Weltwunder auf der Roten Liste

Die Weltwunder und Welterbestätten der UNESCO sind einzigartige Orte, die uns die Schönheit der Natur und die Schaffenskraft des Menschen verdeutlichen. Doch viele dieser Weltwunder sind gefährdet. Bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen, Umweltverschmutzung, Wilderei und nicht nachhaltiger Tourismus sind nur einige der Bedrohungen, die dazu führten, dass die Rote Liste der bedrohten Welterbestätten mittlerweile erschreckend lang geworden ist.

Bedrohungen erkennen und gezielt helfen

UNESCO WelterbeDie 1972 von der UNESCO verabschiedete Welterbe-Konvention des Welterbe-Komitees erlaubt es, bedrohte Weltwunder auf eine „Rote Liste“ zu setzen. Wenn eine Welterbestätte auf dieser Liste genannt ist, kann das Komitee spezifische Hilfsmittel aus dem UNESCO Welterbefond beantragen, um konkrete Hilfsmaßnahmen zu dessen Rettung einzuleiten. Oft ist glücklicherweise schon die Aussicht, dass eine Welterbestätte in die Liste aufgenommen werden soll, Anlass für staatliche und private Hilfsinitativen, selbst aktiv zu werden und etwas zum Schutz der Stätte beizutragen.
Besonders für ärmere Länder kann die Liste allerdings eine große Hilfe sein. Diese Länder beantragen teilweise selbst, dass Welterbestätten auf ihrem Staatsgebiet in die Liste aufgenommen werden. Damit erhoffen Sie sich internationale Aufmerksamkeit und eine Plattform, um professionelle Hilfe zu deren Rettung zu mobilisieren.

Sollte eine Welterbestätte nicht mehr zu retten sein, so wird sie in letzter Konsequenz sowohl von der Roten Liste als auch von der allgemeinen Liste der Welterbestätten gestrichen. Zu diesem extremen Schritt kam es in der Geschichte der UNESCO allerdings erst zwei mal. Dies betraf zum einen ein Wildschutzgebiet der seltenen Orynxantilope im Oman, das zugunsten der Ölförderung um 90% verkleinert wurde. Der zweite Fall ist die Kulturlandschaft des Dresdner Elbtals, die ihren Status durch den Bau der Waldschlösschenbrücke verlor.

Weltwunder auf der Roten Liste

Welterbe, die bedroht sindZu den bedrohten Stätten der UNESCO zählen sowohl Kultur- wie auch Naturerbestätten. In der ersten Gruppe sind unter anderem so bedeutsame Plätze wie die Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem in Palästina. Durch Dachziegel, die seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr erneuert wurden, dringt hier Regenwasser ein und zerstört tragende Elemente und Mosaike. Auch die Altstadt und die Stadtmauer von Jerusalem sind bedroht. Hier ist der unklare Rechtsstatus der Stadt das Problem, das Maßnahmen zum Erhalt des Kulturerbes behindert.

Einige Welterbestätten sind auch ganz direkt durch den Menschen bedroht. So sind der Nationalpark Kahuzi-Biéga und das Wildtierreservat Okapi in der Demokratischen Republik Kongo akut gefährdet. Ersteres ist die Heimat der seltenen Berggorillas. Durch Wilderei und die Auswirkungen des Bürgerkrieges ist der Bestand der Tiere von ca. 600 in den 1990er Jahren auf 168 bei der letzten Zählung 2004 geschrumpft. Das Reservat der Okapis leidet sehr unter der rücksichtslosen Durchsetzung kommerzieller Interessen. Brandrodung für die Landwirtschaft, illegale Wilderei und der Abbau von Gold gefährden die Landschaft und die Tiere in ihr.

Neben den von der UNESCO gelisteten bedrohten Welterbestätten gibt es jedoch noch weitere Weltwunder, die gefährdet sind. Der Bildband „Disappearing World: 101 of the Earth’s Most Extraordinary and Endangered Places“ von A. C. Addison, der unter anderem als Berater für die UNESCO arbeitet, zeigt einige dieser Orte und macht klar, dass es an der Zeit ist zu handeln.
Die Chinesische Mauer
Die weltbekannte Chinesische Mauer ist eines dieser Weltwunder. Das über 21.000 km lange Monument wurde im Laufe von über 900 Jahren erbaut und besteht aus mehr als 43.000 Einzelgebäuden und Standorten. Diese zu erhalten ist selbst für ein so großes Land wie China eine kaum zu bewältigende Mammutaufgabe. Fehlende Mittel für den Erhalt und die natürliche Erosion durch Wind und Wetter führten dazu, dass knapp 75% der Mauer mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand sind. Die Teile der Mauer, die touristisch genutzt werden, leiden unter dem starken Ansturm von mehreren Millionen Besuchern pro Jahr. Ein weiteres Problem ist die aktive Zerstörung der Mauer durch Touristen. Diese brechen sich als Souvenir kleine Stücke aus dem Gestein und tragen die Mauer damit mehr und mehr ab. Hier ist nicht nur die chinesiche Regierung oder die UNESCO gefragt, sondern auch die Reisenden selbst. Der Wunsch nach einem Andenken an die eigene Reise sollte nicht Anlaß sein, ein so beeindruckendes Bauwerk langsam aber sicher zu zerstören.

Nachhaltig reisen und Weltwunder schützen

Kakaoreise EcuadorDurch nachhaltiges Reisen können Sie es anders machen! Mit etwas Vorbereitung und guter Beratung bei der Wahl des Reiseziels können Sie einzigartige und beeindruckende Weltwunder erleben, ohne diesen zu schaden. Dabei müssen Sie nicht zwanglsäufig auf Ihren eigenen Komfort und spannende Reiseerlebnise verzichten.
Entdecken Sie mit itravel zum Beispiel die fantastische Welt der Schokolade in Ecuador. Im Rahmen einer privat geführten Reise lernen Sie bei Seminaren und Verkostungen die edelsten Schokoladen kennen und erfahren Wissenswertes über Anbau und Verarbeitung des Kakaos. Anbau und Handel des Kakaos werden hier nach strengen Öko-Standards und mit fairem Handel betrieben, sodass die Gewinne im Land verbleiben und zu einem guten Teil den Bauern zugute kommen. Dies verbessert nicht nur den Lebensstandard der Landbevölkerung, sondern schützt auch die ursprüngliche Natur und die Kulturlandschaft – auf Maßnahmen wie Brandrodung und Pestizideinsatz wird bewußt verzichtet. Sie können bei dieser Reise auch aktiv zum Schutz des ecuadorianischen Regenwaldes beitragen. Bei einem Aufenthalt auf der Öko-Lodge Las Cataras können Sie sich an sozialen und ökologischen Projekten zur Renaturierung ehemaligen Farmlandes beteiligen. Leisten Sie Ihren Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung des Regenwaldes in Ecuador.

Motswari Game LodgeEin weiteres schönes Beispiel für nachhaltiges und zugleich komfortables und erlebnisreiches Reisen ist eine Safari durch das private Wildreservat Motswari in Südafrika. Die Motswari Game Lodge ist ein luxuriöses Camp inmitten der ursprünglichen, afrikanischen Wildnis. Das zugehörige, ca. 150 qkm große Wildreservat grenzt direkt an den weltbekannten Kruger Nationalpark. Alle Zäune zwischen den Gebieten wurden abgerissen, sodass die hier heimischen Tiere wieder vollkommen frei ihren saisonalen Wanderrouten folgen können. Die Ranger von Motswari sind speziell geschult und bieten Safaris nach strengen Kriterien bezüglich Nachhaltigkeit und minimaler Beeinflussung der Natur an. Zudem arbeitet die von einer deutschen Familie geführte Lodge nach hohen Umweltstandards. Wasser sparen, Müll minimieren und Energie effizient nutzen gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag. Dabei wird dem Gast jedoch ein luxuriöser Standard mit liebevollem und persönlichem Service geboten. Die Motswari Game Lodge wurde hierfür mit dem Greenglobe Zertifikat ausgezeichnet. Für die Einhaltung sozialer Standards wurde Motswari von der gemeinnützigen Organisation Fair Trade in Tourism ausgezeichnet. Die meisten Angestellten von Motswari stammen aus den lokalen Shangaan Gemeinden und viele Familien arbeiten schon in der dritten Generation für die Lodge. Das daraus erwachsene Gemeinschaftsgefühl und Bewußtsein für den Erhalt der einzigartigen Natur ist wahrhaft ansteckend. Nicht umsonst hat sich die Motswari Game Lodge das Motto „Du kommst als Gast und gehst als Freund“ gewählt.

Bewußt reisen mit itravel

Da nachhaltiges Reisen ein aufkommender Trend ist, existieren weltweit mehr und mehr Hotels, Lodges und Erlebnisveranstalter, die diesem Gedanken Rechnung tragen. Durch den überlegten Einsatz moderner Techniken und guter Planung ist es dabei möglich, sozialverträglich und umweltbewußt zu reisen und trotzdem nicht auf den großen Komfort zu verzichten. Wenn Sie an diesem Thema interessiert sind, können Sie sich von den erfahrenen Reisespezialistinnen bei itravel persönlich beraten lassen, wie Sie Ihre Traumreise nachhaltig und spannend gestalten können. Zudem bietet itravel mit seiner neuen Initiative „itravel hilft“ die Möglichkeit, bei vielen Reisen soziale Projekte, die den Menschen vor Ort zugute kommen, kennen zu lernen und selbst zu unterstützen. So können Sie mit einer Reise nicht nur sich selbst etwas Gutes tun, sondern auch dabei helfen, die Situation vor Ort direkt und nachhaltig zu verbessern.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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