Von der Bucht in die Berge – Willkommen in den Blue Mountains

Wüste, Strand und Surfer: Das sind wahrscheinlich die häufigsten Begriffe, die einem vor dem geistigen Auge erscheinen, wenn man an Australien denkt. Verkehrt liegt man damit nicht, denn Down Under ist das trockenste und heißeste Land der Welt, mit circa zehtausend Stränden, die Dank der grandiosen Wellen vor allem zum Surfen einladen. Hier, am anderen Ende der Welt trifft man aber auch auf grüne Oasen und fantastische Wanderwege, deren Aussichtspunkte bei 1000 Meter über dem Meeresspiegel einem die Sprache verschlagen. So zum Beispiel auch in den Blue Mountains, im Hinterland der Weltmetropole Sydney. Unsere Australien-Reporterin Petra hat diese beliebte Ausflugsregion mit ihren Wanderstiefel erkundet:

Meine Reise quer durch Australien hat mir in den vergangenen vier Wochen überwältigende Eindrücke beschert: Ich lag am Strand von Surfers Paradise, hab das lockere Leben in Byron Bay kennen gelernt und eine Menge unterschiedlicher Menschen getroffen. Auf meinem Weg nach Sydney beschloss ich die Strände und vor allem die Hitze in Australien für ein paar Tage hinter mir zu lassen und den Blue Mountains, um genau zu sein dem Blue Mountain National Park, einen Besuch abzustatten.
Kommt man aus dem Norden von New South Wales empfiehlt sich die Fahrt über die Putty Road, die zwischen dem Yengo National Park und dem Wollemi National Park verkehrt. Die sattgrüne Landschaft erstreckt sich bis ins scheinbar Endlose, die Straßen erinnern an die Serpentinen in Italien und bereiten auf die Höhen Blue Mountains vor.

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In den blauen Bergen, die ihren Namen den bläulichen Dämpfen der Eukalyptusbäume zu verdanken haben, befinden sich einige Nationalparks, von denen der Blue Mountain National Park zu den beliebtesten gehört. Er umschließt kleine bezaubernde Städtchen, wie Leura, Katoomba und Blackheath, die nach dem Wandern zum Schlendern und Genießen einladen. Auf den Hauptstraßen finden sich zahlreichen Cafés und Restaurants, die regionale als auch internationale Küche anbieten. Zu warnen ist jedoch vor den vielen Antiquitätenhändlern: Ein Blick in die Geschäfte lohnt sich, da die kuschelige Atmosphäre wunderbar zu dem Landleben in den Bergen passt, jedoch sind die Preise an die Touristenregion angepasst und häufig viel zu hoch.
Die Wanderwege sind von den kleinen Ortschaften aus auch zu Fuß erreichbar, mit dem Auto ist es jedoch wesentlich komfortabler, da man schon ein paar Kilometer zwischen der Zivilisation und den Trails hinter sich lassen muss.

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Mich hat es in die historische Stadt Blackheath verschlagen, dem höchsten Ort der Blue Mountains. Von hier aus erreicht man atemberaubende Aussichtspunkte, wie Govetts Leap Lockout, von wo aus man seinen Wanderausflug auch starten kann. Ich entscheide mich für den Govetts Leap-Pulpit Rock-Trail. Er dauert ca. 3 Stunden (hin und zurück) und sollte wirklich nur mit entsprechender Ausrüstung (Wanderstiefel, lange und robuste Hose, genug Wasser) beschritten werden. Der Weg beginnt sehr steil, an einigen Stellen muss man von den Felsen bis zu einen Meter in die Tiefe springen. Es ist zudem sehr feucht, da sich von dort aus ein Bachlauf erstreckt, den keine Brücke überquert. Also: Hose hochkrempeln und rein ins Wasser! Es geht wieder steil weiter, dieses Mal bergauf, über Felsen und rote Erde, bis man wieder eine fantastische Aussicht auf dem Cripps Lockout genießen kann, wo einen Wasserfälle und dichte Eukalyptuswälder erwarten. Auf dem Trail fragt man sich häufig, ob man auf dem richtigen Weg ist, da er oft durch dichtes Grün führt, wo man sich tatsächlich etwas durchkämpfen muss. Dabei habe ich leider auch die Bekanntschaft einer riesigen Spinne gemacht, die mich anscheinend ein Stück auf meiner Schulter begleiten wollte – nein danke!

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Blackheath ist ein toller Ort um ein paar Tage in den Blue Mountains zu verbringen. Etwas größer und populärer ist jedoch Katoomba, wo man ebenfalls tolle Aussichtspunkte findet, wie zum Beispiel den Echo Point, von wo aus man die Three Sisters, eine bizarre Felsformation bestaunen kann.

Und noch zwei ganz wichtige Tipps:
1. Vermeidet das Wochenende! Vor allem in Katoomba kommen quasi stündlich neue Busladungen mit Touristen an und der Sydneyer verbringt gerne seine freie Zeit hier.

2. Warme Sachen mitnehmen! Egal wie warm es in Sydney ist, in den Blue Mountains ist es höchst wahrscheinlich kälter. Gerade in den Abendstunden wird es frostig und wenn ihr wie ich die Nächte in einem Campervan überleben wollt, solltet ihr euch dick einpacken.

Eure Petra!

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