Foz do Iguaçu oder Puerto Iguazú?

 Heute berichtet Kathrin über ihren Besuch bei den Iguazú Wasserfällen und über lauffaule Brasilianer, Nasenbären und wie ihr Freund Marcel plötzlich eine Krankenschwester brauchte:

Wir fahren heute zu den fasziniernden Iguazú- Wasserfällen, einem UNESCO Weltnaturerbe und atemberaubendes Naturwunder, das sich im tropischen Regenwald zwischen den Ländergrenzen von Brasilien, Argentinien und Paraguay befindet.

Mit dieser Lage im Dreiländereck gibt es die Möglichkeit die Iguazú Fälle, die mit zu den größten Wasserfällen der Welt gehören, von verschiedenen Seiten aus zu besuchen. Obwohl zugegebenermaßen Paraguay leider ein bisschen Pech gehabt hat mit der Aufteilung, denn von dort aus sieht man außer dem Flusslauf nicht mehr viel. Und so heißt es entweder Parque National do Iguacu in Brasilien oder Parque National Iguazú in Argentinien.

Aber das entweder oder haben wir ja schon eindeutig beantwortet. Denn wer genug Zeit hat, sollte sich in jedem Fall den brasilianischen und argentinischen Nationalpark anschauen. Erst dann bekommt meinen Gesamteindruck von den Ausmaßen dieser Wassermassen, die mit donnernden Rauschen und Tosen in die Tiefe stürzen.

Und um ein bisschen mehr verstehen zu können, welche Dimensionen einen erwarten, gibt es dieses Mal auch ein paar mehr Fakten. Nicht, dass man das Ganze noch mit dem Rheinfall in Schaffhausen vergleicht. Obwohl natürlich auch schön, wäre dieser nur ein kleines Plantschbecken im Vorgarten der Iguazú Fälle.

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Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus ca. 275 großen und kleinen Wasserfällen, getrennt durch verschiedene Inseln, die auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern teils bis zu 80 Meter in die Tiefe stürzen. Und da wir uns gerade in Brasilien befinden, starten wir am ersten Tag mit der brasilianischen Version des Naturspektakels.

Gegen Mittag brechen wir auf mit dem Bus in Richtung Nationalpark und dort angekommen, wartet auch schon der nächste Shuttle, der uns direkt bis zu den Fällen fährt. Irgendwie sind die Brasilianer doch ein wenig lauffaul haben wir den Eindruck. Wir hatten uns schon auf eine schöne Walkingtour durchs Grüne eingestellt. Doch in Brasilien ist einfach alles anscheinend etwas gemütlicher, aber ein paar Treppen und Lauftstege gibt es dann doch noch zu bewältigen.

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Und da flitzen auch schon die ersten Quattis über den Weg. So lustig wie der Name klingt, sehen diese kleinen südamerikanischen Nasenbären auch aus. Sowohl auf der brasilianischen Seite als auch auf der argentinischen Seite bevölkern Sie die Parks immer auf der Suche und Lauer nach Essbarem. Da ist kein Snack sicher. Mafiabandenmäßig beobachten wir, wie Sie sich zu fünft auf einen Rucksack stürzen, der von einem Argentiner nur kurz für ein Foto auf dem Boden abgestellt wurde. Die Reißverschlüsse werden in Blitzgeschwindigkeit geöffnet und dann stürzen sie sich mit dem gesamten Proviant wieder in die Büsche. Also schneller hätten nicht mal die Panzerknacker zuschlagen können.

Legomännchen auf der argentinischen Seite

Daher erst einmal alles Quatti sicher festschnallen und dann geht’s weiter. Nach wenigen Metern sieht man bereits das erste Wasser durch das dichte grün des tropischen Regenwaldes glitzern und von mehreren kleinen Hängen hinunterströmen. Und immer weiter nähert man sich dem Rauschen bis sich vor einem ein Wahnsinns- Panoramablick auf die Iguazú Fälle eröffnet. Das Wasser donnert in die Tiefe und durch die aufsteigende Gischt entstehen durch die einwirkenden Sonnenstrahlen tolle Regenbogenfarben und alles wirkt mit dem blauen Himmel und den grünen Bäumen noch intensiver. Hier kann man einfach nur stehen bleiben und staunen und alles auf sich einwirken lassen. Man kann sogar die Touristen in Legomännchengröße auf der argentinischen Seite gegenüber vor den Fällen sehen und bereits erahnen wie weitläufig sich die Wasserfälle noch nach Argentinien hin ausdehnen. Doch auch in Brasilien kommt man noch ein bisschen dichter an die gewaltigen Wassermassen heran. Ein 150 Meter langer Steg führt direkt entlang der größeren hinunter stürzenden Wasserfälle. Bei 35 Grad im Schatten, nichts wie her mit einer erfrischenden Dusche. Pitschnass aber schön abgekühlt gehen wir zurück nach oben zur Aussichtsplattform und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Tag in Argentinien. Denn im Gegensatz zu dem doch kleineren Part der Wasserfälle in Brasilien, verspricht die Größe des National Parks in Argentinien noch um einiges mehr.

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So geht es morgens danach auch früh los. Noch schnell brasilianische Reals in Pesos gewechselt und mit dem ersten argentinischen Stempel im Pass, sind wir 45 Minuten später auch schon im Parque Nacionale de Iguazú. Yeahh und hier gibt es auch für aktivere Besucher Wanderpfade und Trails um die Natur richtig zu entdecken. Natürlich sind wir hier trotz der weitläufigeren Umgebung im tropischen Regenwald auch nicht alleine. Neben den 1000 Quattis, die uns auch hier diebisch verfolgen, gibt es bestimmt noch mal 10.000 Touristen. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch denn die Ausblicke auf die Wasserfälle sind einfach nur unglaublich.

Über die Trails nähern wir uns von unten, Kaskade um Kaskade, immer weiter hoch der spektakulärsten Aussichtsplattforn, dem Garganta del Diablo, dem Teufelsrachen. Die letzte Strecke kann man durch den Wald mit einer kleinen Eisenbahn zurücklegen. Neon gelbe Schmetterlinge schwirren um einen herum, alle möglichen Vogelarten fliegen und zwitschern durch die Luft und hier und da lugt ein Leguan aus dem Gebüsch hervor. Jetzt sind wir ganz oben, noch mal schnell den Blutdruck messen lassen, ob wir gesundheitlich auch für den Anblick gewappnet sind. Also bei mir ist wie immer alles tranquilo, Marcel sollte aber doch lieber noch einen Schluck Wasser trinken, meinen die argentinischen Kankenschwestern, die wir aus Spaß gefragt haben und hier an jeder Ecke die Touristen bei Bedarf versorgen. Denn die Hitze und Luftfeuchtigkeit ist nicht zu unterschätzen.

Nach dem medizinischen Go geht es über die letzten Stege zum Grande Finale. Leute klatschen und man hört nur aus allen Ecken, „Ahhh, Ohhh, Wow,,….oh my God, Amazing“… Man schaut direkt in den Schlund der größten Wasserfälle hinunter. Das Wasser strömt aus wirklich allen Richtungen, es donnert, die Gischt peitscht durch die Luft. Man muss es sich einfach selber anschauen, denn ich glaube jede Beschreibung würde das Bild nur annähernd wiedergeben. Wir kamen gar nicht mehr weg von diesem fesselnden Anblick. Doch irgendwann hieß es doch Rückmarsch und nach weiteren 100 Fotos konnten wir uns dann doch endlich loseisen. Die Iguazú- Fälle: Ein absoluter Must-Stop auf einer Reise durch Brasilien/ Argentinen, Natur pur!

Unsere neuen Erkenntnisse:

Traue keinen kleinen niedlichen Tieren, sie können sich als hinterlistige Mitglieder einer internationalen, länderübergreifenden Diebesbande herausstellen.
Argentinien gewinnt um Längen, wenn es um die Iguazú- Fälle geht. Selbst die Brasilianer geben ganz kleinlaut zu, dass der argentinische Park wohl das einzig Schöne wäre, was Argentinien je hinbekommen hätten.
Also unser Tipp, zum Apéritiv den Panoramblick am 1. Tag in Brasilien und zum Hauptgang am 2. Tag nach Argentinien.
Selbst bei 35 Grad schleppen die Argentinier literweiseweise ihren Mate Tee stundenlang durch die Sonne.

 

Eure Kathrin!

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