Sharkdiving in Südafrika

Wir alle kennen den Film „Der weiße Hai“. Und wir alle haben uns vor der großen Schwanzflosse, die plötzlich im Wasser auftauchte, gefürchtet. Ähnlich erging es auch unserem Kollegen Michael. Doch dieser hat sich seiner Angst gestellt und ist mit den faszinierenden Meeresbewohnern während seiner Reise nach Südafrika getaucht. Auf unserem Blog erzählt er von dieser spannenden Zusammenkunft:

 

Von Kapstadt nach Gaansbai

Hermanus. Regen. 16 Grad. Es ist zudem stürmisch. Als ich in Hermanus ankam, hatte ich die Gewissheit. Alle Touren, die aufs Meer hinausgehen, finden an diesem Tag in der Walker Bay nicht statt.
Ich war enttäuscht – schließlich hatte ich jedem daheim von meinem bevorstehenden Abenteuer erzählt. Ich hatte mir sogar eine Taucherbrille mit integrierter Digitalkamera gekauft.
Ich entschloss mich, das Abenteuer dennoch anzugehen. Die gleichen Touren werden auch von Kapstadt aus angeboten. Und:  Gesagt, getan.

Als ich vier Tage später in Kapstadt um 5 Uhr morgens in den Minivan stieg, der mich wieder zurück an die Walker Bay brachte, wusste ich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das Wetter war prima und schon auf der Fahrt nach Gaansbai lernt man viele interessante Leute kennen.

Mit dem Schiff hinaus aufs Meer

Gegen neun Uhr wird Gaansbai erreicht. Es geht zuerst in den Briefing-Raum, wo uns ein köstliches Frühstück erwartete. Nach einer Stunde Theorie bestiegen wir das kleine Schiff mit Käfig hintendrauf – die Fahrt sollte nur ca. 15 Minuten dauern.

In blaue Tonnen haben wir auch Haiköder in Form von Thunfisch und Thunfischköpfen mitgenommen, was wohl der Grund dafür ist, das wir auf unserem Weg von einer Vielzahl von Möwen verfolgt wurden. Die Menge de Köder ist übrigens staatlich reglementiert, ganz zum Schutz der anliegenden Badestrände.

Nach einer Viertelstunde Fahrt hatten wir unseren Ankerplatz erreicht und es wurde mit der Anfütterung begonnen. Ganze Thunfischbrocken wurden ins Wasser geworfen,
Fischblut ins Meer geschüttet. Man sagte uns, dass wir jetzt nur noch warten können – erfahrungsgemäß kann es 5–60 Minuten dauern, ehe sich der erste, große Weiße blicken lässt.

Hai_Michael

Der weiße Hai

Nach 45 Minuten angespannte Wartens war es dann so weit. Er war da. Ein weißer Hai, ca. 3 Meter lang. Er schwamm neugierig um den Köder herum, ehe er ihn sich packte und einen
neuen Angriff startete. Schnell wurde der Käfig zu Wasser gelassen und die erste Gruppe wurde ins Wasser gelassen.

Nach etwa 30 Minuten war ich an der Reihe und stieg in den etwa 17 Grad kalten Atlantik. Leider hatte ich einen Neoprenanzug voller Löcher erwischt.
In der Tat hatte ich vielmehr Angst vor dem viel zu kaltem Wasser als vor irgendwelchen Haien – zur Verwunderung meiner Mitreisenden, die definitiv gegenteiliges berichteten. Aber deren Anzüge waren ja auch heile.

Im Käfig selber ist es eng und unkomfortabel. Unkomfortabel vor allem deswegen, da man sich mit dem Kopf ständig über Wasser befindet.
Im Briefing wurde uns verboten, unsere Gliedmaßen aus dem Käfig heraus zu stecken. Das Abstellen der Füße auf dem Gitter war somit theoretisch verboten –
doch schon nach 3 Minuten standen wir alle auf dem Gitter und boten den Haien einen möglichen, kleinen Fersensnack an.

Begegnungen der unheimlichen Art

Immer wenn vom Boot aus eine laute Stimme ertönte, tauchten wir unter Wasser. Es war also ein Hai im Anflug auf den Köder. Obwohl die Sicht nur wenige Meter betrug, gelangen doch spektakuläre
Unterwasseraufnahmen von den Haien. Diese greifen den Köder immer von unten an, weshalb die Stimme oft sehr plötzlich ertönte. Nachdem sie merkten, dass es sich beim Köder „nur“ um einen festgebundenen Thunfischkopf handelte, ließen sie schnell davon ab und schwammen von Neugierde getrieben weiter auf den Käfig zu. Das sind dann wohl diese „Auge in Auge mit der Bestie“ Momente.

Nach dem Haitauchen

Nach dem Haiabenteuer gibt es auch noch eine Nachbereitung, wo die gesichteten Haie vorgestellt wurden. Bei unserem größten Exemplar handelte es sich um einen „nur“ 3,5 Meter
langen weißen Hai. Ziemlich klein also, wenn man bedenkt, dass die größten dieser Art bis zu 6,3 Meter lang werden können.
Wenig später ging es wieder zurück Richtung Kapstadt. Jedoch nicht, ohne ein paar weitere Stopps einzulegen, um die berühmten Wale der
„whale coast“ vom Festland aus zu beobachten.
Das „shark diving“ ist wirklich ein einmaliges Erlebnis und aufregendes Abenteuer, welches ich jederzeit wiederholen würde.

 

Wenn Sie nun auch die Lust gepackt hat, mit Haien tauchen zu gehen, dann sprechen Sie uns einfach an!

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