Weihnachtsbräuche weltweit: Europa

Adventskranz, Kerzen, Plätzchen und der Weihnachtsbaum – das alles gehört für uns ganz selbstverständlich zur Weihnachtszeit. Aber wie erlebt man in anderen Ländern die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest?
In unserem Blog möchten wir Ihnen an jedem der folgenden Adventssonntage weihnachtliche Bräuche und Traditionen aus der ganzen Welt vorstellen. Folgen Sie uns diese Woche durch Europa. Auch in unseren Nachbarländern gibt es interessante Bräuche zu entdecken, die Sie sicherlich noch nicht kennen.Fangen wir ganz oben in Schweden an. Dort wird noch vor dem Weihnachtsfest der 13. Dezember ganz besonders gefeiert. Die vorangehende Nacht gilt traditionell als die längste des Jahres. Danach werden die Tage wieder länger. In Schweden wird dies gefeiert, indem die Lussibrud (die Lucienbraut) die Schlafenden weckt. Sie wird in der Regel durch die älteste Tochter der Familie verkörpert, die zu diesem Anlass ein weißes Kleid und auf dem Kopf einen Kranz aus Preiselbeerenzweigen mit Kerzen trägt. Die Braut weckt nicht nur die Famile, sondern serviert diesen auch das Frühstück im Bett, bei dem auch das beliebte und köstliche Safranbrot gereicht wird. Zum Julfest, wie Weihnachten in den skandinavischen Ländern auch genannt wird, gehört wie bei uns ein geschmückter Baum. Der Heilige Abend wird meist mit einem gemeinsamen Saunagang begonnen. Danach isst man am reich gedeckten Tisch zusammen. Singen und Tanzen um den Baum herum sind ebenfalls feste Bestandteile. Oft ist auch ein Fenster geöffnet, denn Freunde und Nachbarn werfen sich mit dem Ruf „Julklapp, Julklapp!“ gerne kleine Geschenke ins Haus. Bevor es zu Bett geht, ist es noch wichtig, eine kleine Schale süßen Milchbrei vor die Tür zu stellen. Dieser ist für die Tomare gedacht, kleine Hausgeister, ähnlich der bei uns bekannten Heinzelmännchen, denen man damit für ihre Hilfe im Haus dankt. Während die Familie am nächsten Morgen die heilige Messe besucht, bewacht zuhause der Julbock, ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock das Heim und hält böse Geister fern.

Unsere Nachbarn in der Schweiz feiern in der Vorweihnachtszeit am 5. Dezember das so genannte Klausjagen. Dieses Fest geht auf einen heidnischen Brauch zurück, bei dem mit allem erdenklichen Lärm böse Geister vertrieben werden sollten, auf dass der Winter bald ende und der Frühling Einzug halte. Die jungen Männer des Dorfes verkleiden sich dabei mit furchterregenden Maksen und Kostümen als „Klausen“, die angeführt vom „Oberklaus“ von Haus zu Haus ziehen und mit Trommeln, Blashörnern und Kuhschellen möglichst viel Lärm machen. Seinen Namen erhielt das Fest in Folge der Christianisierung der Schweiz, als das heidnische Fest mit dem uns auch bekannten Nikolausumzug am 6. Dezember verschmolzen wurde. Damit hielt auch eine neue Form des Klausjagens Einzug, bei der kunstvoll gestaltete Laternen, die Bischofsmützen nachempfungen sind, getragen werden. Das Nikolausfest wird an diesem Tag auch in der Schweiz gefeiert. Wobei der Nikolaus hier „Samichlaus“ heißt und von seinem Gehilfen „Schmutzli“ begleitet die Kinder mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken beschert.

In Spanien ist eine Adventszeit mit festem Ablauf, also einem Adventskranz, auf dem regelmäßig Kerzen entzündet werden, nicht bekannt. Man stimmt sich zwar mit Dekoration auf die Weihnacht ein, aber dies tut jeder nach eigenem Gusto. Die Weihnachtszeit beginnt damit meist ein bisschen später als bei uns, geht dafür aber bis zum Heilige-Drei-Könige-Fest am 6. Januar. Erst dann werden auch die Geschenke verteilt, die der Tradition zufolge von den drei Königen gebracht werden. Am Vortag gibt es einen Umzug, bei dem die Heiligen Drei Könige auf einem reich geschmückten Wagen durch das Dorf ziehen und dabei ihre Ankunft bekannt machen. Der Heilige Abend am 24. Dezember und der erste Feiertag am 25. werden mit großen Festessen begangen. Dabei wird opulent aufgetischt, um der Geburt des Heilands Respekt zu erweisen. Vor allen Dingen zahlreiche Süßigkeiten und Gebäck kommen auf den Tisch. Ein weiteres Highlight der spanischen Weihnachtszeit ist die „Lotería de Navidad“. Die Lose hierfür sind relativ teuer und oft kauft man nur den Anteil an einem Los. Am 22. Dezember findet dann die Verlosung statt, die fast das ganze Land gebannt vor dem Fernseher verfolgt. Traditionell ziehen Waisenkinder die Nummern der Verlosung und singen dann die Zahl. Für die Teilnehmer gilt es, „El Gordo“, den Dicken, zu erwischen. So wird das Los des Hauptgewinns, das einen Gewinn von über 3 Millionen Euro verspricht, genannt.

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Herzlichst, Ihr itravel-Team

2 Kommentare

  1. Interessant! Ich freue mich schon auf die nächsten Weihnachtsbräuche. Im letzten Jahr habe ich einen österreichischen Weihnachtsbrauch in Salzburg kennengelernt: Dort ziehen während der Vorweihnachtszeit die Krampusse durch die Ortschaften und versetzen die Gäste verschiedener Restaurants in Angst und Schrecken mit ihren wirklich Furcht einflössenden Masken.

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