Reisen im Ramadan

Letzte Woche begann der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime. Er hat für Muslime auf der ganzen Welt eine große Bedeutung und prägt besonders in muslimischen Ländern wie Marokko, dem Oman oder Indonesien den Alltag. Wir erklären Ihnen, was der Ramadan für die Muslime bedeutet und was Sie bei Reisen im Ramadan beachten sollten.

Ramadan, der heiße Monat

Ramadan_1Der Überlieferung zufolge wurde während des Ramadan der Koran herabgesandt. In diesem ist in der Sure 2 auch das Fastengebot niedergeschrieben. Während des Ramadan sind Muslime verpflichtet von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang dem Verzehr von Speisen und Getränken, aber auch Rauchen, Alkohol und Geschlechtsverkehr zu entsagen. Beleidigungen, üble Nachrede und Lügen sind ebenfalls verboten. Der Ramadan soll eine Zeit der Besinnung und (geistigen) Ruhe sein.

Das Fastengebot gilt dabei für alle Muslime. Ausgenommen hiervon sind Minderjährige (diese müssen nicht fasten, dürfen es aber unter bestimmten Bedingungen). Auch Kranke und schwangere Frauen sowie Frauen, die gerade ihre Tage haben sind von der Fastenpflicht befreit. Es wird jedoch erwartet, dass sie die Fastentage nach ihrer Genesung, bzw. der Geburt nachholen.

Der Ramadan endet mit dem Fest des Fastenbrechens, dem so genannten „Zuckerfest“. Dies dauert insgesamt 3 Tage und ist für viele Muslime der feierliche und fröhliche Höhepunkt des Jahres.

Fasten im Alltag

Ramadan_2Jeden Tag mit Sonnenaufgang beginnt für die Muslime im Ramadan das Fasten. Ab dann sind Essen, Trinken und andere körperliche Genüsse bis zum Sonnenuntergang verboten. Dies ist gerade in heißen Ländern, wie dem Oman oder Marokko jedoch sehr anstrengend für den Körper. Während des heiligen Monats sind deswegen alle Kräfte und Gedanken auf das Fasten konzentriert. Ansonsten wird nur das Notwendigste erledigt.

Dies bedeutet zum Beispiel, dass viele Geschäfte eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Im Allgemeinen von 9 bis 15 Uhr. Dies trifft aber nicht auf alle Geschäfte zu. Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte öffnen in der Regel erst am Nachmittag. Dann beginnen auch die Bäcker mit ihrer Arbeit, um pünktlich zum Abend ihre Backwaren fertig zu haben. Restaurants und Cafés öffnen erst nach Sonnenuntergang – vorher hätten sie ja auch keine Kundschaft.

Zum Abend beleben sich auch die Strassen wieder deutlich. Jeder ist unterwegs, um Lebensmittel für das allabendliche Fastenbrechen zu besorgen. Eine Dattel und ein Glas Wasser läuten dies nach Sonnenuntergang ein. Sie sind sozusagen das Frühstück im Ramadan. Gegen Mitternacht erfolgt dann die Hauptmahlzeit, die oft reichlich ist und sehr genossen wird. Kurz vor Morgengrauen stellen sich viele noch mal den Wecker, um einen letzten Bissen zu essen und etwas zu trinken, bevor der nächste Tag beginnt.

Reisen während des Ramadan

Ramadan_3Muslime reisen während des Ramadan nicht. Allerdings wir vor dem Ramadan viel gereist. Es gibt Muslime im Ausland, die zum Ramadan zu ihren Familien zurückkehren aber natürlich auch wenig religiöse Menschen, die sich dem Fasten entziehen wollen und deswegen woanders hinfahren.

Als Reisender in einem muslimischen Land müssen sie während des Ramadan mit einigen Einschränkungen rechnen. Wie schon erwähnt haben Geschäfte deutlich kürzere Öffnungszeiten und Restaurants öffnen erst nach Sonnenuntergang. Zudem steigen die Preise für Lebensmittel während des Ramadan oft deutlich an. Da der Ramadan eine religiöse und sehr besinnliche Zeit ist, sollten Sie bei Reisen im Ramadan besonders sensibel für die kulturellen Gepflogenheiten Ihres Reiselandes sein. Kleidung, die Schultern, Ellbogen und Knie bedeckt gehört in vielen muslimischen Ländern sowieso zum guten Ton – während des Ramadan wird hierauf noch strenger geachtet. Das Fastengebot gilt für Reisende natürlich nicht und Muslime tolerieren auch, dass diese tagsüber Essen und Trinken. Sie als Reisender sollten dabei aber so höflich sein, nicht unbedingt vor den hungrigen Augen der Fastenden in einen saftigen Apfel zu beißen.

Reisen im Ramadan in einem muslimischen Land sind eine besondere und einzigartige Erfahrung. Durch die tagsüber auf einmal menschenleeren Strassen von Casablanca in Marokko zu schlendern ist wirklich unvergleichlich. Besonders im Kontrast mit der emsigen Geschäftigkeit, die abends herrscht, wenn alle sich auf das Fastenbrechen vorbereiten oder der fröhlichen Stimmung beim mitternächtlichen Mahl in einem Restaurant oder dem Djemma el Fna, den berühmten Platz der Geschichtenerzähler in Marrakesch.
Besonders für spontane Reisende ist ein Wochenendtrip nach Marokko ein tolles Erlebnis. Kurze Flugzeiten, wunderschöne Unterkünfte und eine Stadt aus einer ganz neuen Perspektive erleben – das geht zum Beispiel im mystischen Marrakesch aber genauso in Essaouira, der Perle am Meer.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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