itravel Reiseguru: Ein Tag im Khao Sok Nationalpark, Thailand

Auf ihrer letzten Reise hat unser itravel Reiseguru Carolin nicht nur die Glitzermetropole Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht, sondern auch einen spannende Reise durch das Königreich Thailand unternommen. Heute berichtet Sie exklusiv von ihrem Ausflug zum Khao Sok Nationalpark.

Khao Sok Nationalpark, die Perle des Südens

Lokaler MarktDer Khao Sok Nationalpark liegt in Südthailand direkt an der Westküste und etwa 72 km nördlich von Khao Lak. Los geht unser Ausflug morgens ca. 8 Uhr. Wir fahren in unserer kleinen Reisegruppe Richtung Norden auf einen lokalen Markt – ein ganz authentischer Markt „von Einheimischen für Einheimische“. Kulinarische Kuriositäten wie aus dem Bilderbuch erwarten uns hier: panierte Hühnerfüße, 1000-jährige, schwarze Eier, gegrillte Kakerlaken und und und.
Abenteuer EssenNachdem unser Guide uns in die Geheimnisse der thailändischen Küche eingeweiht hat, fahren wir weiter Richtung Nationalpark. Unterwegs stoppen wir noch einmal kurz, um in einem kleinen unscheinbaren Affencamp kleine Äffchen mit noch kleineren Bananen zu füttern. Gierig aber vorsichtig reißen uns die Äffchen das Obst aus den Händen und sammeln es in Ihren Bäckchen wie Hamster, immer bedacht, direkt die nächste Banane abzugreifen – ein wirklich niedliches Schauspiel!

Khao Sok KanutourDanach geht’s weiter und nach ca. 20 Minuten Fahrt halten wir am Straßenrand und begeben uns zu Fuß zur Kanu-Ablegestelle auf dem ruhigen Fluss, der quer durch den Khao Sok Nationalpark verläuft.
Wir gehen an Bord unseres Gefährts für die nächsten 90 Minuten und werden durch malerisch schöne Landschaft gerudert. Unser Guide legt ab und zu am Ufer an, um uns die kleinen Schönheiten am Rand des Flusses zu zeigen. Am meisten beeindruckt haben mich dabei die unzähligen hübschen Schmetterlinge! Es geht vorbei an Kreidefelsen, Lianen, Stromschnellen und dicht bewachsenen Uferzonen, ehe wir zum Mittagessen in einem Restaurant halten. Ein echter thailändischer Lunch wurde schon für uns vorbereitet und so lassen wir es uns schmecken.

Mein Highlight: die Elefanten!

ElefantenreitenWährend wir an Frühlingsrollen knuspern und leckeres Gemüse in Reis essen, freue ich mich schon auf das Highlight des heutigen Tages, was nach Aussage des Tourguides als nächstes ansteht: Elefantenreiten! Nach weiteren 30 Minuten Fahrt in die Tiefen des Khao Sok Nationalpark biegen wir plötzlich in einen Schotterweg ein und tuckern mit 3 km/h einen Waldweg entlang, ehe wir zum Camp gelangen. Am Elefanten-Camp angekommen, fallen mir sofort die riesigen, ca. 3 m hohen Hochstände auf – unsere bequeme Einstiegsplattform für den Elefantenritt und die „etwas andere Variante des europäischen Jägersitzes“. 20 Stufen führen uns hinauf und wir besteigen den Sitz auf dem Rücken des Elefanten, der brav an der offenen Seite des Hochstandes wartet – und los geht es per Elefant durch den Dschungel Thailands! Zu Anfang sehr wackelig, später mit etwas Gewöhnung weniger verkrampft genießen wir die Aussicht auf kleine Bäche, einen Kautschukwald und einen Wasserfall. Die Sonne brennt, der Elefanten schlägt ab und zu mit den Ohren um sich und der Guide gibt ihm auf Thailändisch einige Befehle: irgendwie befremdlich, aber ein echtes Abenteuer! 🙂

ElefantendameAuf dem Rückweg darf ich mich sogar in den Nacken des Elefanten setzen und wirklich Haut an Haut die Bewegungen des Elefanten spüren. Immer wenn es bergab geht, legt er die Ohren an, sodass meine Beine zwischen seinem Hals und den Ohren eingeschlossen sind – hält er mich fest? Ich glaube schon! Meine Hände ruhen auf zwei knöchrigen Höckern auf dem Kopf des Elefanten und ich kraule die raue, aber empfindliche Elefantenhaut, die mit einigen dicken Härchen versetzt ist.
Zum Schluss steigen wir über den Hochstand wieder aus und kaufen für 20 Baht (ca. 50 Cent) ein Körbchen voll mit Babyananas-Stückchen, die wir an unsere süße Elefantendame verfüttern. Große Augen mit noch größeren Wimpern schauen uns an, der Mund steht schon erwartungsvoll offen und sie nimmt mit den sensiblen Rüsselenden vorsichtig das Stück Ananas aus meiner Hand – und ICH glaube, ich bin verliebt! Zur Belohnung gibt es für unsere Elefantendame noch ein paar Streicheleinheiten von uns und anschließend ein wohltuendes Bad im Fluss mit ihrem Guide!

Gedenken im Paradies

Tsunami GedenkstätteDer letzte Programmpunkt unseres Ausflugs führt uns in den Baan Nam Kem Tsunami Memorial Park, wo sich immer noch jedes Jahr viele Menschen am 26.12. zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer des Tsunami 2004 versammeln. Ein wellenartiges Gebilde ist hier errichtet worden mit Innschriften für die Opfer – unter ihnen sehr viele Deutsche und Österreicher. Viele der Innschriften rühren mich fast zu Tränen, Gänsehaut pur die ganze Zeit! Dem Mahnmal gegenüber sitzt ein riesiger goldener Buddha am Küstenufer, auch er ist nach 2004 neu errichtet worden. Unser Guide führt uns in das kleine Tsunami-Museum auf dem Gelände. Nicht sehr groß ist es, zeigt aber anschaulich, wie schlimm der Tsunami damals die Küste rund um Khao Lak getroffen hat, wie viele Schäden entstanden sind, wie die Aufräumarbeiten vorangingen und welche Solidarität sich unter den Überlebenden entwickelt hat. Nach Aussage des Guides gibt es heute ein hochsensibles Frühwarnsystem für die gesamte Küste bis zum südlich gelegenen Phuket, welches auf unnatürliche Wasserbewegungen reagiert. Aber aufhalten lässt sich solch eine Naturkatastrophe wohl nie.
Tsunami Gedenkstätte
Ein emotionaler Tag geht zu Ende. Wir haben viel von Thailands landschaftlicher Schönheit gesehen, viele kulturelle (kulinarische) Aspekte kennengelernt und können sagen, dass wir auf einem Elefanten durch den Dschungel geritten sind! Diese Erfahrung hat mich in ihrer Schönheit aber auch in ihrer Schwere tief berührt. Mir ist dabei bewusst geworden, wie nahe Glück und Leid beieinander liegen können und dass man jeden Moment bewusst und intensiv genießen sollte.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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