UEFA Euro 2012: Die ultimative Krönung einer tollen EM

UEFA-Pokal credit: gettyimages

Nach gut drei Wochen Fußball nonstop ist es Zeit für mein ganz persönliches Fazit:

Zu Beginn des Turniers waren die Bedenken groß – auch bei mir. Politisch gesehen hat besonders die Ukraine im Vorfeld immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Dazu die fragwürdigen Praktiken bei der Vergabe der Hotelzimmer und die enorm hohen Kosten für Modernisierung und Bau der Stadien. Dazu waren auffällig viele Stadien alles andere als gut gefüllt. Auch wenn laut UEFA alle Spiele immer wieder ausverkauft waren. Die Stimmung in den Fußballstadien ließ für den objektiven Fußballfan, abgesehen vom Finale und den Spielen der Co-Gastgeber Polen und Ukraine, sehr zu wünschen übrig.

Warum man die Karten in der KO-Runde nicht an die Fans der teilnehmenden Länder und stattdessen an die einheimischen Fans verkauft hat, bleibt mir ein Rätsel. Besonders im Finale ist mir dieses fragwürdige Vorgehen aufgefallen, als plötzlich die einheimischen Fans Ukraine-Sprechchöre anstimmten.

Mein Fazit zu den sportlichen Leistungen: An erster Stelle geht mein voller Respekt an Spanien! Was habe wir sie nicht für ihre teils langweilige Tiki-Taka-Taktik gescholten. Und dann brennen Sie im Finale gegen die Italiener ein solches Feuerwerk ab. Der völlig verdiente Sieg ist die geschichtsträchtigste Verteidigung des Europameisterschafts-Titels!
Am Ende einer mit güldenem Lametta umflatterten Krönung stehen drei Titel in nur vier Jahren. Mehr geht einfach nicht!

Nun ist es müßig darüber zu spekulieren, ob Jogis Jungs es dieses Mal gegen diese übermächtigen Spanier geschafft und besser gespielt hätten, als die „Squadra Azzura“.
Gefühlt hatten wir in diesem Turnier die wohl spielerisch herausragendste Mannschaft der Verbandsgeschichte und des Turniers.

Fakt ist aber, dass es wieder nicht gereicht hat. Gegen Italien im Halbfinale zu scheitern, ist zwar keine Schande, doch einige kritische Fragen müssen erlaubt sein: War die Erwartungshaltung der Medien, Fans und DFB-Verantwortlichen einfach zu hoch? Schließlich kann man Titel nicht einfach „einplanen“. Bestes Beispiel sind die Niederlande und Italien. So musste die Holländer, Spaniens Finalgegner bei der Weltmeisterschaft 2010, dieses Mal bereits in der Vorrunde mit Null Punkten die Koffer packen – als einer der Top-Favoriten.

Genau andersherum war es bei Italien: Nachdem ein erneuter Wett- und Manipulations-Skandal im Vorfeld beinahe zu einem Turnier-Verzicht geführt hätte, entstand eine eingeschworene Einheit, die ihren Weg bis ins Finale gegangen ist.
Das musste auch Deutschland schmerzhaft erfahren.

Vielleicht hatte Oliver Kahn ausnahmsweise auch einfach recht damit, als er sagte, dass es in unserem so talentierten Team einfach an dem mangelnden Biss und dem bedingungslosen Siegeswillen fehlt.

Trotz allem können wir sehr stolz auf die Truppe sein!

In diesem Sinne
Viva España

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