dem Krieg die Lebensstandards nicht verbesserten, verwahrloste die Gegend zunehmend und bis zu den 70er Jahren hatte sich das Viertel in ein gefährliches Ghetto entwickelt, in dem Drogen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität an der Tagesordnung standen. Es dauerte weitere zwanzig Jahre bis Harlem durch einen umfassenden Aktionsplan gegen die hohe Kriminalitätsrate in den 90er Jahren und großflächige Renovierungsmaßnahmen insgesamt aufgewertet wurde und damit sozusagen eine zweite Renaissance durchlebte.

Multikulturelles Viertel in New York

Harlem ist inzwischen weitestgehend sicher und hat sich zu einem hippen Viertel entwickelt. Heute wie 02damals ist die Gegend allerdings weniger für architektonische Highlights oder Sehenswürdigkeiten bekannt. Vielmehr für ihr besonderes Ambiente, das noch immer mit Jazzgrößen wie Louis Armstrong und legendärer Soulmusik in Verbindung gebracht wird. Sehenswert ist das Apollo Theatre, in dem bereits zahlreiche Musiklegenden wie beispielsweise die Jackson Five, Diana Ross, Marvin Gaye oder James Brown auftraten. Hübsch anzusehen sind auch die sanierten Brownstone Häuser. Den Besuch eines Gospelchors sollte man sich in Harlem auch nicht entgehen lassen (zum Beispiel in der Abyssinian Baptist Church, die immer mittwochs um 19:00 Uhr einen öffentlichen Gottesdienst anbietet).

Harlem-Streetstyle
Heute ist Harlem weitestgehend sicher.

Die Erkundungstour durch Harlems ist außerdem bereits deshalb interessant, um einmal den Unterschied zur Schnelllebigkeit Midtowns zu erleben. Die Straßen in Harlem sind weder überfüllt, noch sind sie ausgesprochen ansehnlich, doch sobald man erst einmal ein Café oder Restaurant betritt, offenbart sich das lockere, multikulturelle Beisammensein der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen.


Ihr wollt das hippe Viertel einmal selbst erleben? Wir bringen euch hin. Egal ob in Verbindung mit einer Shoppingtour, während einer Mietwagenrundreise, oder eurem Aufenthalt in einem grandiosen Stadthotel in unschlagbarer Lage mitten in New York – für jeden ist etwas dabei. Sprechen Sie uns an.


Bornsonja2 and raised in Germany hat es Sonja bereits mehrmals in die Ferne gezogen. Gelebt und gearbeitet hat sie dabei unter anderem schon im sonnigen Australien und zuletzt in der Weltmetropole New York. Auf ihrem Blog „Join The Sunny Side“ nimmt sie uns mit auf ihre Reisen und berichtet hier jeden zweiten Sonntag für uns von ihren Reisegeschichten und Erlebnissen rund um den Globus.

Noch keine Kommentare

Haben Sie Anmerkungen?