In Spanien wird der Rioja genossen – und vergossen…

Die „Wein-Schlacht“ von Haro ist das schrägste aller spanischen Feste

Dass die Spanier gerne ausgiebig und ausgelassen einen drauf machen, ist ja gemeinhin bekannt. Dass sie die Feste so feiern, wie sie fallen, auch. Deshalb bewerfen sie sich mit Tomaten, treiben Stiere durch die Straßen und essen an Silvester zwölf Trauben so schnell hintereinander, dass sie sich fast daran verschlucken. Sie sind halt schon ein bisschen „loco“ im positiven Sinne. Sehr schön kann man diese Eigenart am 29. Juni bei der „batalla de vino“ im kleinen Dörfchen Haro im Weinanbaugebiet La Rioja erleben. Zur vielleicht berühmtesten Weinschlacht der Welt treten rund 10.000 Teilnehmer, bewaffnet mit etwa 70.000 Litern Wein, an. Um Punkt 10:00 Uhr morgens fällt der Startschuss zum traditionellen Chaos in den Wäldern und Hügeln  um das Dorf. Illustre Gestalten, ausgestattet mit Taucherbrille, Weinschläuchen und sehr, sehr viel Wein fallen übereinander her. Jetzt spritzt der gute Tropfen von allen Seiten, zwei Teams „kämpfen“ gegeneinander. Weiße T-Shirts färben sich in sekundenschnell rot; Haare, Schuhe, Strümpfe – alles ist blitzschnell nass.

Dabei sein ist alles! (deviajeporlarioja.com)
Dabei sein ist alles! (deviajeporlarioja.com)

Schade um den guten Wein – aber jede Menge Spaß!

Es trieft und tropft aus allen Ecken und glücklich ist, wer seine Augen dank Brille geschützt hat. Ein perfektes Durcheinander und jede Menge fröhliche Gesichter! Die Schlacht ist schnell und heftig, schon bald hat das Treiben ein Ende und man versammelt sich am Dorfplatz, wo „Frieden geschlossen“ wird und gemeinsam die sogenannten „caracoles a la riojana“ – Schnecken in roter Soße – verzehrt werden. Selbstverständlich darf auch hier der köstliche Rioja nicht fehlen – diesmal wird er aber getrunken und nicht verspritzt! Die ganze Szenerie erinnert ein bisschen an die „Villariba und Villabajo“-Werbung von Fairy Ultra und dieses Fest könnte tatsächlich zu dem Spot animiert haben. Ursprung der „baralla de vino“ ist nämlich angeblich ein tatsächlicher Streit zwischen Winzern von Haro und dem benachbarten Dorf Miranda um einige fruchtbare Hügel, die sich zwischen den Dörfern befinden.

Der Rioja nimmt es locker mit jedem Franzosen oder Südafrikaner auf

Der Rioja ist inzwischen ein Klassiker. (spanish-wines.org)
Der Rioja ist inzwischen ein Klassiker. (spanish-wines.org)

Fruchtbar ist dann auch das Stichwort, um das gesamte Rioja-Weinanbaugebiet nördlich von Madrid zu beschreiben. Hier reifen und gedeihen einige der besten Trauben, die das Land zu bieten hat. Der Rioja ist schon längst über Spaniens Grenzen bekannt und Standard auf jeder gut sortierten europäischen Weinkarte. Dunkelrot, trocken und mit einem charakteristischen Tempranillo-Geschmack kommt er daher. Kennern werden die Sorten Bodegas Riojanas, Faustino, Federico Paternina, Herederos del Marqués de Riscal, La Rioja Alta, López Heredia-Viña Tondonia, Marqués de Murrieta, Marqués de Cáceres und Muga bekannt sein. Eine Tour durch die Weinberge inklusive Weinproben lohnt sich allemal – es gibt viele schöne Weingüter – sowohl traditionelle als auch moderne Häuser.

Verbindet die Gaudi in Haro mit einer individuellen Rioja-Tour! Diese lässt sich hervorragend mit einem Besuch in Madrid, Spaniens quirliger Hauptstadt, kombinieren. Auch Bilbao und San Sebastian liegen ganz in der Nähe.

 

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