Land unter – wo der Reis Italiens Felder flutet

Hätten Sie gewusst, dass über 50 % der europäischen Reisproduktion im Norden Italiens angebaut wird? Nein? Dann sind Sie nicht alleine. Denn nur die wenigsten wissen, dass der Reisanbau in Italien eine lange Tradition hat.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits seit dem 15. Jahrhundert in der Ebene des Flusses Po das besondere Korn angebaut wird. Wie der Reis allerdings seinen weiten Weg von Asien bis nach Europa fand – sei es über die Kreuzritter oder über die Araber auf Sizilien – ist unbekannt.

Angebaut wird das Korn lediglich in der Lombardei und Piemont, wo die klimatischen Bedingen geradezu perfekt sind. Die überfluteten Felder gleichen in der Hochsaison (ab April) einem Wattenmeer, und der fruchtbare Boden lässt den Reis besonders gut wachsen. Geflutet werden die Felder durch zahlreiche Wasserkanäle, die sich von der Fluss-Ebene durch das gesamte Gebiet schlängeln.

Bis in die 1960er Jahre wurde der Reis mit Hilfe von Saisonarbeiterinnen geerntet: Vier Monate lang hegten und pflegten die sog. „Mondine“ die Felder und wateten durch die nassen Reisterassen.
Ihre Blütezeit hat die Zunft der Mondinen bereits hinter sich, denn seit über 50 Jahren haben Maschinen ihre Arbeit übernommen.
Auf den Höfen lebten und arbeiten zu Hochzeiten über 600 Menschen. Ein eigenes Dorfleben entstand: Schulen, Kirchen und sogar Friedhöfe wurden in der Nähe des Hofs errichtet. Heute hingegen herrscht gähnende Leere auf den Höfen.
Verewigt wurde das Leben der Reisbauern bereits 1949 in dem Film „Riso Amaro“ (Bitterer Reis), der den Alltag auf den Reisfeldern und die harte Arbeit der Mondinen realistisch auffing.

Sortenvielfalt

Die Sortenvielfalt ist reich: der Klassiker Baslilla, der 400 Jahre lang die einzige Sorte war und Nostrale genannt wurde, Arborio, Baldo und Carnaroli.  Auch preislich sind sie äußerst unterschiedlich. Carnaroli gilt als die teuerste Risotto-Sorte und die qualitativ hochwertigste. Allerdings muss das jeder selber entscheiden, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Reisfeld in Nord-Italien (gef. bei Flickr.com)

Die italienische Küche erfreut sich großer Beliebtheit weltweit. Da wir selber große Risotto-Fans sind, haben wir Ihnen hier unser Lieblingsrezept aufgelistet.

Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

Risotto-Rezept (für 4 Personen)

Zutaten

300 g Reis (ganz welche Sorte, doch es sollte ein Risotto-Reis sein)
1 Schalotte
1,5 l Hühnerbrühe (alternativ auch nur Gemüsebrühe, aber keine Instant)
40 g Butter
100 ml Weißwein
1 EL Safranfäden (muss aber nicht sein)
50 g Butter
75 g Parmesan
Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Brühe wird warmgehalten, während man die Schalotte mit der Butter 5 Minuten anbrät. Achtung: Die Schalotte darf dabei nicht braun werden.

Dann kommt der Reis hinzu: Er muss so oft gewendet werden, bis er komplett mit Butter benetzt ist. Danach wird die Temperatur leicht erhöht und der Wein wird hinzugegeben. Eventuell wird noch der Safran hinzugegeben.

Im Anschluss daran wird die Brühe kellenweise in die Pfanne gegeben. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen und es muss darauf geachtet werden, dass der Reis permanent umgerührt wird und nicht am Boden fest kocht. Man sollte gegen Ende etwas sparsamer mit der Brühe umgehen, denn sonst könnte das Risotto zu flüssig werden. Danach wird die Hitze reduziert und der Reis muss für eine Minute stehen.

Jetzt muss der Reis nur noch mit der Butter und dem Parmesan vermengt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden.

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