Trinidad & Tobago: 2 Inseln, 1 Land

In unserer Serie über die Karibik, haben wir Sie bereits nach Jamaika und nach Curacao mitgenommen. Heute geht es in den südlichsten Zipfel der Karibik zu zwei Inseln, die noch nicht so bekannt sind, aber nicht minder karibisch.

Trinidad und Tobago ist zwar ein Land, doch unterschiedlicher könnten die Schwesterninseln in der Karibik kaum sein

Fast wäre Captain Jack Sparrow hier an Land gegangen um mit seiner „Black Pearl“ die Karibik unsicher zu machen. Aber eben nur fast. Gut so, denn so bleibt Trinidad und Tobago noch etwas länger ein Geheimtipp in der Karibik.

Die Abfuhr der Filmcrew tut den beiden Schwesterinseln keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Es kommt einem so vor, als ob man ein Teil des Paradieses ganz für sich allein hat. Voll werden die Strände auf beiden Inseln nur am Wochenende. Unter der Woche ist man so gut wie allein und hat ganze Strandabschnitte für sich.

Tobago, die kleinste der Schwesterninseln und mit der geringeren Bevölkerung, ist genauso wie man sich die Karibik vorstellt: weißer Sand, smaragdgrüne Palmen und Sonne satt.
Es gibt keine größeren Städte und die Landwirtschaft ist der tragende Wirtschaftsfaktor. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist hier genau richtig.

Aber auch Naturfreunde kommen voll auf ihre Kosten: Das Buccoo Reef ist eines der bekanntesten Korallenriffe der südlichen Antillen und das Aushängeschild der nur knapp 41 km langen Insel.
Das Riff selber ist über 26 Fußballfelder groß und steht seit 1973 unter Naturschutz. Gerade bei Schnorchlern und Tauchern ist das Gebiet aufgrund seiner enormen Farbenvielfalt extrem beliebt.
Beim Strand Pigeon Point, dem wohl schönsten Strand der Insel, geht man auf ein Glassboot und kann den bunten Papageien- und Engelsfischen beim Schwimmen zusehen, während das Boot durch das türkisblaue Wasser gleitet.

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Genüsslich auf dem Sonnendeck liegen und der Soca-Musik, die Partymusik der englischsprachigen Antillen, zu lauschen, am Besten mit einem Rumpunsch in der Hand– so stellt sich jeder den typischen Karibik-Urlaub vor. Und genauso ist es, wenn man einen Tagesausflug zum Buccoo Reef und zum Nylon Pool macht.
Der Nylon Pool ist eine kalkweiße Sandinsel mitten im türkisen Meer und verdankt seinen Namen einem Besuch von Prinzessin Margaret im Jahre 1962. Sie taufte die Stelle Nylon Pool, weil sie die Farbe des Wassers an Nylonstrümpfe erinnerte.
Es ist ein unglaubliches Gefühl mitten im Meer aus dem Boot zu klettern und das Wasser ist meist nur hüfthoch.
Eine Legende besagt, dass jeder, der im Nylon Pool badet, sich danach um 10 Jahre jünger fühlt. Wenn sich Paare dort unter Wasser küssen, soll die Ehe lang und glücklich werden.
Ob dies stimmt, wird sich danach zeigen. Auf alle Fälle fühlt man sich nach einem Bad entspannt und relaxt.

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 Sunday School mal anders

Auf Tobago wird sonntags traditionell in die Schule gegangen: Unter „Sunday School“ verstehen die Menschen weniger das Lesen von Büchern, sondern vielmehr Live-Musik, Party und Tanzen. Von 19 Uhr bis 23 Uhr dröhnen die Bässe der Steel Pan-Bands durch den Abend. Später legen DJ’s auf und der Rumpunsch fließt in Strömen. Ruhiger Sonntag sieht in der Karibik anders aus. Genauso wie das Tanzen: Auf Tobago gibt es das „Wining“, ein anmutender, erotischer Tanz zwischen Männern und Frauen. Auf den Europäer wirkt dieser Tanz zunächst ein wenig befremdlich.
Diese Sonntage sind mit den europäischen einfach nicht vergleichbar.

 Die große Schwester Trinidad

Trinidad ist im Gegensatz zu Tobago lauter, voller und industrieller.
Der Flug in die Hauptstadt Port of Spain dauert nur knapp 30 Minuten. Von früh morgens bis spät in die Nacht fliegen Flugzeuge zwischen den beiden Inseln hin und her- ideal für ein Inselhopping.

Port of Spain ist mit seinen knapp über 51.000 Einwohnern das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier finden sich zahlreiche Restaurants, Nachtclubs und Shoppingmöglichkeiten wieder. Dort befindet sich auch der wichtigste Hafen des Landes.

Was sofort ins Auge sticht sind die unzähligen Food Stands, die am Straßenrand und auf den Gehwegen zu finden sind. Geht man zu Fuß durch die Straßen, wehen einem diverse Gerüche in der Nase und man weiß gar nicht, was man zuerst probieren sollte.
Unbedingt sollte man Doubles, das Frühstück auf Trinidad, probieren. Auf zwei kleinen, frittierten Fladenbroten wird ein Curry aus Kichererbsen gegeben und mit verschiedenen Chutneys belegt. Ungewöhnlich zwar am frühen morgen, aber dafür sehr lecker.
Mittags essen die meisten das Nationalgericht Shark and Bake: Ein Sandwich mit panierten Haifischfleisch und Salat.
Dann folgt am Abend Callaloo mit Hühnchen, ein reichhaltiger karibischer Eintopf. Auf Diät kann man woanders sein.

Doubles
Doubles
Shark and Bake
Shark and Bake

Nach dem Shopping und dem Schlendern durch den Queens Savannah Park, dem weitläufigsten Park von Port of Spain und gleichzeitig dem größten Kreisverkehr der Welt, ist das Lauschen einer typischen Steel Pan-Band Pflicht. Die Steel Pan ist eine traditionelle Trommel und wird aus einem Feinblech in Form von Ölfässern, in das verschiedene Tonfelder eingearbeitet werden, um verschiedene Höhen zu erzeugen. Mit Schlagzeugstöcken werden dann die Töne gemacht. Während des berühmten Karnevals auf den Schwesterninseln sind die Trommeln die Stimmungsmacher. Die Energie der Band ist einfach unbeschreiblich und kaum einer bleibt auf seinem Stuhl sitzen.

Steel Pan Band beim Karneval
Steel Pan Band beim Karneval
Schillernde Kostüme
Schillernde Kostüme
Steel Pan Gruppe in Port of Spain
Steel Pan Gruppe in Port of Spain

Landschaftlich hat die größte der beiden Inseln auch einiges zu bieten: Die Caroni Sümpfe sind die Heimat der seltenen Roten Ibisse. Jeden Abend bei Sonnenuntergang fliegen Schwärme durch die Mangrovenlandschaft zu ihrem Übernachtungsplatz auf einer Mangroveninsel. Die scharlachrote Farbe der Federn leuchtet zwischen den Ästen und sticht sofort ins Auge. Ein wunderschönes Farbspiel!

Alles in allem haben sowohl Trinidad als auch Tobago alles, worauf es in einem Karibikurlaub ankommt: traumhafte Strände, türkisblaues Wasser, vielfältige Flora und Fauna sowie ein Lebensgefühl, dass seines Gleichen sucht.

 

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