Opfergaben auf Bali – Geschenke für die Götter und gegen Dämonen

Die Frau ist nicht viel größer als ein Kind. Sie wird nicht alt sein, doch ihre Haut ist faltig und das Haar bereits ergraut. Ihre Hände arbeiten flink, und im Blick liegt volle Konzentration. Sie ist eine Tukang Banten, eine unverheiratete Frau aus der Brahmanenkaste, eine professionelle Opfergabenherstellerin. Sie fertigt aufwendig gestaltete Opfergaben aus Blumen, Früchten und Gebäck an, die den Göttern zu den Tempelfesten geschenkt werden.

Der Tag eines Balinesen beginnt mit einer Opfergabe

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Opfergaben gehören auf Bali zum täglichen Leben. Ja, sie bestimmen nicht selten den Tagesablauf der Menschen. Das einfachste Opfer ist das Reisopfer, das nach jeder Reismahlzeit erbracht wird – also mindestens einmal täglich. In kleinen Schälchen aus Bananenblättern, „Canangs“ genannt, werden die Reiskörner an verschiedenen Orten im Haus, etwa der Kochstelle, platziert. Viele Ladenbesitzer stellen die Opfergaben auch vor ihren Läden auf, um die Einkünfte zu sichern. Autofahrer fahren nicht ohne Canang auf dem Amaturenbrett, um sich vor Unfällen zu schützen. Auch auf Mauern, Schreinen, Straßenkreuzungen und in den vielen Tempelanlagen der Insel sind überall Opfergaben zu sehen. Wer also durch die Straßen Balis spaziert, der sollte gut darauf achten, die Opfergaben nicht versehentlich „mit den Füßen zu treten“.

Das Gute stärken und das Böse fernhalten

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Mit den Opfergaben möchten die Balinesen die Götter gütig stimmen und Dämonen fernhalten. Sie erhoffen sich gute Ernten, Gesundheit sowie Schutz der Familie und des Eigentums. Insbesondere die Reisgöttin Derwi Sri soll durch die vielen Gaben positiv gestimmt werden, deshalb werden auch Reisfelder mit den Opfergaben gesäumt.

Opfergaben sind nur ein Teil der balinesischen Kultur. Besonders Tanz und Theater sind wichtige Ausdrucksformen der balinesischen Lebensweise. Herausstechend sind hier das bekannte Schattentheater Wayang Kulit und die inseltypische Gamelan-Musik.

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