Bist du bereit für das Tor zur Hölle?

Dieser Ort ist nichts für schwache Nerven: Unfreundliche, karge Wüste irgendwo im weiten Turkmenistan. Totale Dunkelheit, die Nacht droht dich zu verschlucken. Dann plötzlich, ganz unerwartet, tut sich ein riesiges, glühendes Loch vor dir auf, funkelt dich dunkelrot an, bedrohlich, gefährlich. Es ist, als würde der Teufel persönlich „Hallo“ sagen. Oder vielmehr „Fahr zur Hölle!“. Und du tust Gutes daran, nicht zu stolpern – denn sonst wirst du von den gleißenden Felsen und den heißen Klippen verschlungen und kehrst nie wieder auf Erden zurück.

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Nichts für schwache Nerven – das Tor zur Hölle in Turkmenistan

Wenn Mordors Schicksalsberg blass aussieht

Wie das Herz des Schicksalsberges in Mordor strahlt dieser surreal anmutende Ort eine ganz besondere Magie aus. Besonders nachts, wenn die Kräfte des Vulkans den Himmel in dunkelrot und orange tauchen, wird jedem, der sich auch nur in die Nähe des Höllentors wagt, ganz schnell bewusst, wie klein sein Platz auf Erden doch eigentlich ist. Und dass er die Kräfte der Natur lieber nicht herausfordern sollte. Ähnlich wie Frodo sich der Anziehung des Schicksalsberges in Mordor nicht entziehen konnte, werden auch Reisende, die den langen Weg bis hierhin auf sich nehmen, von einer unbekannten Kraft angezogen und finden sich nicht selten ganz plötzlich am ungesicherten Kraterrand, in die heißen Tiefen blickend, wieder. Fehlt nur noch, dass das Gollum auftaucht und verschwörerisch „Mein Schatz“ zischt … Also nichts für schwache Nerven.

Was es damit auf sich hat

So surreal, faszinierend und magisch das „Tor zur Hölle“ auch auf uns wirkt – die Erklärung für dieses Phänomen ist dann leider doch recht sachlich. Bereits seit 40 Jahren lodern im Derweze-Krater in Turkmenistans kargen Wüste die Flammen. Ausgelöst würde dieses Naturspektakel jedoch nicht durch teuflische Kräfte – sondern durch sowjetische Geologen, die damals dort nach Gas bohrten. Als sie in einen unterirdischen Hohlraum vordrangen, bildete sich ein riesiger Trichter, aus dem Gas entströmte. Die Wissenschaftler versuchten, die riesige Gaswolke zu löschen und zündeten sie an. Entgegen aller Erwartungen erstickten die Flammen jedoch nicht – sondern wurden stärker und stärker. Heute ist das „ewige Feuer“ ein Symbol für die gewaltigen Gasreserven Turkmenistans.

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Bei Tage sieht das Höllentor schon etwas freundlicher aus.

Aschgabat – surreales Tor zur Wüste

Zum Höllentor startet man übrigens von Aschgabat aus, der faszinierenden Hauptstadt Turkmenistans. Der Name bedeutet „Ort der Liebe“ – doch wer hier romantische Gässchen, kleine Cafes, gemütliche Parks oder andere idyllische Orte erwartet, der wird überrascht sein. Aschgabat ist der wahrgewordene Traum des ehemaligen Präsidenten Saparmurat Nijasow, dem „Vater aller Turkmenen, wie er im Volksmund genannt wird. Er ließ hier breite Prachtstraßen mit üppigen Marmorbauten errichten und penibel gepflegte Grünflächen anlegen. Statuen von sich selbst und seiner Familie findet man an mehreren Plätzen der Stadt, fast surreal wirkt diese vom Rest der Welt stark isolierte Hauptstadt. Vor den Toren der Stadt bilden die Ruinen von Nissa einen schönen Kontrast – die Überreste einer Festung sind bereits 2.300 Jahre alt und gehören seit wenigen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Turkmenistans Hauptstadt wirkt fast surreal – bizarre Bauten und monumentale Statuen bestimmen das Stadtbild.

Seid ihr mutig genug für das Tor zur Hölle? Erlebt mit uns ein echtes Abenteuer – übernachtet in Zelten mitten in der kargen Karatum-Wüste und bei Einheimischen in einem Yurt – und ergänzt diese Abenteuer mit einem außergewöhnlichen Aufenthalt in Aschgabat.

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