Mehr als Meer: Wandern auf Sizilien

Kathrin aka „Fräulein Draußen“ verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit Wanderschuhen an den Füßen. Obwohl sie eigentlich Reiseziele mit hoher Anzahl an Schlechtwetterfronten wie Skandinavien oder Schottland bevorzugt, hat das sommerlich-sonnige Sizilien sofort einen Platz in ihrem Wandersfrauenherz erobert. Was die Insel südlich von Italien für Wanderer so großartig macht und worauf man dabei achten muss, das erzählt sie uns jetzt. Viele weitere Geschichten von Draußen und Tipps rund um Wandern und Reisen gibt es auf www.fraeulein-draussen.de


Meer und Berge. Berge und Meer. Gibt es eigentlich etwas Schöneres als Berge, von denen aus man das Meer sehen kann? Die Antwort lautet natürlich: Nein! Und (nicht nur, aber vor allem auch) deshalb ist Wandern auf Sizilien so toll.

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Die Abwechslung macht’s

Nicht nur die Berge und das Meer bieten die perfekte Kulisse für die allerschönsten der schönen Wanderungen. Sizilien fährt so ziemlich alles auf, was man sich als Wanderer nur wünschen kann: felsige Gebirgsregionen, feine Sandbuchten, weite Graslandschaften mit (fast) allem, was Flora und Fauna zu bieten haben, wilde Wälder, romantische Canyons und natürlich den Ätna, seines Zeichens größter Vulkan Europas. Auch hat Sizilien für fast jeden Schwierigkeitsgrad und jedes Fitnesslevel die passende Tour im Angebot. Von der gemütlichen Küstenwanderung mit Kind und Kegel bis zur anstrengenden Kraxelei durchs Gebirge.

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Der König Siziliens

Der größte Vulkan Europas erhebt sich sanft aus der Ebene, am Fuß von kleinen malerischen Orten und Weinanbaugebieten gesäumt, wird er immer höher und höher und… irgendwann geht das schwarzbraune Lavagestein in weißen Schnee über. Weithin sichtbar dominiert der 3352m hohe Vulkan die Ostküste Siziliens. Sein Erscheinungsbild ist friedlich und ruhig – aber der Schein trügt. Immerhin ist der Ätna nach wie vor aktiv – und das nicht zu knapp! Leider ist der Gipfel nicht gerade selten in Wolken gehüllt – einen Besuch sollte man diesem trotzdem auf jeden Fall abstatten (und am Abend vorher auf jeden Fall brav aufessen!). Hinauf kommt man entweder zu Fuß oder mit Lift und extra umgebauten Kleinbussen. (Hier gibt’s den Bericht zu meinem Ätna-Besuch.)

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Reif für die Inseln!

Zu Sizilien gehören übrigens auch die wunderschönen, vor der Nordostküste gelegenen Liparischen bzw. Äolischen Inseln, die sich ebenfalls ganz hervorragend zum Wandern eignen. Insgesamt hat man sieben Inseln zur Auswahl, von denen sich einige sogar an einem Tag ganz umrunden lassen. Auf jeden Fall einen Tagesausflug wert!

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Was man wissen muss:

Die beste Reisezeit für Wandertouren auf Sizilien ist der mildwarme Frühling (Ende März bis Mitte Juni), wenn das frische Grün noch nicht von der Sommerhitze ausgedörrt ist und die vielen Blüten sich wie Millionen kleine Farbtupfer über die Insel ziehen. Aber auch der Herbst (Ende September bis Mitte November) eignet sich hervorragend für ausgedehnte Touren. Zu beiden Jahreszeiten ist es nicht zu heiß, aber dennoch meist angenehm warm und relativ trocken. Mit Einschränkungen und je nach persönlicher Vorliebe eignet sich die Insel aber ganzjährig als Ziel für Wanderreisen!

Das Wetter kann tückisch sein! Wie immer in Meeresnähe kann das Wetter schnell wechseln und Sonnenschein an der Küste bedeutet noch lange nicht, dass auch im Landesinneren schönstes Wetter herrscht. Regensichere Kleidung sollte immer im Gepäck sein – und bei längeren Touren am besten auch Karte und Kompass für schlechte Sichtverhältnisse.

Die Wege sind meist nicht markiert! Wegweiser und Hinweisschilder sind Mangelware und selbst die für den italienischen Alpenverein üblichen rot-weißen Markierungen findet man nur selten. Auch hier sollte man vor allem auf längeren Touren zur Sicherheit Karte und Kompass dabei haben und sich die Wegbeschreibung im Wanderführer gut durchlesen.

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Die Länge der Anfahrt darf nicht unterschätzt werden! Die Straßen im Landesinneren Siziliens sind unglaublich kurvenreich. Für die Anfahrt in die Wandergebiete braucht man oft länger, als einem ein Blick auf die Karte oder das Navi glauben lassen mag. Also besonders in der wärmeren Jahreszeit lieber etwas früher losfahren, sonst landet man schnell in der Mittagshitze!

Wandern kann man quasi überall …am besten aber wohl im östlichen Teil der Insel. Ein guter Ausgangspunkt ist die Nordostküste, in der Nähe des Nabrodi-Gebirges. Hier gibt es viele nahegelegene und überaus tolle Tourenmöglichkeiten für sämtliche Geschmäcker und Fitnesslevel.

Berghütten sind nicht üblich! Für eine angemessene Mittagspause muss man also selbst sorgen. Und natürlich vor allem auch für ausreichend Trinkwasser. Dafür findet sich aber für den großen Hunger nach der Tour ganz sicher eine urige kleine Trattoria irgendwo in einem kleinen, versteckten Bergdorf. Dafür hat sich das Warten dann auch gelohnt!

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Eine Sizilienreise ohne Wandern ist wie ins Disneyland fahren und dann nur an der Hotelbar sitzen. Auch ohne viel Erfahrung und Training kann man die Insel leicht zu Fuß entdecken. Also Wanderschuhe schnüren und los geht’s! Sizilien macht glücklich! Ich versprech’s!

P.S. Kathrin freut sich übrigens auch immer ganz besonders über ein „Like“ auf ihrer Facebook-Seite! Auf Twitter und Instagram ist sie auch unterwegs.

 

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