Staunen statt anstehen – entgehen Sie den Touristenfallen

Auf der ganzen Welt gibt es bekannte und beliebte Sehenswürdigkeiten. Wer in New York ist möchte zur Freiheitsstatue und wer Hamburg besucht möchte eine Stadtrundfahrt an der Elbe machen. Leider ist man in der Regel nicht der einzige, der das erleben will und so bilden sich oft lange Warteschlangen und es werden saftige Eintrittspreise verlangt. Wir stellen Ihnen spannende und wenig bekannte Alternativen zu den klassischen Sehenswürdigkeiten vor. Sparen Sie sich die Wartezeit (und oft auch viel Geld) und erleben sie etwas besonderes.

    • Hamburg – mit dem Linienbus entlang der Elbe

HamburgStadtrundfahren per Bus sind oft ein fragwürdiges Vergnügen. In möglichst kurzer Zeit sollen viele Sehenswürdigkeiten abgeklappert werden. Dazu leiert ein Busbegleiter Fakten herunter, die Sie auch in jedem Reiseführer leicht nachschlagen können. Zudem müssen Sie für die Fahrt 15 bis 18 € einplanen.

Die Alternative: Fahren Sie mit dem Linienbus 111! Eine Einfache Fahrkarte kostet nur 1,90 €. Suchen Sie sich im Bus einen Fensterplatz und freuen Sie sich auf Hafencity, Elbphilharmonie, die historische Speicherstadt, die Landungsbrücken, die Reeperbahn, das Rathaus Altona und Hamburgs berühmteste Kirche, den Michel. Falls Sie planen, Hamburg den ganzen Tag über zu erkunden empfehlen wir Ihnen, erstmal in Ruhe zu Frühstücken und dann ab 9 Uhr mit einer 9 Uhr-Tageskarte für 5,80 € unterwegs zu sein. Steigen Sie zum Beispiel bei den Landungsbrücken aus dem Bus aus und fahren Sie mit der U-Bahnlinie 3 bis zum Rödlingsmarkt. Die Bahn verkehrt auf der Strecke auf einer Hochbrücke und bietet einen tollen Blick auf das Elbufer. Das Ticket gilt übrigens auch für die Hafenfähren, mit denen Sie die Stadt vom Wasser aus erleben.

    • Mallorca – Höhlenwelt

Cuevas del Hams ©Dirk Vorderstraße
Bild – Höhlenwelt von Dirk-Vorderstraße CC BY

Nahe bei Porto Christo an der Ostküste von Mallorca liegen die Cuevas del Drach, die „Drachenhöhlen“. Auf 1.700 Metern Länge erstreckt sich hier ein verzweigtes System an Tropfsteinhöhlen unter der Insel. Zudem befindet sich hier der größte unterirdische See Europas. dies lockt täglich tausende von Touristen an, die stundenlang anstehen um anschließend im Pulk durch die Gänge geschleust zu werden. Fotografieren ist komplett verboten, die Preise sind knackig und die Möglichkeit, zusätzlich noch eine Runde über den See zu fahren wird auf einschlägigen Reiseportalen als „eine Enttäuschung“ bezeichnet.

Die Alternative: Besuchen Sie lieber die Cuevas del Hams. Diese liegen ebenfalls in der Nähe von Porto Christo, jedoch westlich davon. Die Hams Höhlen sind nicht weniger spektakulär als die Drachenhöhlen, aber eben weniger überlaufen. Auf einem Rundweg durchqueren Sie hier etwa ein Dutzend Höhlen. In einer werden zudem Stücke von Mozart gespielt und mit einer stimmungsvollen Lichtinstallation hinterlegt. Fotografieren (ohne Blitz und Stativ) ist erlaubt. Und wenn Sie sich den Discount Flyer von der Homepage der Höhlen (zu finden unter „Aktionen“) ausdrucken und mitbringen bekommen sie den Eintritt etwas günstiger.

Unser Tipp: Wenn möglich besuchen Sie die Höhlen am Wochenende. Dann ist in vielen Hotels „Bettenwechsel“ und die Reisebusse voller Touristen sind unterwegs zu den Flughäfen und nicht zu den Höhlen.

Hoteltipp: Cases de Son Barbassa. Das exklusive Boutique-Hotel verschmilzt den Charme einer Finca aus dem 16. Jahrhundert mit modernem Boutique-Flair.

    • Rio – Am Stau vorbei

sunset_ipanemaRio de Janeiro ist unbestritten eine der schönsten Städte der Welt und bietet zahlreiche tolle Attraktionen. Allerdings sind diese nicht immer leicht zu erreichen. Besonders der Autoverkehr in Rio ist die Hölle. Durch die verstopften Strasse sind auch die städtischen Busse und Taxis keine wirkliche Alternative zum Mietwagen.

Die Alternative: Erkunden Sie Rio mit dem Fahrrad! Im Zuge der Vorbereitungen zu den Olympischen Sommerspielen 2016 hat die Stadt unter anderem damit begonnen ein Netz aus Radwegen auszubauen. Dies führt vom Zentrum entlang der Strände Copacabana und Ipanema. Der städtische Fahrradverleih Bike Rio bietet 60 Leihstationen, die im Stadtgebiet verteilt sind und 600 Fahrräder. Diese können über eine App fürs Handy (Link auf der Homepage von Bike Rio) gebucht und per Kreditkarte bezahlt werden (etwa 1,60 € pro Tag).

Unser Tipp: Machen Sie Sonntags einen Ausflug auf der berühmten Strandpromenade Avenida Atlantico. Diese ist dann für den Autoverkehr komplett gesperrt.

Hoteltipp: Das Luxus-Hotel Copacabana Palace liegt direkt am weltberühmten Strand und ist der ideale Ausgangspunkt, um Rio nach Herzenslust zu erkunden.

    • Marokko – authentisch bleiben

Bab Boujeloud ULWer aus dem Urlaub ein Souvenir oder Geschenk mitbringt möchte natürlich am liebsten etwas ganz authentisches aus lokaler Herstellung kaufen und keine Massenware für Touristen. Dabei sollte man aber mit Bedacht vorgehen um nicht gelinkt zu werden. Gerade bei fliegenden Händlern am Straßenrand kann dies leider leicht geschehen. Auf Reiseportalen berichten Urlauber zum Beispiel von Honigtöpfen, die unter einen dünnen Schicht Honig mit Steinen gefüllt wurden. So wird aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell eine herbe Enttäuschung.

Die Alternative: Die Souks von Marokkos Königsstädten, wie zum Beispiel der in Fes sind durchaus sehr authentisch und keine Show für Touristen. Dort gehen auch Einheimische einkaufen und schon damit ergibt sich, dass Nepper und Bauernfänger hier wenig Chancen haben. Die goldene Regel auf dem Souk: Nehmen Sie sich Zeit, die Waren in Augenschein zu nehmen. Beim Honig dürfen Sie auch gern nach einer Kostprobe fragen. Das zeigt dem Händler Respekt und er wird Ihnen beim obligatorischen Handeln etwas mehr entgegenkommen. Oft können Sie die anfangs astronomisch hohen Preise um die Hälfte herunterhandeln und sowohl Sie als auch der Händler machen ein gutes Geschäft.

    • Florenz – die Uffizien einplanen

FlorenzWer italienische Hochkultur und die zahllosen Werke der großen Meister mit eigenen Augen erleben möchte, der muss nach Florenz fahren. Die schönste Stadt der Toskana lockt mit architektonischen und kulturellen Highlights. Eines ihrer beliebtesten Museen sind die Uffizien, die Heimat von Meisterwerken der italienischen Renaissance. Hier ist zum Beispiel das weltbekannt Gemälde „Die Geburt der Venus“ von Botticelli ausgestellt. Leider sind die Warteschlangen vor dem Museum ähnlich spektakulär wie die ausgestellten Gemälde. Und so schön das Stadtbild von Florenz auch ist, 2 Stunden auf dem selben Fleck zu stehen macht einfach keinen Spaß.

Die Alternative: Planen Sie ein bisschen und schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Kaufen Sie sich das Ticket für die Uffizien im Voraus über den offiziellen Online-Shop des Museums (Tag und Eintrittszeit müssen angegeben werden). Damit ersparen Sie sich das Anstehen an der Kasse und können in der frei gewordenen Zeit noch ganz entspannt einen Cappucino genießen.

Hoteltipp: Wohnen Sie in Florenz im Hotel Brunelleschi. Das Haus ist nicht umsonst nach dem berühmten Architekten benannt, denn es ist im historischen Gemäuer eine mittelalterlichen Kirche untergebracht und inkorporiert deren Bausubstanz kunstvoll in seine modernen Elemente. Das Hotel Brunelleschi liegt ganz zentral in Florenz, nahe des Doms und der Uffizien und verfügt sogar über ein eigenes Museum. Als Special können Sie das Hotel Brunelleschi in einem Erlebnispaket buchen, bei dem 2 Übernachtungen im Hotel mit einem italienischen Kochkurs und einer Führung durch die Accademia di Belle Arti, der Heimat von Michelangelos David, kombiniert sind.

    • München sportlich-aktiv entdecken

Sightjogging MünchenSightseeing muss nicht immer sitzend stattfinden. Jeder kann sich in einen Sightseeing-Bus setzen und sich von Attraktion zu Attraktion kutschieren lassen. Allerdings ist das oft nicht sonderlich spannend und hinterlässt wenig bleibende Eindrücke.

Die Alternative: Erweitern Sie Ihre Reisegarderobe um Ihre Laufschuhe und auf geht es zum Sightjogging! Dabei führt Sie ein ortskundiger Lauftrainer durch die Stadt. Einige Sehenswürdigkeiten sind sowieso in nur für Fußgänger zugänglichen Bereichen gelegen. Dazwischen geht es durch Parks und kleine Gässchen. Die Wahl der genauen Strecke und die Dauer des Laufs planen Sie gemeinsam mit dem Guide. Die Preise liegen zwischen 50 und 90 € pro Stunde, bei der Anmeldung von mehreren Personen wird es günstiger. SmartRunning und CityJogging sind beispielsweise zwei Anbieter für diesen Service.

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