Zugreisen – Auf Schienen ins Glück

Was eine Zugreise so einzigartig macht, hat unser Kunde Norbert nach seiner Südafrikareise in einer Mail an uns sehr authentisch zusammengefasst.

Schon als ich den Wagon des „Pride of Africa“ betrete, fühle ich mich wie in eine andere Zeit versetzt: Das Innere des Zuges ist aufwendig gestaltet, Ledermöbel, großzügige Vertäfelungen und schwere Vorhänge empfangen mich genauso wie höfliche Kellner und Zugbegleiter in edlem Frack. Mit Luxus wurde hier ganz offensichtlich nicht gegeizt und schon jetzt zeigt sich, dass alles daran gelegt wird, dem Gast einen unvergesslichen Aufenthalt „an Bord“ zu bereiten und um ihn mitzunehmen in eine andere Welt.

Information overload adieu. Betont langsam und entspannt werde ich meinen Aufenthalt gestalten. Und dies in vollen Zügen genießen

Als ich meine Kabine betrete, schalte ich ganz automatisch einen Gang runter, streife nicht nur meine Jacke, sondern auch Hektik und Alltagstress ab. Den ausgepackten Koffer verbanne ich zusammen mit Großstadtlärm und sonstiger Sinnesüberflutung in die hinterste Ecke des Schrankes und auch Handy und ipad schalte ich vorerst aus. Ein paar Minuten möchte ich einfach nur die Ruhe und die Vorfreude auf die besondere Reise, die vor mir liegt, genießen.

Genügend Zeit für interessante Gespräche und Bekanntschaften.
Genügend Zeit für interessante Gespräche und Bekanntschaften.

Zugreisende verbindet die Sehnsucht nach dem Glanz vergangener Zeiten, der Wunsch, anders zu reisen sowie die Hoffnung auf Entschleunigung

Als die alte Lok zur Abfahrt pfeift und sich das schwere Fahrwerk langsam in Bewegung setzt, sitze ich bereits mit einem Glas Champagner an der Bar und lerne meine Miteisenden kennen. Für die nächsten drei Tage sind wir eine kleine „Familie auf Zeit“, gemeinsam auf der Suche nach etwas Nostalgie und Gemächlichkeit. Schnell wird klar: Im Zug ticken die Uhren tatsächlich langsamer. Geradezu gemütlich servieren die Kellner die Getränke – dabei sind sie freundlich, souverän und dezent. Ganz von allein verliert sich mein Blick in den Weiten der südafrikanischen Landschaft, die an uns vorbeizieht. Diese besondere Atmosphäre wird nur durch den Nachmittagstee unterbrochen, der im wundervollen Panoramawagen serviert wird.

Die Goldenen Zwanziger mit all ihren wundervollen Erfindungen und talentierten Menschen sind plötzlich ganz nah

Der Klassiker "Mord im Orient Express" von Agatha Christie fesselt noch heute zahlreiche Leser/Zuschauer.
Der Klassiker „Mord im Orient Express“ von Agatha Christie fesselt noch heute zahlreiche Leser/Zuschauer.

Fast komme ich mir vor wie ein Statist in „Mord im Orient Express“ und es würde mich nicht wundern, würde sich Hercule Poirot zu mir setzen und ins Kreuzverhör nehmen. Auch Edith Piaf könnte hier hineinschneien und einen sentimentalen Chanson zum Besten geben, Herman Hesse aus „Siddhartha“ zitieren oder Marlene Dietrich theatralisch eine Zigarette rauchen. Für einen Moment lang verharre ich mitten in den Goldenen Zwanzigern, bei Charlston, Bubiköpfen und Tanzlokalen. In Gedanken versunken vergesse ich völlig die Zeit, ein wunderbares Gefühl, und kehre erst wieder in die Realität zurück, als das Abendessen ansteht, welches stilvoll und von ganz hervorragender Qualität im Speisewagen serviert wird. Den Tag verabschiede ich mit einem guten Glas Wein. Und gratuliere mir selber, was für ein Glückspilz ich doch bin, weil ich zwar nicht in den 20ern leben, dafür aber auf diese wundervolle Reise gehen durfte!

 

Durch Indien fährt der Palace on Wheels.
Durch Indien fährt der Palace on Wheels.
Und durch Australien führt The Ghan.
Und durch Australien führt The Ghan.

Der Rovos Rail in Südafrika ist nur einer von vielen historischen Zügen, die liebevoll und sehr luxuriös restauriert wurden und nun ein Reiseerlebnis der Extraklasse ermöglichen. Neben diesem Klassiker empfehlen wir auch den Palace of Wheels in Indien und den The Ghan in Australien. Natürlich gibt es weitere tolle Zugreisen – gerne beraten wir Euch!

Kommentar verfassen