Tanz auf dem Vulkan – Auf den Spuren des Stromboli

Ein Besuch auf dem aktivsten Vulkan Europas

Ohne Ankündigung und wie aus dem Nichts heraus, passiert es: Ein Grollen fegt über die Insel, die Erde beginnt zu zittern, der eigene Körper für kurze Augenblicke auch. Und dann ist es auch wieder vorbei. „War es das?“ fragen sich die Neuankömmlinge am kleinen Hafen von Stromboli-Stadt. Die Bewohner zeigen sich indes unbeeindruckt, leben sie doch auf engstem Raum mit einem aktiven Vulkan. Mit „Das“ ist der eigentliche Namensgeber des nur 12 Quadratkilometer großen Eilands nördlich von Sizilien gemeint, der Vulkan Stromboli.

Natürlicher Leuchtturm

Schon in der Antike orientierten sich Seefahrer am Leuchtkegel des Stromboli und die Feuersäule diente mit seinen 924 m hohen Vulkans als natürlicher Leuchtturm. Seit ca. 300 v. Chr, ist die „strombolanische Tätigkeit“ ungebrochen. Den letzten größeren Ausbruch gab es im Jahr 1930. Damals begann das Meer im Umkreis von 20 Meter zu kochen an und setzte Häuser und Boote in Brand.
Zugegeben es sieht es ja schon bedrohlich aus, wie der große Stromboli die Lavafetzen und die Asche ausspuckt. Und das im Stunden- oder oft sogar im Minutentakt.

Die meisten Besucher auf Stromboli wollen das Schauspiel von ganz nah bewundern und wagen den Aufstieg nach oben. Die Daueraktivität macht einen besonderen Reiz aus.

Die Bezwingung des Stromboli kann zwischen drei und vier Stunden dauern und ist alles andere als ein leichter Spaziergang. Die Mühe wird aber belohnt: Die Aussicht über das azurblaue Meer und die umliegenden Inseln ist einzigartig. Da vergisst man auch schnell den beißenden Geruch nach Schwefel und die Hitze in den Wanderschuhen der letzten Stunden.
Aber auch eine Bootstour am Abend entlang der Küste lohnt sich: In der Dämmerung ist der feuerspuckende Riese deutlich erkennbar und die „Sciara del Fuoco“, eine etwa ein Kilometer breite Rinne. Der „Weg des Feuers“ befördert die Lava aus dem Vulkan Richtung Meer. Ein unvergessliches Naturschauspiel und ein Muss für jeden Lipari-Reisenden.

Die Insel ist Teil der Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer und weitesgehend vom Massentourismus verschont geblieben. Meist urlauben Reisegäste auf der Hauptinsel Lipari und machen einen Tagesausflug nach Stromboli-Stadt, die mit ihren knapp 480 Einwohnern alles andere als dicht besiedelt ist. Jenseits des Vulkantourismus geht es träge zu, wie eben einer typisch süditalienischen Kleinstadt: Unterhaltungen finden am Fenster oder auf einer Bank im Schatten statt, es wird Cappuccino in kleinen Bars und Restaurants getrunken und erst am Abend erblüht die Stadt zum Leben, wenn alle Bewohner und Touristen flanieren gehen.

Auf den Liparen ist allgemein das ursprüngliche süditalienische Flair noch gut erhalten geblieben. In unserer Bildergalerie finden Sie einige Impressionen:

Sollten Sie nun auch Lust haben dem Stromboli ganz nah zu kommen, schauen Sie sich doch einfach unsere Reiseangebote zu den Liparischen Inseln an.

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