Faszination Vulkane

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Vulkaneruption Krater des Vulcano Ganz nah am Krater
Vulkane sind weit mehr als nur Öffnungen der Erdkruste, die ab und an Lava ausspucken – sie haben auch eine mythologische und ökologische Bedeutung. Begleiten Sie uns in unserem Blog auf eine Reise zu Vulkanen auf der ganzen Welt und entdecken Sie deren spannende Vielfalt. Durch Ihre gewaltige Präsenz und Kraft haben Vulkane schon immer Land, Menschen, Kultur und Mythologie in Ihrem Umfeld geprägt. Damit ist eine Reise zu einem Vulkan sowohl für Naturliebhaber als auch für Kulturinteressierte ein lohnedes Erlebnis.

Vulkane, die Heimat der Götter

Schon der Begriff „Vulkan“ entstammt der römischen Mythologie. Er geht auf die italienische Insel Vulcano zurück – eine der Liparischen Inseln, die nördlich von Sizillien liegen. Die alten Römer glaubten, dass hier die Schmiede ihres Feuer- und Handwerksgottes Vulcanus lag. In dem glühenden und rauchenden Krater soll er für Jupiter, Venus und andere Götter Waffen und Schmuck gefertigt haben.

Vulkaninsel Bali Der Tempel Pura Beksaihn Gunung Agung
Auch jenseits von Europa wurden Vulkane oft als göttliche Plätze verehrt und demzufolge von den Menschen, die in ihrer Umgebung leben oft als heilige Berge bezeichnet. Ein Beispiel hierfür ist der Gunung Agung, der „hohe Berg“ auf der indonesischen Insel Bali. Der zuletzt 1964 ausgebrochene Schichtvulkan ist mit ca. 3.100 m die höchste Erhebung der Insel. Er gilt als Symbol des mythischen Berges Meru, des hinduistischen Zentrums der Welt. An seiner Flanke wurde der Tempel Pura Besakihn errichtet, in dem der Gott Shiva und die Ahnengeister verehrt werden und der als höchstes hinduistisches Heiligtum Balis gilt. Dass der Lavastrom des letzten Ausbruchs den Tempel ganz knapp verfehlte wurde als Zeichen der Götter interpretiert.

Einer der aktivsten Vulkan Europas liegt im Indischen Ozean

Piton de la Fournaise Caldera des Piton Der Lavastrom begräbt eine Strasse unter sich
Eine ganz ähnliche Geschichte kann vom Piton de la Fournaise im Südosten der Insel La Réunion berichtet werden. Hier kam es Ende der 1970er Jahre zu einer Eruption, bei der der Lavastrom zwar einige Ortschaften zerstörte, die kleine Kirche Notre Dame des Laves jedoch auf wundersame Art verschonte. Der Piton de la Fournaise, der zu den aktivsten Vulkanen der Erde zählt, ist auch danach noch mehrfach ausgebrochen. Zuletzt kam es 2007 zu einer Eruption, bei der sich an dem Grand Brulé genannten Hang, der vom Vulkan zum Ozean abfällt, große Spalten öffneten aus denen Lava direkt ins Meer floss. Diese Eruption zählte zu den stärksten der letzten 100 Jahre! Die mächtigen Lavaströme überfließen dabei alles, was in ihrem Weg liegt und formen so das Bild der Insel immer wieder radikal neu. Gleichzeitig kann man an den unterschiedlich alten Lavafeldern auch gut sehen, wie die Natur sich ihren Raum zurückerobert. Schon wenige Jahre nach ihrer Entstehung wachsen erste Pflänzchen und brechen die bizarren schwarzen Landschaften aus Lava zu fruchtbarer Erde auf, so dass neue Ökosysteme entstehen. Kurios ist die Tatsache, dass der Piton de la Fournaise als europäischer Vulkan gilt, obwohl er im Indischen Ozean liegt. Die Ursache hierfür ist, dass die Insel La Réunion ein französisches Überseedepartement ist und somit zum Staatsgebiet Frankreichs und damit auch zu Europa zählt.

Vulkane erschaffen kleine Welten

Krater des Sierra Negra auf Isabela Ökologisches Paradies Galapagos Die Kette der Galapagos Inseln von oben
Wie Vulkane die Natur prägen ist am Beispiel der Galápagos Inseln besonders gut zu sehen. Hier, vor der Küste Südamerikas, ist die tektonische Platte relativ dünn und bewegt sich langsam über eine große Magmakammer. Durch die große Hitze werden immer wieder Löcher in die Platte geschmolzen durch die dann Magma an die Oberfläche steigt und damit über die Jahrtausende schließlich die Inseln formte. Solche Vulkane, die durch die Plattenbewegung oft in einer Reihe hintereinander liegen, nennt man auch Hot Spot-Vulkane. Auf den Inseln Isabela und Fernandina sind diese Vulkane noch bis heute aktiv. Die starke geologische Aktivität formte auf Galápagos im Zusammenspiel mit den klimatischen Bedingungen und der abgeschiedenen Lage der Inseln ein einzigartiges Ökosystem, das für seine vielen endemischen Arten und seine artenreichen Gewässer und Korallenriffe weltbekannt ist.
Vulkanpark Timanfaya auf Lanzarote Dampfgeysir im Vulkanpark bizarre Landschaft der Feuerberge
Ein sehr beeindruckendes Beispiel für eine Kette von Hot Spot-Vulkanen findet sich auf der Insel Lanzarote. Die „Feuerberge“ im Vulkanpark Timanfaya sind dabei die jüngsten der über 100 Vulkane der Insel, deren Entstehung schon vor sagenhaften 36 Millionen Jahren am Meeresgrund begann. Die jüngste Wachstumsphase der Insel fand im 18. Jahrhundert statt und bedeckte etwa 23% der Inselfläche mit frischer Lava! Auch hier kam es zu einem kleinen Wunder, als der Lavastrom, der zuvor schon mehrere Ortschaften zerstört hatte, vor einer Prozession mit einer Statue der Jungfrau Maria zum Erliegen kam. In dem Ort Mancha Blanca wurde daraufhin eine Kapelle errichtet, in der diese Statue verehrt wird. Als es etwa 60 Jahre später zu einer weiteren Eruption kam wurde interessanterweise genau diese Ortschaft auch wieder verschont. Als Einstieg in den Vulkanpark ist ein Besuch im Informationszentrum Islote de Hilario zum empfehlen. Hier werden den Besuchern nicht nur trockene Informationen präsentiert, sondern auch ganz anschauliche Beispiele für die Kraft aus dem Inneren der Erde. So können Sie zum Beispiel im Restaurant des Zentrums Grillgerichte genießen, die mit Hitze aus einem Erdschacht zubereitet werden.

Sie sehen – gerade auf Inseln sind Vulkane eine Kraft, die Landschaft, Natur, Kultur und auch den Alltag der Menschen seit Jahrtausenden und bis heute prägen. Die Reise zu einer solchen Insel ist ein Abenteuer mit vielen spannenden Erlebnissen, das man garantiert nie mehr vergisst!

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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