Nationalparks, in denen die Wildnis noch wild ist

An was denken Sie beim Wort Wildnis? Unberührte Strände? in der Sonne glitzernde Flussläufe? Tiefe Wälder? Schier unendliche Ebenen? Und natürlich keine Menschenseele weit und breit – dafür aber verschiedenste Wildtiere? All das macht sicherlich wahre Wildnis aus. Aber wenn Sie die wirkliche Wildnis und wahrhaft unberührte Natur erleben wollen, dann ist vor allem eines wichtig: die Größe! Wir stellen Ihnen heute einige der größten Nationalparks der Erde vor. Ort, an denen Sie der Zivilisation wirklich entfliehen und endlose Kilometer weit einsam durch die Natur streifen können. Begleiten Sie uns auf eine Tour von den Savannen Afrikas bis zu einsamen Bergwiesen.

Nationalparks und andere Schutzgebiete

Neben Nationalparks umfasst unsere Liste auch andere Schutzgebiete, seien es Reservate oder Naturschutzgebiete. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Natur hier sich selbst überlassen bleibt und Sie die Landschaften in ihrer natürlich und ursprünglichen Schönheit entdecken können. Der rechtliche Status von Schutzgebieten und die Mittel zu deren Erhalt hängen natürlich immer vom Land ab, auf dessen Gebiet Sie liegen.
Die Natur kennt jedoch keine Grenzen und so kommt es, dass einige Schutzgebiete Ländergrenzen überschreiten. Hier sind besonders die so genannten Peace Parks zu nennen. Diese haben nicht nur das Ziel, die Natur zu bewahren, sondern auch die friedliche Kooperation der beteiligten Staaten zu fördern. Besonders in Afrika und Südamerika gibt es mehrere solcher Gebiete. Zudem gibt es eine Vielzahl von grenzüberschreitenden Naturschutzgebieten, die nicht den rechtlichen Status eines Peace Parks haben.
Die Natur profitiert auf viele Weisen von solchen Gebieten. So können große Tierherden, wie zum Beispiel Gnus, Zebras oder Elefanten sich frei in den Gebieten bewegen und ihren natürlichen, saisonalen Wanderrouten zu Wasserlöchern und Weidegründen folgen. Natürlich haben auch Reisende auf Safari diesen Vorteil, denn sie können ohne große Einreiseformalitäten den Wanderungen der Wildtiere folgen.

Die größten Naturschutzgiebete der Welt

Wir wollen nun einen Blick auf die größten und beeindruckendsten Naturschutzgebiete der Welt werfen. Dabei spielen neben Wäldern und Savannen natürlich besonders die Wüsten eine große Rolle – sie sind oft gigantisch und überraschen den Reisenden doch mit einer verblüffenden Vielfalt an Leben. Nicht weniger vielfältig sind marine Schutzgebiete, wobei sich hier das Leben unter Wasser abspielt.

    1. Central Kalahari Game Reserve

 
Central Kalahari Game ReserveWo: Botswana
Gegründet: 1961
Größe: 52.800 km²

Die Kalahari ist eine der bekanntesten Wüsten der Welt. Ihre flache Landschaft wird hauptsächlich durch Büsche, Gräser und vereinzelte Bäume sowie einige hohe Dünen geprägt. Besonders sind hier die versteinerten Flussläufe, die das Land durchziehen und das über 16.000 Jahre alte Deception Valley. Die Landschaft zeichnet sich durch ihre extrem hohe Biodiversität aus. Hyänen, Antilopen, Löwen und Raubvögel sind hier in großer Vielfalt zuhause.
Unser Tipp: Die endlosen Weiten der Kalahari können sie bei einer exklusiven Fly In-Safari in Botswana am besten kennen lernen. Tolle Safari-Erlebnisse in den Camps kombinieren Sie hier mit spektakulären Transferflügen, bei denen Sie der Landschaft von oben genießen.

 

  • Wrangell-St.-Elias-Nationalpark

 

 
Wrangell - St Elias National ParkWo: Alaska, USA
Gegründet: 1980
Größe: 53.321 km²

Der Wrangell-St-Elias-Nationalpark ist der größte Nationalpark der USA und gehört zusammen mit einigen angeschlossenen Naturschutzgebieten zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Park beherbergt 9 der 16 höchsten Berge der USA und zahlreiche Gletscher. Etwa 37.000 km² seiner Fläche sind als „Wilderness Area“ ausgewiesen, was die strengste Naturschutzklasse der USA darstellt. Wölfe, Bergziegen, Elche, Karibus sowie Braun- und Schwarzbären leben hier ganz unbehelligt. Auch der Puma soll hier heimisch sein. In den Küstengewässern fühlen sich Wale und Seehunde wohl.
Unser Tipp: Der Park ist ein Paradies für robuste Outdoorfans. Mit einem Air-Taxi können Sie sich mitten in der Wildnis absetzen lassen und dort herrlich Campen, Wandern, Skifahren und Kanutouren unternehmen.

 

  • Namib Naukluft Park

 

 
NAMIBWo: Namibia
Gegründet: 1907
Größe: 59.768 km²

Die feuerroten Dünen des Parks sind weltbekannt. Die Namib-Wüste ist eine der ältesten und größten Wüsten der Erde und doch Heimat einer bunten Vielfalt des Lebens. 2009 proklamierte Namibia, dass der Namib Naukluft Park mit dem Nationalpark Skelettküste und weiteren Gebiete zusammengelegt werden soll. Der so gebildete Namib-Skelettküste-Nationalpark wird dann mit einer Fläche von 107.540 km² einer der größten der Welt sein. Die Vielfalt der Tiere hier reicht von zahlreichen Antilopenarten über Paviana und Wildkatzen bis zum seltenen Aardwolf.

 

  • Aïr und Ténéré Naturreservat

 

 
Aïr und Ténéré NaturreservatWo: Niger
Gegründet: 1988
Größe: 77.360 km²

Das größte Schutzgebiet Afrikas ist seit 1991 UNESCO Weltnaturerbe. Auch wenn es hier eine große Vielfalt an Wüstenbewohnern zu sehen gibt ist das Reservat doch am meisten für seine bedrohten Bewohner wie die seltene Mendesantilope oder das Mähnenschaf bekannt. Zudem leben hier kleine Raubtiere wie Goldschakale und Sandkatzen, aber auch Vögel, wie das Kronenflughuhn und der Uhu. Menschliche Bewohner des Reservats sind ca. 5.000 Leute vom Stamm der Twareg, die hier wie ihre Vorfahren seit tausenden von Jahren als Nomaden mit ihren Kamel- und Ziegenherden leben.

 

  • Great Limpopo Transfrontier Park

 

 
great limpopoWo: Mosambik, Südafrika, Simbabwe
Gegründet: 2002
Größe: 99.800 km²

Great Limpopo ist ein Peace Park, an dem drei Länder beteiligt sind. Er umfasst einen der berühmtesten Nationalparks der Welt, den Kruger Nationalpark und ist unter anderem Heimat der „Big 5 Afrikas“: Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel. Hier erwarten den Besucher ganz ursprüngliche Safarierlebnisse. Zudem haben sich viele der hier ansässigen Safari-Camps den Prinzipiel der ökologischen Nachhaltigkeit und sozialen Fairness gegenüber ihren Angestellten verpflichtet.
Unser Tipp: Entdecken Sie Great Limpopo bei einer spannenden Safari in einem nachhaltigen Luxus-Camp wie der Motswari Game Lodge.

 

  • Galápagos Marine Reserve

 

 
GalapagosWo: Ecuador
Gegründet: 1986
Größe: 133.000 km²

Auf den Galápagos Insel machte Charles Darwin Entdeckungen, die ihn zur Entwicklung der Evolutionstheorie führten. Die Vielfalt der Tierarten variiert hier von Insel zu Insel ganz enorm. Besonders Vögel, Amphibien und Reptilien – allen voran 11 Arten von Riesenlandschildkröten sind auf den Inseln zuhause. In den sie umgebenden Gewässern tummelt sich eine einzigartige Mischung mariner Arten, die von Fischen über Haie bis zu Rochen reicht. Ein modernes Naturschutzkonzept mit besonderem Besucher-Management trägt dazu bei, die Ursprünglichkeit der Insel zu bewahren.
Unser Tipp: Erkunden Sie die Vielfalt der Galápagos Insel bei einer Katamaran-Kreuzfahrt. Modern und luxuriös reisen Sie von Insel zu Insel und unternehmen zahlreiche Ausflüge zu Land, auf und im Wasser.

 

  • Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area

 

 
Kavango-ZambeziWo: Angola, Botswana, Namibia, Sambia, Simbabwe
Gegründet: 2011
Größe: 287.132 km²

Das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Erde erstreckt sich über die Grenzen von 5 Ländern. Es wurde hauptsächlich eingerichtet, um den Elefanten im Süden Afrikas ihre natürlichen Wanderungen zu erlauben. Kavango Zambezi ist ein Peace Park und erlaubt damit auch Besuchern die unkomplizierte Bewegung durch das gesamte Gebiet. 17 Nationalparks und Reservate wurden zu diesem gigantischen Peace Park zusammengeführt.
Unser Tipp: Besuchen Sie einige der schönsten Ecken von Kavango-Zambezi, wie zum Beispiel den Chobe Nationalpark oder den Victoria Falls Nationalpark bei einer nachhaltigen Luxus-Safari.

 

  • Great Barrier Reef Marine Park

 

 
Great Barrier ReefWo: Australien
Gegründet: 1975
Größe: 347.800 km²

Das Große Barriereriff ist sicherlich das bekannteste Riff der Welt und steht wie kein anderes Symbol für die Verletzlichkeit der Natur. Die Erwärmung und Verschmutzung der Meere haben dem Riff in den letzten Jahren deutlich zugesetzt. Es erstreckt sich auf einer Länge von sage und schreibe 2.300 km entlang der Küste des australischen Bundesstaates Queensland und ist die größte lebendige Struktur der Welt. Etwa 3.000 Einzelriffe und knapp 1.000 Inseln sind die Heimat von 1.500 Fischarten und 4.000 Arten von Wirbellosen. Das Riff ist damit nicht nur hochinteressant für Wissenschaftler, die hier die fragilen Zusammenhänge des Ökosystems untersuchen, sondern auch ein Schlaraffenland für Taucher und Schnorchler.

 

  • Papahānaumokuākea Marine National Monument

 

 
Clouds of reef fish and corals, French frigate shoals, NWHIWo: Hawaii, USA
Gegründet: 2006
Größe: 362.000 km²

Das zweitgrößte Meeresschutzgebiet der Erde besitzt ungefähr die Fläche Deutschlands und ist seit 2010 UNESCO Welterbe. Es war das erste Welterbe mit gemischtem Status als Kultur- und Natur-Welterbe. Die Ureinwohner Hawaiis pflegen seit langer Zeit eine intensive Beziehung zum Meer, welche ihre Kultur stark geprägt hat. Auf Inselchen, an Riffen und im Meer tummeln sich hier 7.000 Arten, die teilweise nur hier heimisch sind. Zu ihnen zählen unter anderem die Grüne Meeresschildkröte, die Hawaii-Mönchsrobbe und der Graue Riffhai. Man schätzt, dass 14 Millionen Seevögel hier ihre Fischgründe haben und Nester bauen.
Unser Tipp: Entdecken Sie die Vielfalt der Kultur und Natur Hawaiis bei einer Rundreise über 4 der wunderschönen Inseln des Bundesstaates.

 

  • Phoenix Islands Protected Area

 

 
Phoenix IslandsWo: Kiribati
Gegründet: 2008
Größe: 408.250 km²

Das Schutzgebiet, das im Pazifik zwischen Australien und Hawaii liegt, ist ungefähr so groß wie Kalifornien – allerdings macht seine Landmasse nur etwa 25 km² aus. Der Rest des Schutzgebiets liegt unter Wasser. Phoenix Islands war das erste Tiefseeschutzgebiet der Welt. Bis zu 4.000 m unter dem Meeresspiegel formen zahlreiche Unterseevulkane eine vielfältige Landschaft mit unterschiedlichsten Lebensräumen, die von Atollen über Riffinseln bis zur Tiefsee und dem offenen Ozean reichen. Neben Hunderten Arten von Korallen und Fischen ist Phoenix Islands hauptsächlich als Refugium für 19 einheimische Vogelarten bekannt. Zudem machen hier zahllose Vögel auf ihrer Wanderung über den Pazifik Zwischenstation.

 

  • Chagos Marine Protected Area

 

 
Chagos Marine Protected AreaWo: Indischer Ozean, Britisches Überseegebiet
Gegründet: 2010
Größe: 640.000 km²

Dieses marine Schutzgebiet, das etwa doppelt so groß wie Großbritannien ist, umfasst das größte Korallenatoll der Erde und eines der unberührtesten Riffe der Welt. Eine großzügige Spende des Schweizer Millionärs Ernesto Bertarelli stellt sicher, dass bis 2015 Mittel zur Verfügung stehen, um die strengen Schutzrichtlinien des Reservats zu erfüllen. Auf und an den 55 teilweise winzigen Inseln des Chagos Archipel finden sich 20 Arten von Korallen, ca. 800 Fischarten, verschiedene Schildkröten und die größte landlebende Krabbe der Welt, der Palmendieb.

 

  • Northeast Greenland National Park

 

 
Northeast-Greenland-National-parkWo: Grönland
Gegründet: 1974
Größe: 927.000 km²

Als Dänemark sich entschied, in seinem damaligen Protektorat Grönland ein Schutzgebiet einzurichten, wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Der einzige Nationalpark Grönlands ist gigantisch! Nur 30 Länder auf der Erde haben eine größere Fläche. Moschusochsen, Eisbären, Walrösser, Polarfüchse und Schneeeulen leben hier völlig unbeeinträchtigt von menschlicher Zivilisation. Allerdings ist die Gegend auch nur für wahre Naturfreunde einladend. 4 Monate des Jahres herrscht hier die Polarnacht und selbst im Sommer wird es kaum wärmer als 4° C.

Herzlichst, Ihr itravel-Team

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