Von den Hippies in Nimbin zu den Surfern in Byron Bay

 Petra macht in Australien eine Zeitreise in die 1960er Jahre und was sie dort dann findet, ist genauso wie man es sich vorstellt: bunte Häuser, entspannte Atmosphäre und…

In Nimbin, einer kleiner Aussteiger- und Hippie-Kommune im australischen New South Wales, in der zwar der Verzehr von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten ist, nicht aber der offensichtliche Konsum anderer berauschender Präparate – damit gemeint Cannabis –  machte ich Halt.
Von anderen Reisenden wurde mir der Ort empfohlen, da man sich dort „zurückversetzt fühlt in die wilden 60er“. Nun gut, der Camper wurde vollgetankt und schon ging die Reise in die Vergangenheit los. Die Landstraße, die mich die Berge hinaufführt ist mindestens genauso turbulent, wie eine Achterbahnfahrt: Es geht rauf und runter, über Steine und Gräben, frei lebende Kängurus überqueren die Straße und in der Zwischenzeit ergießt sich auch noch der ganze Himmel über mir.

Bunte Häuser mit Windspielen in allen Klängen und Farben deuten mir an, dass ich mich Nimbin nähere. In der Stadt angekommen, hat man dann den Zeitsprung geschafft komplett geschafft: Love, Peace and Harmony ist hier auf dem Tagesprogramm. Die Häuser sind hier noch bunter, die Geschäfte verkaufen Räucherstäbchen und Bindis, während die „Straßenhändler“ einem Kekse anbieten, die für gute Laune sorgen – ich begnüge mich jedoch mit einem Windspiel und einer Postkarte.

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Die Locals aus Nimbin kennen schon ihre Touristen und sind sehr offen und freundlich. Die Besucher staunen über das ausgelassene Treiben auf der Hauptstraße und versuchen an möglichst jeder bunten Ecke ein Foto zu erhaschen. Dies ist wohl der einzige Punkt, der den Einwohnern nicht passt: Sie lassen sich nicht gerne fotografieren und in den Geschäften ist es sogar durch Warnschilder ganz verboten, wovon ich mich aber nicht aufhalten lasse. Verständlich ist es schon, da der eine oder andere Handel nicht ganz legal ist, zumindest nicht in New South Wales. Die örtliche Polizei, die übrigens am Ende der Hauptstraße ihren Sitz hat, scheint sich daran nicht groß zu stören, denn schließlich erlaubt sie auch den Konsum von Marihuana seit 1973. In diesem Jahr fand nämlich in dem damals noch ruhigem Dörfchen das Aquarius Festival statt, welches Hippies und Andersdenker aus allen Ecken des Landes anzog. Die Polizei verhaftete einige der Besucher, ließ diese aber wieder frei, nachdem ein friedlicher Protestmarsch zur besagten Wache stattfand. Und nicht nur die Inhaftierten wurden frei gelassen, sondern auch der Hanf…

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Paradies für Surfer

Byron Bay 10

Nach einem Tag und einer Nacht heißt es für mich Abschied nehmen von Nimbin – es geht weiter nach Byron Bay, was nur 45 km entfernt ist.
Den Ort kennen die meisten Australien-Reisenden und das nicht umsonst, denn man sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Die Stimmung ist auch hier ausgelassen, man trifft jedoch vermehrt auf Surfer, Familien die das Wochenende hier verbringen und natürlich andere Touristen aus aller Welt, anstatt auf Althippies. Die Hauptstraße bietet tolle Shoppingmöglichkeiten und die vielen Restaurants und Cafés laden zu einer kleinen Verschnaufpause ein.

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Von Byron Bay aus werden übrigens eintägige Touren nach Nimbin angeboten, die stilecht in einem alten Bus in Regenbogenfarben stattfinden.
Wer also Lust auf eine Spritztour in die Vergangenheit hat und sich einfach mal von dem gemütlichen Flair der Region verzaubern lassen möchte, sollte Nimbin und Byron Bay in seine Reiseroute einplanen.

 Eure Petra!

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