Karneval, Maslenitsa, Mardi Gras – Was dahinter steckt…

Wenn in Köln, Düsseldorf und Mainz diese Tage wieder „Alaaf“ und „Helau“ gerufen wird, so wissen die wenigsten, was sie da eigentlich ganz genau feiern. Karneval bedeutet auch hier in Kölle so viel mehr als „nur“ Strüssjer, Bützje oder Kamelle und geht auf verschiedene jahrhundertealte Bräuche und Traditionen zurück.


 

Der Narr taucht bereits in der Bibel auf

Die älteste dieser Traditionen hängt mit auf dem römischen Saturnalien-Fest zusammen, in dessen Zentrum der Gedanke der Gleichstellung stand. Sklaven und Herren tauschten für kurze Zeit ihre Rollen, feierten und tanzten gemeinsam. Den damaligen Brauch sich gegenseitig mit kleinen Rosen und Rosenblättern zu überschütten, führen wir heute über das Werfen von buntem Konfetti fort. Auch die Büttenrede, in der “normale Bürger“ ihrem Ärger über Politik, Kirche oder die Bewohner des Nachbarortes Luft machen, trägt den Grundgedanken der Saturnalien und hat somit ihren Ursprung im alten römischen Reich. Ab dem Mittelalter läutete das Karnevalsfest auch eine Zeit der Enthaltsamkeit und Besinnung auf den Glauben ein. Das lateinische „carne vale“ bedeutet so viel wie „dem Fleisch leb wohl sagen“. Mit Völlerei und Maßlosigkeit bereitete man sich in den Festtagen auf die anschließende Fastenzeit bis zum Karsamstag vor.
In manchen Teilen Deutschlands feiert man bis heute ein wenig anders und vertreibt mit Rasseln, Trommeln und Schellen die Dämonen der dunklen Jahreszeit. Hierbei handelt es sich um ein ausgelassenes, buntes, aber auch gruseliges Treiben, das seinen Urspung in keltischen Riten hat. Schaurige Hexen- und Geistermasken werden aufwendig verziert um mit ihrer Hilfe den Schnee zu tauen und die Felder der Bauern aus dem Winterschlaf zu wecken.

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Karneval feiert man überall auf der Welt

Karneval wird nicht nur in Deutschland von Ort zu Ort ein wenig unterschiedlich gefeiert – global betrachtet ist die Anzahl der Karnevals-Bräuche noch um einiges höher. Der großartige Carnival de Rio mit seiner lebensfrohen Samba-Parade beispielsweise, auf der sich die größten Tanzschulen der Stadt in farbenprächtigen Kostümen miteinander messen. Der Umzug ist wie ein Turnier organisiert, dessen Gewinner eine hohe Geldprämie aber wichtiger noch Ruhm und Anerkennung erwarten.
Der Karneval in Venedig gestaltet sich im Vergleich ein ganzes Stück ruhiger und zurückhaltender. Mit den historischen Kostümen, die aufwendige Masken mit pompösen Gewändern kombinieren, gleicht er einem geheimnisvollen Maskenball, der in allen Gassen der Lagunenstadt stattfindet. USA-Reisenden wird auch der Mardi Gras in New Orleans bekannt sein. Am „fetten Dienstag“ werden während aufwendiger Paraden Perlenketten und Münzen von geschmückten Wagen in die Menge geworfen und der „King Cake“ verzehrt. In Russland heißt der Karneval Maslenitsa – Butterwoche. Sieben Tage lang werden auf Jahrmärkten die sogenannten Blinis, kleine Pfannkuchen als Symbol für die Sonne verkauft. Dazu kommen Wodka, Kaviar und sportliche Wettkämpfe. Ähnlich der Nubbelverbrennung hier in Köln wird auch in Russland symbolisch eine Puppe angezündet. Da diese den Winter verkörpert, soll mit ihrer Brandbestattung der Frühling willkommen geheißen werden.

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Finnland rodelt, Trinidad malt und Italien schmeißt Orangen

An „Laskiainen“ – Faschingsdienstag – wird in Finnland traditionell gerodelt. Das Schlittenfahren soll für eine reiche Ernte sorgen.
Der Karneval in Trinidad und Tobago bedeutet pure Energie und rhythmische Bewegung in allen Straßen. Den Takt dazu gibt das elektrisierende Nationalinstrument des Landes an. Die „Steel Pan“, die Töne in sechs Oktaven liefert, gilt anerkanntermaßen als hochmusikalisch. Am Rosenmontag findet das Fest dann seinen Höhepunkt, als Besonderheit bemalt man sich gegenseitig mit Schokolade. Symbolisch werden mit dieser schönen Tradition die Unterschiede zwischen Arm und Reich verwischt. Im italienischen Ivrea zuletzt, feiert man wohl am speziellsten. Hier verkleiden sich die Bewohner der Stadt als Ritter und bewerfen sich im Rahmen einer großen Schlacht mit Orangen. Wie schön, dass nicht nur wir so viel Spaß am Karneval haben!5517163718_ed89673f21_o

 


Lust das Fest einmal auf eine neue und spannende Art an einem ganz besonderen Ort zu feiern? Wir machen es möglich!

 

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