Buenos Aires – Welcome to Argentina!

Von Uruguay ging es für Kathrin weiter nach Argentinien. In Buenos Aires angekommen, wandert sie auf den Spuren von Diego Maradona, traut sich in eine Gruft und über ihre abenteuerliche Geld-Tausch-Aktion:

Wir sind tatsächlich in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, die sich ganz oben auf unser Must Do & See Liste für Südamerika befindet.
Denn Buenos Aires ist für uns der Inbegriff für: Temperament, Gauchos, Feuer, Tango, Wein, Steaks, Stolz, Leidenschaft…. und vieles, vieles mehr. Man läuft durch die Straßen der Stadt und bekommt ein Gefühl der Nostalgie als Argentinien, als es noch zu den reichsten Ländern der Welt gehörte. Aber auch die Auswirkungen der politsch und wirtschaftlichen Krisenjahre, Diktaturen und Terror der Vergangenheit sind spürbar. Und trotz der noch heute schwierigen Situation des Landes schwebt immer irgendeine knisternde Energie in der Luft.

Von alten Prachtbauten neben maroden Wellblechverschlägen, Ruinen, großen Parkanlagen, berühmten Friedhöfen, einem modernem Hafenviertel bis hin zu den öffentlichen Plätzen, die sich in jedem Viertel der Stadt finden lassen, hat Buenos Aires so viele Gesichter, dass man nach Wochen bestimmt noch hinter jeder Ecke wieder etwas Neues entdeckt. Also wo sollen wir starten. Da wir am ersten Tag die Stadt einfach nur auf uns einwirken lassen konnten, entscheiden wir uns am nächsten Tag den Hop On Hop Off Bus zu nehmen, denn die Distanzen zu Fuß sind groß.

BA - San Telmo Market

Es geht kreuz und quer durch die Stadt mit Start entlang der wohl größten Straße, die Buenos Aires teilt, der Avenida 9 de Julio, vorbei am Obelisken, eines der Wahrzeichen zum Plaza de Mayo – dem Herzen mitten im Zentrum. Umringt von den noch erhaltenen alten Gebäuden wie z.B. die Catedral Metropolitana, tummeln sich hier die Touristen um Fotos von dem rosafarbenen Präsidentenpalast zu schießen, mit dem Balkon, von dem damals Evita Perón ihre berühmte Rede zum Volk hielt. Aber auch Verkäufer, Ativisten und Demonstranten nutzen diesen Platz um Aufmerksamkeit für sich und ihr Anliegen zu erregen. Also man kann davon ausgehen, dass hier definitiv immer etwas los ist.

BA- Recoleta Grabmal

Friedhöfe und Tango

Zurück in den Bus gehüpft geht es dann weiter in das wohlhabende Recoleta. Hier ist wohl der spannendste Ort der Friedhof, eine kleine Stadt für sich selbst. Prunkvolle Gruften mit feingeschliffenen Marmorfassaden und Skulpturen, die auf die wohlhabenden Zeiten Argentiniens im frühen 20. Jahrhundert schließen lassen. Viele wichtige und berühmte Persönlichkeiten fanden hier ihre letzte Ruhe, so auch Evita Perón in der Gruft ihrer Familie. Ein richtiger Besuchermagnet. Und noch immer werden dort zu ihren Ehren viele Blumen am Grab abgelegt. Man spaziert durch die schmalen Wege, wie ein Labyrinth. Durch die Sonnenstrahlen und die verschiedenen Formen der Grabmäler entstehen schöne Schattenspiele, die man versucht auf Bildern irgendwie einzufangen. Eine ganz einzigartige Atmosphäre, zwischen friedvoll und doch mit einem Hauch von Grusel. Denn eine Gruft, die wir entdeckten, stand sogar offen und wir konnten es nicht ganz lassen, einen kleinen Blick hineinzuwerfen, denn wie beim „Kleinen Vampir“, kann man die Särge alle in verschiedenen Etagen unterhalb der Erde gestapelt sehen.

BA- Tango im Caminito Viertel

Weiter geht es nach San Telmo – das Tangoviertel der Stadt ist der perfekte Ort, um Musik, Kunst und Kultur in den Straßen von Buenos Aires zu entdecken. Und wir haben Glück, denn heute ist Sonntag und da findet immer ein riesengroßer Antquitätenmark in San Telmo statt. Wir schlendern über das alte Kofpsteinpflaster, an den Häusern mit dem bunten Graffitis vorbei und begegnen lustigen Straßenkünstlern, Musikern, Tangotänzern und Verkäufern, die wirklich tolle alte Sachen zum Verkauf anbieten. Von uralten Zeitungen, Broschen, Schmuck, Vintage-Kleidung bis hin zu Schallplattenspielern findet man hier alles. Ich hätte hier stundenlang stöbern können, aber Marcell hatte noch ein weiteres Viertel ganz oben im Programm stehen.

BA- Boca Caminito

Nationalheld Diego Maradona

Natürlich La Boca, das Hafenviertel und die Heimat des berühmten Fußballclubs Boca Juniors mit seinem wohl weltbekanntesten ehemaligen Spieler Diego Maradona. Das Arbeiterviertel wurde damals von italienischen Einwanderern gegründet. Die einfachen Unterkünfte wurden aus den Resten gebaut und mit den Farben angemalt, die für die Schiffe und Tanker, die im Hafen lagen, verwendet wurden und übrig geblieben sind. Noch heute ist das Viertel eher ein Wohnort der geringverdienenen Bewohner von Buenos Aires. Einzig die Caminito hier, eine bunte Fußgängerstraße, die das Leben in den Wellblechhäusern in der Vergangenheit zeigen soll, ist jetzt ein wirklicher Touristenmagnet mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Tangobars. Für unseren Geschmack ganz nett anzusehen, aber ein wenig zu künstlich, denn wenige Straßen weiter leben Familien tatsächlich immer noch in sehr ähnlichen armen Verhältnissen.

(Foto gef. auf Flickr.com)
(Foto gef. auf Flickr.com)

Daher halten wir uns hier auch gar nicht so lange auf und machen uns gleich auf zum Boca Stadion, in dem in einer Stunde auch ein Spiel stattfindet. An Karten kommen wir leider nicht mehr, aber die Fans auf der Straße zu erleben, lässt schon erahnen, wie fußballbegeistert die Argentinier sind. Ich mein, neben dem Papst kommt ja hier auch schon an nächster Stelle Diego Maradona. Und man erzählt uns als dieser damals ins Krankenhaus eingeliefert wurde aufgrund von Herzproblemen, wurde landesweit sogar das Fernsehprogramm gestoppt für eine Liveübertragung und Berichterstattung über seinen Gesundheitszustand. Wahnsinn, nicht auszudenken sollte Maradona doch irgendwann das zeitliche segnen, das wird dann wohl ein Staatstrauertag.

Verrückte Argentinier, wenn man hier was liebt, wie Fußball, Familie, Tango, Wein und Steaks, dann aber auch mit voller Leidenschaft.
So wird auch am liebsten bei einem leckerem Asado, einer riesen Grillplatte, spätabends mit Freunden mit voller Inbrunst und großer Gestik über Gott und die Welt diskutiert.

BA- San Telmo Strassenmusiker

Buenos Aires – ganz oder gar nicht

Die Metroploe zieht einen einfach in ihren Bann und wir haben hier viele getroffen, die nicht mehr von ihr losgekommen und einfach geblieben sind. Doch nach 6 Tagen müssen wir uns schweren Herzens trennen, denn Argentinien hat noch so viel zu bieten. Patagonien wartet schon auf uns, aber Buenos Aires, wir werden Dich definitiv vermissen!
Neue Erkenntnisse:
Das wohl merkwürdigste in Buenos Aires war das Tauschen von US Dollar in Argentinische Pesos. Denn aufgrund der hohen Inflationsrate gibt es einen inoffziellen „Blue Dollar“. Man tauscht harte Währung nicht in einer Bank oder Wechselstube, sondern inoffziell auf der Straße. So rufen einem auf der Calle Florida zahlreiche Personen von der Seite unter vorgehaltener Hand „Cambio, Cambio, Cambio“ zu. Schon abenteuerlich sich dann eine möglichst nicht zu zwielichtige Person auszusuchen, der man um die Ecke folgt um die Geldgeschäfte zu erledigen.
Zweitens man muss es wirklich leider sagen, Buenos Aires ist nicht nur die Stadt des Tangos, der Steaks und des Temperaments, nein auch der HUNDEHAUFEN! Ein stetiger Hindernislauf.

 

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