Australien, ich werde dich vermissen

Unsere Australien-Reporterin Petra war nun ganze fünf Monate auf dem roten Kontinent unterwegs und verbrachte dort die wohl spannendsten Zeit ihres Lebens. Jetzt ist sie wieder in Deutschland angekommen und blickt auf ihre persönlichen Highlights der Reise zurück.

Haarige Bekanntschaften


Um meine Aufenthalt Down Under etwas komfortabler zu gestalten, beschloss ich mich am House-Sitting auszuprobieren. Das Prinzip ist einfach: Man passt auf ein Haus auf, während die Eigentümer auf Reisen oder ähnliches sind. Die Häuser haben jedoch meistens noch den einen oder anderen vierbeinigen Bewohner, um den man sich auch kümmern muss. Da ich eh gerne tierische Gesellschaft habe, war das für mich gar kein Problem, im Gegenteil, ich suchte mir gezielt Häuser die eine Menge Viecher beherbergen: In Melbourne hielt mich Skylar, eine Deutsch-Kurzhaar-Hündin auf Trab und in New Berrima, tja, da sorgte ich in einem ganzen Zoo für Ordnung: Fünft Hunde, fünf Katzen, als auch die Ziegen und Alpakas des Nachbarn wollten täglich von mir gefüttert und entertaint werden. Zugegeben, so eine Art von „Urlaub“ ist nicht für jeden was aber mich hätte man nicht glücklicher machen können…

Ein kurze Story sei an dieser Stelle noch erzählt: In den Grampiens, einem Nationalpark in Victoria wachte ich jeden Morgen auf dem Campingplatz neben einer Kängurufamilie auf. Sie guckten, sie schnüffelten und nach ein paar Tagen war man bereit Blätter aus meiner Hand zu essen. Eines Morgens, als ich mir mein Frühstück zubereitete und ich dafür eine Birne kleinschnitt, kam „Papa-Ru“, wie ich das Ober-Känguru liebevoll nannte langsam auf mich zugehoppelt und schaute mich mit großen Augen an. Mir war gleich klar, was er wollte, nämlich die saftige Birne. Und obwohl man keine Kängurus mit Obst füttern soll, konnte ich nicht wiederstehen und reichte ihm ein kleines Stück der süßen Frucht. Papa-Ru schmeckte es sehr gut und der nächste Blick war noch flehender als der zuvor. Ich beschloss ihm ein leckere Blatt zu reichen, was ihn allerdings sehr wütend machte: Mit seiner Rechten haute er das Grünzeug aus meiner Hand und warf mir den Blick „Ich will keine Blatt, gib mir mehr Birne“ zu. Ich fühlte mich etwas bedroht und beschloss was jeder tun sollte, der ein garstiges Känguru vor sich stehen hat: abhauen. Ich hechtete ins Auto, warf den Motor an und parkte den Van ein paar Stellplätze weiter, um in Ruhe zusammenpacken zu können. Papa-Ru blieb am alten Stellplatz stehen und schaute mir nur hinterher. Ich machte mich also ans Packen, als ich plötzlich sah, wie Papa-Ru mit voller Kraft auf mich zusprang. Und wieder einmal schloss ich mich im Auto ein und wartete ganze 20 Minuten, bis Papa-Ru beschloss einen anderen Camper zu belästigen.

Soweit das Auge reicht


Es geht doch nichts darüber morgens pünktlich zum Sonnenaufgang an einem Traumstrand wach zu werden um dann, noch vor dem Kaffee eine Runde schwimmen zu gehen. So geschehen in Bundjalung National Park aber auch an vielen anderen Buchten in Australien, die ich beim besten Willen nicht alle nennen kann. Aber Vorsicht: Das Schlafen am Strand ist gesetzlich in Down Under verboten, es gibt aber genug Campingplätze und Camping-Areas, die das Nächtigen gleich am Strand erlauben.
Aber nicht nur die endlos scheinenden Strände haben es mir angetan, sondern auch die Weiten der Wüste, die dichten Wälder und die Ruhe, die ständig in der Luft zu liegen scheint. Will man etwas für sich sein, findet man in Australien genau die richtigen Orte dafür, man muss diese nur suchen, denn Oz ist immer noch eines der beliebtesten Reiseziele Weltweit, was bedeutet, dass man Reisende fast überall antrifft. Mein Tipp: Schaut euch einige der vielen Nationalparks an, die euch nicht im Reiseführer empfohlen werden und fragt die Locals, welche Wanderrouten sie empfehlen können.

Besuch aus der Heimat


Obwohl ich lieber alleine auf Reisen gehe, gehört das Wiedersehen mit meinen Freunden in Melbourne zu meinen Highlights der Reise. Fünf Wochen lang waren Piri, Katha und ich gemeinsam unterwegs – sehr zweifelhaft, dass ich jemals so viel gelacht habe, wie in dieser Zeit! Ich hatte meine Zeit alleine, die ich auch wirklich sehr genossen habe aber die Mädels sind genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen: als ich mich nach etwas Bekanntem sehnte. Meiner Familie und meinen Freunden.

Neues und Altes


Australien hat mich schon immer zu sich gezogen. Meine Mutter verbrachte viele glückliche Jahre dort und hegte lange den Wunsch eines Tages wieder zurück zu kehren. Und so wollte ich wissen, was es mit Down Under auf sich hat und beschloss im vergangenen Frühjahr dem fernen Kontinent einen Besuch abzustatten. Ich habe nicht nur die Orte und Menschen besucht, die meine Mutter einst so glücklich machten, sondern auch eigene Erinnerungen gesammelt, die meine Rückkehr in den nächsten Jahren garantieren. Wie lange ich dann bleiben werde und wo ich genau ich sein werde, ist noch unklar aber ihr werdet bestimmt hier bei itravel von mir lesen. Bis dahin wünsche Euch viele Abenteuer und spannende Reisen…

Eure Petra!

Kommentar verfassen