Auf Darwins Spuren

Mönchsrobbe Monachus Monachus

Die Galápagos-Inseln sind der Inbegriff für unberührte Naturparadiese und die beeindruckende Macht der Evolution. Die Inseln liegen etwa 1000 km vor der Westküste Südamerikas und gehören zum Staatsgebiet von Ecuador. Sie wurden weltbekannt, nachdem Charles Darwin sie 1835 besuchte und daraufhin seine Evolutionstheorie entwickelte.

Viele Besucher möchten dieses Paradies auf Erden gerne mit eigenen Augen sehen. Um dies zu ermöglichen und die Besonderheiten der einzigartigen Ökosysteme trotzdem zu bewahren, wurde im Jahre 1958 die Galápagos-Nationalparkverwaltung installiert. Die Behörde hat seitdem schon viel für den Erhalt der Inseln erreicht, steht aber auch für die Zukunft ständig vor neuen Herausforderungen.

Die Tiere auf den Galápagos-Inseln haben sich so isoliert entwickelt, dass sie bis heute keine Scheu vor Menschen besitzen. Dies erlaubt den Besuchern einerseits zwar einzigartige Erfahrungen zu machen, da sie das natürliche Verhalten der Tiere aus recht geringer Distanz beobachten können, stellt für das Ökosystem aber auch eine Gefahr dar. Das Einschleppen fremder Arten und besondern von Krankheitserregern kann schnell für eine ganze Population gefährlich werden.

Charles Darwin Foundation
Um den Spagat aus Tourismus und Erhalt der Ökosysteme zu bewältigen, fördert die Galápagos-Nationalparkverwaltung einen naturschonenden Ökotourismus, der nachhaltig und für die Bewohner der Inseln zugleich wirtschaftlich ist. Dabei wird bevorzugt auf die Zusammenarbeit mit lokalen Veranstaltern gesetzt.

Die insgesamt 70 Besucherstätten an Land und die 75 marinen Besucherstätten werden von 320 spezialisierten Parkguides betreut. Diese werden in Kooperation mit der international renommierten Charles Darwin Foundation ausgebildet und dienen den Besuchern als Führer. Zugleich erheben sie bei Ihren täglichen Touren auf den Inseln wichtige ökologische Rahmendaten, die für Forschungszwecke gesammelt werden.

Die Zahl der Besucher ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, weswegen zum Schutz der Ökosysteme strenge Regeln und Kontrollen nötig sind. Pro Jahr werden beispielsweise alleine ca. 1.400 Kontrollen der Schiffe, die die Inseln ansteuern dürfen, durchgeführt. Weiterhin wurden effiziente Systeme zur Müllvermeidung und -trennung entwickelt. Um während des Betriebs, aber auch für den Fall einer Havarie eines Schiffes das Risiko für die Natur zu minimieren, dürfen Schiffe nur schwefelarmen Treibstoff verwenden und kein Schweröl benutzen. Hier setzten die Galápagos-Inseln vorbildliche und moderne Maßstäbe, denn gerade austretendes Schweröl führt bei Schiffsunglücken immer wieder zu schweren Umweltschäden, die oft langfristige Folgen haben.

Per Boot zu spektakulären Plätzen
Um das sensible Gleichgewicht zwischen dem Wunsch der Menschen, die Inseln zu besuchen und dem Erhalt eines möglichst unbeeinflussten Ökosystems zu gewährleisten, hat die Gapápagos-Nationalparkverwaltung ein ausgeklügeltes, vierstufiges Besuchermanagementsystem entwickelt.

Die erste Stufe stellt hierbei die Kategorisierung der Besucherstätten dar. Alle Naturstätten, die auf den Inseln besuchbar sind, wurden dazu in vier Klassen eingeordnet. Zonen mit beschränktem Zugang zeichnen sich durch ihre hoch sensiblen Ökosysteme aus, die sehr empfindlich und leicht gefährdet sind. Aus diesem Grund ist hier der Zugang nur mit einer besonderen Erlaubnis gestattet. Diese erhalten zum Beispiel Wissenschaftler im Rahmen von Forschungsprojekten. Die Intensiv-Zonen machen den größten Teil der Besucherstätten des Parks aus und spiegeln die vielfältigen Ökosysteme der Inseln wieder. Sie umfassen Strände mit Kolonien von Meerechsen oder Seelöwen, die Felsen der Blaufußtölpel, aber auch Stätten an den Vulkanen oder dem berühmten „Chinesenhut“. Ebenso gehören hierzu versteckte Buchten, Höhlen und Korallenriffe. Diese Stätten können beispielsweise bei geführten Wanderungen oder im Rahmen von Fotosafaris per Boot besucht werden. An den marinen Besuchsstätten werden oft auch Kayaktouren und Schnorchelausflüge angeboten. Die Bildungszonen umfassen meist eine lokale Einrichtung, wie ein Forschungszentrum oder eine Seminarstätte, die vor Ort arbeitet und besondere Besucherprogramme anbietet. Schließlich gibt es noch die Erholungszonen. Diese sind in der Regel leicht zugänglich – zum Beispiel zu Fuß – und liegen meist in der Nähe von Siedlungen. Hier können Besucher die Natur ganz entspannt genießen. An einigen Stätten ist es mit einer im Voraus zu beantragenden Erlaubnis auch möglich zu campen.

Die zweite Stufe des Managementsystems umfasst die Regelung der Besucheranzahl. Je nach Besucherzone ist diese limitiert, um die verschiedenen Ökosysteme möglichst wenig zu belasten. Auch hier wird darauf geachtet eine Balance zwischen den Interessen der Besucher und jenen der Naturschützer herzustellen. Dies wird zum Beispiel dadurch erreicht, dass die Besucher gezielt bezüglich der Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln beim Besuch der Inseln geschult werden. Durch sein eigenes Verhalten kann so jeder dazu beitragen, die ursprüngliche Natur auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

Die dritte Stufe stellt das Tourismusmonitoring dar. Dies bedeutet, dass der Einfluss, den der Tourismus auf die Ökosysteme hat, genau beobachtet und erfasst wird. So werden von den Parkguides beispielsweise regelmäßig Messungen der Breite von Wanderpfaden durchgeführt. Da es auf den Inseln keine befestigten Wege gibt, könnte eine zu starke Nutzung der Pfade nämlich zur Erosion der Böden und damit zu einer Schädigung der Pflanzenwelt führen. Auch Analysen von Wasserproben durch die Forschungsinstitute auf Galápagos gehören zu diesen Maßnahmen.

Die letzte Stufe, in die Erkenntnisse aus den ersten drei Stufen einfließen, stellt die Definition von Reiserouten auf den Inseln dar. Die Parkverwaltung legt dazu definierte Routen fest, für die von den lokalen Veranstaltern Lizenzen erworben werden können. Der Inhalt dieser Lizenzen umfasst dann die Anzahl und Art der besuchbaren Stätten, die Zahl der Besucher und deren Verweildauer. Es gibt beispielsweise Routen, die sieben Tage umfassen, innerhalb derer 28 Besucherstätten angefahren werden dürfen. Dabei werden maximal zwei Stätten pro Tagesfahrt angesteuert. Dies könnte zum Beispiel vormittags eine geführte Wanderung zu einer Vogelbrutstätte beinhalten, während nachmittags die bunte Unterwasserwelt eines Riffs schnorchelnd erkundet wird. Weiterhin ist in den Routen immer geregelt, dass jedes Schiff den gleichen Ort höchstens alle 14 Tage anfahren darf. So wird gewährleistet, dass es zu keinem Ansturm auf besonders beliebte Plätze kommt. Ein netter Nebeneffekt ist, dass man die Gäste damit sozusagen auf sanfte Art „zwingt“, die gesamte Vielfalt der Inseln kennen zu lernen und sich nicht auf einige wenige Orte zu beschränken. Gleichzeitig wird so ein Mehrwert für die Besucher geschaffen, denn jeder Besuch auf den Galápagos Inseln ist ein einzigartiges und individuelles Erlebnis.

Taucherlebnis Galapagos
Das Tourismusmanagement der Galápagos-Nationalparkverwaltung setzt durch sein flexibles Konzept Maßstäbe für einen modernen Ökotourismus, der die Bedürfnisse von Besuchern, Veranstaltern sowie der lokalen Bevölkerung und vor allem den Schutz der einzigartigen Natur harmonisch verbindet. Dadurch, dass hier jeder Besucher für die Verantwortung, die der Mensch für die Natur trägt sensibilisiert wird und direkt daran teilhaben kann, wird ein besonderes Verständnis für die Wichtigkeit des Schutzes unserer Erde geschaffen.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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