Gespensterstunde in Marrakesch – am hellichten Tage…

(Startbild: Raphaela C. Näger_pixelio.de)

Während des Ramadans findet das arabische Leben hauptsächlich nachts statt

Wer in der Zeit vom 18. Juni und 16. Juli dieses Jahres durch die Gassen Marrakeschs spaziert, wird möglicherweise überrascht sein. Dort, wo sonst buntes Treiben den Alltag bestimmt, sind Straßen und Plätze in den Mittagsstunden fast menschenleer und so still, wie man es von hier nicht kennt. Was mitunter schon gespenstisch anmutet, hat aber einen ganz trivialen Grund: Die arabische Welt befindet sich im Fastenmonat Ramadan, gegessen und getrunken wird erst nach Sonnenuntergang – und somit verlagert sich das ganze gesellschaftliche Leben für einen Monat in die Nacht! Wer als Reisender den Ramadan nicht in seinen Reiseplänen berücksichtigt, der wird nicht nur irritiert sein, sondern auch einige Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Da die Muslime in dieser Zeit alle ihre Kraft für das Fasten nutzen, findet daneben kaum sonst etwas statt: Geschäfte öffnen nur stundenweise, Museen schließen früher und Restaurants bleiben oft ganz geschlossen.

Tagsüber bleiben die meisten Türen verschlossen. (R_K_B_by_zaubervogel_pixelio.de)
Tagsüber bleiben die meisten Türen verschlossen. (R_K_B_by_zaubervogel_pixelio.de)

Einschränkung oder einzigartiges Erlebnis? Als Reisender entscheidest du selbst, was du aus den Ramadan machen!

Was der eine jedoch als Einschränkung empfindet, das weckt die Neugier im anderen: Wer sich während des Ramadans darauf einlässt, die Nacht zum Tage zu machen, der begibt sich auf ein ganz besonderes Abenteuer und erlebt eine magische Welt, zu der nur wenige Reisende Zutritt finden! Sobald das Magreb-Gebet das Ende der täglichen Fastenzeit eingeläutet hat, strömen die Menschen auf die Basare und Märkte der Stadt, an jeder Ecke wird gegessen und gelacht, die Stadt duftet überall nach leckeren Speisen. Der Djemaa el Fna wird wieder zum Leben erweckt und strotzt mehr denn je vor Lebensfreude.

Marokkos magischster Ort: Der Djemaa al Fna in Marrakesch!  (Dieter Schütz_pixelio.de)
Marokkos magischster Ort: Der Djemaa al Fna in Marrakesch! (Dieter Schütz_pixelio.de)

Reisende sind von den Einschränkungen des Ramadans ausgeschlossen, tun aber gut daran, trotzdem ein paar Regeln zu befolgen

Als Reisender ist man vor den Einschränkungen des Ramadans ausgeschlossen. Das heißt, dass man sich nicht an die Fastenzeiten halten müssen. Allerdings ist es gern gesehen, wenn man es trotzdem tut! Es ist ziemlich unhöflich, sich als Gast in aller Öffentlichkeit einen leckeren Snack zu genehmigen, während alle anderen damit noch stundenlang warten müssen. Auch Trinken und Rauchen wäre nun außerhalb der Hotelanlagen ein Faux Pas. Überprüft Sie während der Fastenzeit auch Euren Dresscode und tragt aus Respekt möglichst langärmlige Hosen und als Frau Kleider, die die Schultern verdecken. Wenn man diese Ratschläge beachtet und außerdem noch ein bisschen Geduld und Verständnis dafür mitbringt, dass im Ramadan eben alles anders ist als erwartet, dann werdet Ihr auch während dieser Wochen eine wundervolle Zeit im zauberhaften Marrakesch erleben – bei Tag und bei Nacht!

Übrigens: Vom Ramadan sind alle arabischen Urlaubsregionen betroffen, also beispielsweise auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesien und die Türkei.

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