Vom Check-in zum Flugzeug: Wie unser Koffer mitreist

Habt Ihr Euch nicht auch schon gefragt, was alles mit unseren Koffern und Reisetaschen passiert, wenn wir sie am Check-in abgeben? Wir durften hinter die Kulissen der Gepäcksortieranlage des Flughafens Köln / Bonn schauen und den Weg des Koffers zum Flugzeug nach verfolgen:

Während im Abflugbereich die Menschen am Check in warten, sich von ihren Liebsten verabschieden und durch die Sicherheitskontrollen zu ihrem Gate gehen, herrscht eine Etage tiefer Hochbetrieb: Hunderte von Koffern und Reisetaschen gelangen über die Schalter auf die Bänder der Gepäcksortieranlage. Jedes Gepäckstück wird mit einem Barcode versehen und dann beginnt die Reise.
Aus dem Kontrollzentrum hat man einen Überblick über alle Bänder des Flughafens, denn hier laufen alle Gepäckbänder des Flughafens zusammen.

Der Flughafen Köln / Bonn.

 

Zwei Terminals – Zwei Wege

Gepäckstücke aus dem Terminal 1, dem ältesten Teil des Flughafens, werden durch ein unterirdisches Tunnelsystem zur Gepäcksortieranlage in das neuere Terminal 2 gebracht. Alle Koffer der Fluggäste aus Terminal 2 gelangen über einen Aufzug hinter den Check in-Schaltern in die Gepäcksortieranlage.
Der Disponent, dessen Durchwahl der gesamte Flughafen kennt, behält den Überblick. Sobald der Koffer auf dem Band des Check-in Schalters platziert wird, kann er dessen Weg bis zur Maschine metergenau nachverfolgen. Innerhalb von fünf bis zehn Minuten kann er jedes Gepäckstück ausfindig machen, ganz gleich auf welchem Teil des Bandes es sich befindet.

Insgesamt werden am Flughafen Köln / Bonn pro Stunde im Schnitt 5.500 Koffer sortiert, in den Ferien steigt diese Zahl gewaltig an. Zum Vergleich: Bei UPS liegt die Menge bei etwa 176.000 Stück in der Stunde.
Die Anlage ist 2000 in Betrieb gegangen und war zu der Zeit eine der modernsten weltweit. „Im Vergleich zu anderen Flughäfen wie Frankfurt ist unsere Anlage relativ klein“, sagt Holger Sören Ullmann aus der Fördertechnik.

Safety First

In der Gepäcksortieranlage des Flughafens Köln / Bonn arbeiten 170 Mitarbeiter.
In der Gepäcksortieranlage des Flughafens Köln / Bonn arbeiten 170 Mitarbeiter.

Sollte auf einem Koffer das Label fehlen, so kann er nicht die erste Sicherheitskontrolle passieren und kommt sofort auf ein separates Band. „Ein Gepäckstück, welches kein Label aufweist, darf nicht verladen werden. Es gilt die Devise Safety First“, erklärt uns Holger Sören ‚Ullmann.
Der 360 Grad-Durchleuchtung entgeht nichts: Das Gepäckstück wird durchleuchtet und gleichzeitig auf Sprengstoff kontrolliert. Sollte der Scanner den Barcode nicht erfassen können und der Computer nicht genau weiß, auf welche Rutsche der Koffer geschickt werden soll, dann kommt das Gepäckstück auf Seite und muss per Hand eingescannt werden.

Eins der zahlreichen Gepäckbänder.

Im Schnitt benötigt ein Gepäckstück sieben Minuten um die Sortieranlage zu passieren und auf die Anhänger geladen zu werden, die sie zur jeweiligen Maschine bringen. Über den „Sortierer“ (ein Band, das unterhalb der Decke läuft, auf insgesamt 303 Schalen (auf jede passt ein Gepäckstück) wird der Koffer oder die Reistasche auf Rutschen zu den Mitarbeitern befördert, die die Anhänger beladen.
Das Sperrgepäck läuft übrigens über ein separates Band und braucht viel weniger Minuten bis es im Flugzeug ist. Grund hierfür ist die Tatsache, dass der Zoll direkt einen Blick drauf werfen kann und das Gepäckstück sofort beim Einchecken durchleuchtet wird.

 

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