Vielfalt hoch 3 – La Réunion

Cirque de Cialos

Unsere Produktmanagerin Carolin hat kürzlich ihren Urlaub auf La Réunion verbracht und war davon sehr begeistert. Lesen Sie ihren Reisebericht und lassen auch Sie sich vom Zauber der Insel einfangen!

Kirche vor dem Piton des NeigesIch hatte das Vergnügen, im Mai auf die schöne Insel der Vanille, wie La Réunion auch genannt wird, zu reisen. Dabei hatte ich wirklich sehr hohe Erwartungen an die Insel, denn ich hatte schon viel gehört und tolle Bilder gesehen. Als ich dann im Flieger zurück nach Deutschland saß war ich fast etwas wehmütig, denn leider hatten wir nur 8 Tage zur Verfügung und die gingen einfach viel zu schnell vorbei.

Die Insel hat in jeder Hinsicht unheimlich viel zu bieten. Nahezu alle Klima- und Vegetationszonen sind irgendwo auf La Réunion zu finden, landschaftliche Vielfalt ist sozusagen der zweite Vorname der Insel und auch die Menschen leben in unterschiedlichen Religionen und Kulturen friedlich zusammen.

Blumen der InselMir als Blumenfreund gefielen die üppige Natur und die unendliche Blütenpracht besonders gut. Egal ob künstlich angelegt vor der Kirche in Cilaos, in Nachbar’s Garten in St. Gilles oder in freier Natur im Dschungel der Berge: Frangipani, die herrlich duftende Wachsblume, und alle erdenklichen Orchideenarten ließen mich staunen.
Apropos Vielfalt: diese zeigt sich auch in den Hotels auf La Réunion, die alle sehr individuell und charmant sind. Eines haben sie allerdings alle gemeinsam: sie sind klein, fein und sehr persönlich mit wahnsinnig nettem Personal.
Hier eine kleine Auswahl der besten, schönsten, luxuriösesten, authentischsten, nettesten, buntesten, … (es kann ewig so weitergehen) Unterkünfte. So wohnten wir z.B. im Le Nautile, einem kleinen Haus mit eigenem Strand, dazugehöriger Lagune und deutsch sprechendem Personal.

Le DimitileDas Auch das Le Dimitile gefiel uns sehr gut. Es ist ein sehr modernes, buntes Hotel mit Loungeatmosphäre, in dem alle Zimmer mit liebevollen Details individuell dekoriert sind.

Dinea Dea LodgeDie Diana Dea Lodge ist eine Klasse für sich. Im Osten der Insel liegt die abgeschiedene und sehr exklusive Lodge inmitten eines 150 ha großen Jagdgebietes. Ein eigens angelegter, natürlicher Spazierpfad führt die Gäste durch die Wälder. Hier leben ca. 60 Hirsche, die relativ zutraulich sind und vor allem nachts sehr neugierig – den vom Gastgeber nett gemeinten Tipp, nachts nichts auf dem Balkon zurückzulassen, habe wir vorsichtshalber beherzigt. Die ganze Lodge ist sehr hochwertig – egal ob Poolanlage, Salon oder Zimmer. Letztere sind erstklassig und im Ranch-Design gestaltet. Baden kann man hier mit Ausblick auf die Küste von St. Anne.

Lodge Roche TamarinEine Wellnessoase der besonderen Art ist die Lodge Roche Tamarin. Die hübschen Bungalows liegen so perfekt umgeben von dichter Vegetation, dass hier absolute Privatsphäre herrscht. Hochwertig und doch sehr natürlich gestaltet und mit viel Liebe dekoriert fühlt man sich hier rundum wohl.

Blue MargouillatDas Hotel Blue Margouillat in St. Leu ist eine wahre Perle. Hier trifft Romantik auf Kunst und Antiquitäten. Kunstvolle Malereien regionaler Künstler zieren hier die Wände der Suiten und überall finden sich wunderschöne Arrangements mit frischen Blumen, die mit viel Liebe zum Detail dekoriert sind. Das erstklassige Restaurant ergänzt das Angebot des Hauses perfekt. Wer bei seiner La Réunion-Rundreise hier nicht mindestens eine Nacht verbringt verpasst wirklich etwas. Mit etwas Glück sehen Sie übrigens auch das Wappentierchen des Hotels: den Margouillat, einen kleinen Gecko, der sich die Hauswand hochhangelt und unter dem Licht der abendlichen Lampe wärmt.

Landschaftlich ist La Réunion unvergleichlich abwechslungsreich und schön. Hier einige Tipps, die ich persönlich getestet und für sehr gut befunden habe:
Im Westen gibt es tolle Strände und hier wollten wir unbedingt einen Tag am Meer einlegen, denn schließlich befanden wir uns im Indischen Ozean. Die oft gelobte Lagune von L’Hermitage bietet eine tolle Unterwasserwelt, allerdings mit einer etwas starken Strömung. Der Strand ist breit und feinsandig, teilweise aber mit Korallenbruchstücken durchsetzt. Die Lagune ist damit eher für erfahrene Schnorchler und Naturliebhaber geeignet. Ganz entspannt kann man als Anfänger in der Lagune vom Hotel Le Nautile schnorcheln und baden. Während man hier wohnt, kann man sich kostenfrei Schnorchelausrüstung und Kajaks ausleihen und damit die Lagune erkunden.
Cirque de CialosNeben den Stränden im Westen sind die drei großen Talkessel im Inselinneren eine wahre Sensation. In Cilaos, einem kreolischen Dorf im Cirque de Cilaos, gibt es neben einer hübschen Art-Déco-Kirche vor allem die Umgebung zu entdecken. Wir wanderten in ca. 2 Stunden durch dichten, grünen Dschungel zur Roche Merveilleuse (zur Beruhigung aller Frauen, die das lesen: ich habe keine Spinnen, Würmer, etc. gesehen), einem Aussichtpunkt über Cilaos mit 360°-Rundumblick und dem Piton des Neiges, dem höchsten Berg des Indischen Ozeans im Rücken.
Eine weitere Wanderroute führt zu den Cascades de Bras-Rouge – hierfür benötigt man allerdings einen ganzen Tag, den wir leider nicht hatten.

Ebenfalls spannend ist ein Canyoning-Trip in der Schlucht von La Fleurs Jaunes, auf halbem Weg von Cilaos nach Îlet-a-Cordes. Im Mai ist Canyoning nicht sonderlich gefährlich, da der Fluss eher friedlich statt tosend dahinfließt. Dabei kann man aber perfekt die abwechslungsreiche und bunte Natur, die sich links und rechts am Ufer erstreckt beobachten. In der Regenzeit von Dezember bis März, wenn der Fluss wilder ist, wird man vom Guide sicher durch das Gelände begleitet und das Ganze wird zu einem wahren Actionabenteuer.
Cirque de MafateZurück zu den drei Talkesseln. Der Cirque de Mafate ist ebenfalls sehr beeindruckend. Gute Einblicke in die Täler von Mafate hat man zum einen vom Cap Noir, einem Aussichtpunkt bei Dos d’Ane im Nordwesten der Insel, den wir nach ca. 15 Minuten laufen auf einem recht schmalen Weg erreichten. Hier bot sich uns ein wahrer Bilderbuchausblick. Dafür sind wir aber auch schon früh morgens gestartet, denn später ziehen sich oft Wolken zusammen und man kann nicht mehr so unendlich weit über die Insel blicken. Hier oben am „Ende der Welt“ wird einem bewusst, wie klein und unbedeutend wir Menschen doch im Vergleich zur gewaltigen Natur und Kraft der Erde sind. Wie die Berge hier durch Vulkanaktivität aufgefaltet wurden und die Täler steil ca. 2000 m tiefer liegen ist spektakulär und lässt einen vor Ehrfurcht staunen.
Einen zweiten Ausblick auf Mafate hat man vom Aussichtsplateau Piton Maido – allerdings kann ich leider nicht sagen, wie der Talkessel hier aussieht, denn ich konnte aufgrund der dichten Wolken fast die Hand vor Augen nicht sehen. Auch hier gilt: wer die Aussicht genießen will muss früh da sein!

Im dritten Talkessel, dem Cirque de Salazie, finden sich in Salazie und Hell-Bourg hübsche kreolische Häuser. Unser Vorhaben, die Maison Folio zu besuchen, mussten wir leider vertagen, denn die hat zwischen 11:30 Uhr und 14:00 Uhr geschlossen. So schlenderten wir durch den Ort und bestaunten andere Grundstücke und Häuser mit kreolischer Architektur.
Zu guter Letzt möchte ich das absolute Highlight unseres Urlaubes Revue passieren lassen. Der Vulkan Piton de La Fournaise. Als aktivster Vulkan Europas (denn La Réunion ist ja ein französisches Überseedepartment) brach der Piton de la Fournaise 2007 das letzte Mal aus. Damals flossen unglaubliche 140 Mio. Kubikmeter Lava ins Meer, die die Insel um 0,45 qkm vergrößerte. Spuren davon findet man überall rund um den Vulkan.
Wir machten uns also früh morgens 08:00 Uhr auf den Weg zum Vulkan. In Bourg-Murat folgten wir der Beschilderung und die Reise durch die Vielfalt der Landschaft begann. Wir starteten in „Klein Bayern“, wo auf saftigen Hügeln Kühe weiden und fuhren durch Mischwald, der uns an die Mittelgebirgslandschaften in Deutschland erinnerte. Der Mischwald ging dann in kargere Steppenlandschaft über. Erste riesige Steilhänge und das Rot der Straße ließen vermuten, dass wir immer näher kamen. Eine halbe Stunde ging es dann Kurve um Kurve immer höher und weiter hinaus, bis wir urplötzlich vor dem Nichts stehen! Ein Moment, den ich wohl für Jahrzehnte nicht vergessen werde! Auf einmal liegt 300 m unter uns eine unendliche Weite, rot & staubig mit nur einer Schotterstraße – die Plaine des Sables.
Pas de BellecombeDa in den meisten Mietwagenbedingungen der Unterboden nicht versichert ist, überlegten wir kurz, ob wir weiterfahren. Allerdings hatten wir nun schon einige Kilometer hinter uns und wollten unbedingt so nah an den Vulkan ran, wie nur möglich. Also fuhren wir die 6 Kurven hinab und begaben uns mit Tempo 3km/h auf eine dreiviertelstündige Fahrt über die Schotterpiste hinein ins Unbekannte. Vorbei an bizzaren Felsformationen, roter Steppe und lustigen Verkehrszeichen ging es bis zum Pas de Bellecombe und dem Parkplatz.
Piton de la FournaiseVon hier ging es nur noch zu Fuß weiter und wir hatten einen grandiosen Blick auf den Piton de la Fournaise. In 10 Minuten erreichten wir den Zugang zum Vulkan. Eine Treppe entlang der Steilwand führt dort hinab zum kleinen Krater Formica Leo, von dem aus man den Fournaise erklimmen kann. Planen Sie allerdings mindestens 6 Stunden Wanderung ein!
Die ganze Gegend ist atemberaubend und wahrlich erdend, auch hier wird man wieder daran erinnert, wie unscheinbar wir Menschen doch sind. Man sieht genau, welche Lavaströme auf dem Vulkan neu sind und wo die Lava damals ins Meer geflossen ist.

Um unser Vulkanerlebnis noch abzurunden, machten wir uns wieder auf den Rückweg und über die Nationalstrasse N3 in Richtung Süden am Grand Brûlé vorbei, dem Teil der Insel, der von der Lava 2007 völlig dem Erdboden gleichgemacht wurde. Man fährt entlang einer wieder völlig instand gesetzten Straße und rechts und links befinden sich riesige schwarze Lavafelder. Diese sind oberflächlich erstarrt, doch in der Tiefe bewegt sich die heiße Masse des Erdkerns immer noch. Das kann man z.B. daran erkennen, dass manche Straßenabschnitte und -markierungen minimal verschoben sind, hier bewegte sich die Erde auch noch, nachdem die Straße wieder errichtet wurde. Das Bizzare an dieser Landschaft: überall auf den Lavafeldern wachsen Farne. Die Lava, die das Leben erst zerstörte, ist nun die fruchtbare Grundlage für neues Leben. Es war toll, zu sehen, wie sich hier der Kreis der Natur schließt.
Es gibt ein paar Parkbuchten, an denen man anhalten und die Landschaft auf sich wirken lassen kann. Beim Blick ins Inselinnere, konnten wir gut erkennen, wo die Lava von den Höhen des Vulkans ins Tal floss.
Helikopterflug über La ReunionUm all die Schönheiten La Réunions noch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, buchten wir uns einen Hubschrauberrundflug. Kein günstiges Vergnügen und verbunden mit sehr zeitigem Aufstehen noch vor dem Morgengrauen, aber definitiv lohnend! Leider zeigte sich uns der Piton de La Fournaise nicht, denn aufgrund dichter Wolken mussten wir auf einen Flug über den Krater verzichten. Aber ich deute das mal als Zeichen, dass wir auf die Insel zurückkehren sollten, um unser Glück noch mal zu versuchen.

Mir hat La Réunion wirklich sehr gut gefallen. Die einzigartige Vielfalt, die mir hier geboten wurde hat mich fasziniert. Ganz egal, ob man atemberaubende Natur, kulinarische Genüsse, luxuriöse Wellnessoasen oder sportliche Herausforderungen erleben möchte – La Réunion kann all das bieten!

A bientôt à La Réunion! Ihre Carolin

3 Kommentare

  1. Wir waren auch bereits 2 x auf dieser schönen Insel und können dem nur zustimmen.

    Inzwischen planen wir schon den 3. Trip auf dieses kleine Paradies am Ende der Welt.
    Baden, wandern, Wärme, freundliche Menschen und super Küche!

    • Hallo Marion, vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider kennen wir – meine Kollegen aus der itravel-Verkaufsabteilung und ich – das Hotel Iloha nicht persönlich. Erfahrungsberichten zufolge sollen die Zimmer leider etwas klein und dunkel sein und der Service in der Hochsaison nicht ganz so gut funktionieren. Das sind allerdings nur Erfahrungsberichte, die wir selbst nicht nachprüfen können.
      Meine persönliche Empfehlung für einen Hotelaufenthalt an der Westküste ist das Hotel Le Nautile in St. Gilles mit deutschsprachigem und sehr liebenswertem Personal und authentischer, kreolischer Architektur oder das Hotel Le Dimitile in Entre-Deux, ein hübsches, modernes Haus mit Lounge-Charakter und tollem Garten!

      Viele Grüße,

      Carolin Sachs

Kommentar verfassen