Weihnachtsbräuche weltweit: Afrika

Auch in Afrika freut man sich dieser Tage auf das Weihnachtsfest. Da der Norden Afrikas aber muslimisch geprägt ist, konzentrieren sich die Feierlichkeiten auf den Süden. Beeinflusst durch die Kultur der ehemaligen Kolonialherren aus Europa sind viele Weihnachtsbräuche auch hier bekannt und werden auf besondere, afrikanische Art interpretiert.

So wird in Ghana zum Beispiel auch ein Weihnachtsbaum geschmückt. Allerdings ist dies kein Tannenbaum, der zuhause im Wohnzimmer steht, sondern ein Guaven-, Mango- oder Cashewbaum auf dem Marktplatz. Weihnachten wird hier auch länger gefeiert. Am 20. Dezember geht es los und in der ersten Januarwoche endet das Fest. Während dieser Zeit ist auf Ghanas Strassen unheimlich viel los, denn jeder möchte seine Verwandten und Familienmitglieder im ganzen Land besuchen. Da in Ghana über 66 verschiedene Sprachen gesprochen werden, gibt es auch entsprechend viele verschiedene Weihnachtsbräuche.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass Weihnachten als fröhliches Familienfest gefeiert wird. Es wird viel gemeinsam gesungen und getanzt – gerne auch bis am nächsten Tag die Sonne wieder aufgeht. Dabei singt jeder in der Sprache, die er am besten beherrscht. Dies gilt als Garantie dafür, dass man von Gott gehört und verstanden wird. Natürlich wird an Weihnachten auch in Ghana reichlich aufgetischt. Beliebte Weihnachtsgerichte sind Okraschoteneintopf, Ziege und Lamm und eine Pastete aus Yamswurzel, die Fufu genannt wird. In den Festtagen ziehen Kinder von Haus zu Haus, wo sie in bunten, selbst geschneiderten Kostümen tanzen und singen. Jedes Kind hat dabei eine kleine Schachtel dabei, in der es kleine Geschenke und Spenden sammelt.

In Südafrika wird aufgrund seiner Lage auf der Südhalbkugel Weihnachten im örtlichen Sommer gefeiert. Statt Schnee und Glühwein locken hier Strand und Picknick im Garten. Kulturell ist das Weihnachtsfest hier vor allem durch koloniale Einflüsse aus Großbritannien und den Niederlanden geprägt.

Eine sehr schöne Tradition ist dabei der Boxing Day. Dieser wird am 26. Dezember begangen. Dann werden Kisten mit Lebensmitteln, Süßigkeiten und kleinen Geschenken zusammengestellt und an arme Familien verschenkt. Auch die Menschen, die einem im Alltag immer wieder zu Diensten sind, z. B. Müllmänner, Portiers und Briefträger, bekommen kleine Geschenke überreicht. Eine weitere schöne Tradition sind die Konzerte der Weihnachtsbands. Diese Musikgruppen ziehen durch die Strassen und geben immer wieder kleine, spontane Konzerte. Dabei tragen Sie Paradeuniformen, die in den Monaten vor Weihnachten durch das Sammeln von Spenden finanziert werden.

Weihnachten als Fest der Kinder hat in Kenia eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Hier wird das vierte der biblischen zehn Gebote, Vater und Mutter zu ehren, ganz besonders ausgelebt. Zunächst wird am Heiligen Abend ein großes Festmahl abgehalten, bei dem die ganze Familie gemeinsam speist und feiert. Anschließend können die Eltern sich zurücklehnen. Kenianische Mütter müssen sich nun keine Gedanken mehr um Weihnachtstress in der Küche machen, denn die Kinder übernehmen alle häuslichen Pflichten. Das ganze Haus wird geputzt, festlich dekoriert und das Weihnachtsessen für die folgenden Feiertage vorbereitet. Am Morgen des ersten Weihnachtstages wird dann eine Ziege geschlachtet, deren Fleisch unter allen Familienmitgliedern aufgeteilt wird. Nun zieht man von Haus zu Haus durch die Nachbarschaft, um sich gegenseitig fröhliche Weihnachten zu wünschen und kleine Geschenke auszutauschen. Am Abend beginnt ein rauschendes Fest, bei dem bis in die frühen Morgenstunden die Geburt Jesu mit ausgelassenen Tänzen gefeiert wird.

Ähnlich wie in den mittel- und südamerikanischen Ländern Mexiko, Brasilien, Ecuador und Co. haben sich in der Südhälfte Afrikas durch die Kolonialzeit Weihnachtsbräuche aus Europa mit Einflüssen der Kulturen der Ureinwohner vermischt. Dabei ist eine ganz andere und besondere Art entstanden das Weihnachtsfest zu feiern. Wenn Sie Weihnachten einmal ganz anderes erleben möchten, dann ist Afrika zur Weihnachtszeit ganz sicher eine Reise wert.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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