Ilha de Santa Catarina – Ferien am Meer

Unglaublich aber wahr: Unsere Kathrin braucht Ferien! Ihre Tour durch Südamerika ist zwar anstrengend, aber sehr aufregend. Nach zwei Monaten schreit Kathrins Körper aber gerade nach Sonne und Strand:

Nach unserem Ausflug ins Pantanal von Brasilien mit einem Abstecher in den Norden von Argentinien zu den Iguazú- Wasserfällen, haben wir jetzt eine ordentliche Dosis „Natur“ intus, mit der wir die nächsten Tage mit Sicherheit überleben werden.

Es gibt so viele Optionen: Fahren wir nach Paraguay, nach Uruguay an die Küste oder doch vielleicht direkt weiter nach Buenos Aires? Alles so verlockend, neue Länder, neue Städte, aber irgendwie haben wir das Gefühl wir brauchen eine Pause. Seit unserer Ankunft in Rio de Janeiro haben wir bereits so viel gesehen und erlebt. Millionen Bilder und Eindrücke, die wir erst einmal sortieren, sammeln und speichern müssen, ansonsten fahren unsere kleinen Gehirnzellen bald Karussell. Daher ist klar – wir brauchen Ferien!

Wir fragen andere Reisende in unserem Hostel und die Einheimischen in Foz do Iguacu und schnell steht fest, der beste Ort für unsere Ferien ist die Insel – Ilha de Santa Catarina. Eine langgestreckte Insel im Süden Brasiliens mit grünen Hügeln, einsamen Buchten, breiten Sandstränden und perfekten Wellen zum Surfen. Das ist genau unser Ziel, um einfach mal alle Viere gerade sein zulassen. Also schnell das Busticket organisiert und auf nach Florianópolis, dem städtischem Zentrum und Eingangstor zum Inselparadies!

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Doch Sonne, Strand und Meer müssen noch auf uns warten. Denn diese Schlagwörter für garantiertes Urlaubsfeeling haben auch die Mehrzahl der im Süden lebenden Brasilianer und die Sonnenanbeter an der Grenze in Uruguay und Argentinien im Kopf. Jetzt im Winter in der Hauptsaison strömen daher die Einheimischen aus den umliegenden großen Städten wie Porto Alegre, Montevideo und Sao Paulo nach Florianópolis. Leider gibt es nur einen Highway vom Festland über das Wasser hinüber zur Insel. Dementsprechend schlängeln sich alle mit ihren Vans, Bussen und vollgepackten Autos in dieses Nadelöhr. Genauso als wenn man mit Start der Sommerferien am ersten Tag über die A1 an die Ostsee möchte – einfach nur Superstau!

Los geht es zum Strand!

Doch am nächsten Tag gegen späten Nachmittag haben wir es geschafft und unseren kleinen Ferienort Barra da Lagoa im Osten der Insel erreicht. In unserem kleinem Eco- Hostel auf dem Berg haben wir einen wunderschönen Ausblick auf die Lagune und nachdem wir überglücklich schon unser ganzes Gepäck abgelegt und die Badesachen rausgeholt haben, „ready for the beach“, gibt es da allerdings noch ein klitze kleines Problem. Wir haben gar kein Geld mehr. Weder zum Einchecken noch um am Abend etwas zum Essen zu kaufen. Jetzt würde man meinen, der nächste Bankautomat in einem Urlaubsort kann ja nicht so weit sein. Aber auch wir konnten es nicht glauben, es gibt tatsächlich nur einen alten mit Graffitti beschmierten ATM, der nur für nationale brasilianische Bankkarten Geld ausspuckt, ohhh nein. Was nun, gestrandet auf einer einsamen Insel und zum Verhungern verurteilt, wohl kaum in Brasilien, ihr wisst ja der Käse! Wohl oder übel müssen wir leider noch einmal wieder in den Bus einsteigen und zwanzig Minuten zurück nach Lagoa da Conceicao fahren um wieder Bargeld zu bekommen. Was gibt es Schöneres nach 20 Stunden Busfahrt gleich wieder in den Bus hinein und an dem schönen Strand vorbeizufahren, wir haben ja sonst nichts zu tun. Solltet Ihr mal auf die Ilha de Santa Catarina nach Barra da Lagoa oder einem anderen kleinen Ferienort auf der Insel fahren, unbedingt genügend Geld im Voraus abheben und mitnehmen!

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Jetzt kann der Urlaub aber starten. Und was gibt es da zu berichten: Wir haben uns die hauseigenen Surfbretter geschnappt und uns in die Wellen gestürzt, unsere Nasen in die Sonne gerichtet, in der Hängematte gechillt und mit Hilfe der Argentinier im Hostel unseren Spanisch-Wortschaft verbessert. Doch ein bisschen aktiver waren wir schon noch. Denn die Insel bietet auch tolle Wander- und Trekkingmöglichkeiten und meine Boots müssen noch fit für Patagonien eingelaufen. Also machen wir uns auf eigene Faust auf über die ersten Hügel, entlang der Küste und durch die Dünen zum gegenüberliegenden Praia do Galheta. Tolle Ausblicke und ein wunderschön einsamer Strand erwarten uns. Nachdem wir es uns schon in zwei Liegestühlen mit einem leckeren Choripan Brötchen und einer kalten Cola gemütlich gemacht haben, fällt uns auf, von den wenigen Leuten, die sich hier am Strand befinden, sind dies nur Männer ohne jegliche Bekleidung. Da wir uns jetzt nicht gleich nackig in die Fluten stürzen wollen, obwohl mir würde man ja eh keine Beachtung schenken, aber Marcell hat da doch seine Hemmungen, ich weiß gar nicht warum, begeben wir uns mal einen Strand weiter zum öffentlichen Praia de Mole und breiten da unser Badetuch aus.

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Außer wandern und Strand gibt es auf der Insel auch noch viele weitere Aktivitäten im Angebot, wie z. B. Kitesurfen, Tauchen, Sandboarden, Standup- Paddling usw. Aber wie gesagt, wir sind ja dieses Mal mal nicht so aktiv. Einen kleinen Ausflug nehmen wir aber noch mit und wir besuchen das Zentrum von Projeto TAMAR am Strand von Barra da Lagoa. TAMAR ist eine non-profit Organisation, die sich den Schutz der Schildkröten vor dem Aussterben entlang der brasilianischen Küste zur Aufgabe gesetzt hat. Verletzte und gestrandete Schildkröten werden dort wieder aufgepäppelt. Man erhält viele Informationen über die Meeres- und Tierwelt, die verschiedenen Projekte zusammen mit den Fischern vor Ort und man kann den Schildkröten beim Fressen zuschauen oder dabei sein, wenn Sie wieder freigelassen werden. Ein kleiner Abstecher, wenn die Sonne gerade mal zu heiß wird am Strand und wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.

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Am letzten Abend hören wir auf unserem Weg in das Feriendorf plötzlich Trommeln und Musik. Der Karnevalsverein von Barra da Lagoa probt für den großen Auftritt in wenigen Tagen und schon werden die Sambarhythmen laut. Wir sind schnell wieder im Karnevalsfieber und als ein Regenschauer uns in eine Bar flüchten lässt, treffen wir dort auf Claudia und Fernando, mit denen wir dann den Rest des Abends weiterfeiern. Das Paar kommt aus Porto Alegre und verbringt hier schon seit über 15 Jahren den jährlichen Sommerurlaub in Barra da Lagoa. Und nach der letzten Runde enden wir schließlich noch im Ferienappartement der Familie und werden dort auf weitere Drinks mit brasilianischer Schlagermusik eingeladen. Ein sehr lustiger Abend mit Claudia, Fernando und Eduardo – Mallorca lässt grüßen!

Nach einer Woche Ferien auf der Ilha de Santa Catarina heißt jetzt aber Goodbye Hängematte und auf zur nächsten Metropole nach Porte Alegre. Bei uns in Deutschland vielleicht nur durch die Zitterpartie im Achtelfinale der WM 2014 gegen Algerien bekannt, doch wir werden mal gucken was da so los ist.

 

 

 

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