Auf der Jagd nach dem schwarzen Diamanten

Mhmmm - echt lecker! Wer einmal eine richtig gute Trüffelpasta gekostet hat, versteht den Hype.

Kein neuer Bond-Film, sondern Trüffel-Suche in Italien

Die letzten Nebelschwaden verziehen sich gerade, als der Trupp  mit den beiden Hunden ihre Jagd beginnt – die Jagd im feuchten Waldboden der Emilia Romagna, die Jagd nach Italiens wertvollen schwarzen Diamanten – den Trüffeln. Die Hunde halten schon die Nase in die Luft, in der Hoffnung, die begehrten Pilze zu wittern. Der „Tartufaio“, ein professioneller Trüffelsucher, gibt noch eben zwei, drei wichtige Anweisungen, wie man sich während der Suche zu verhalten hat, da geht´s schon los: Cen und Papillo stürmen los, die Schnauze immer im feuchten Waldboden. Schnüffeln hier, schnüffeln dort – nix. Laufen weiter, sie sind unermüdlich in ihrem Tun, sie wollen die Gruppe um jeden Preis glücklich machen. Indem sie auf die „schwarzen Diamanten“ oder gar „weißes Gold“ stoßen. Die Hunde sind Lagotto Romagnolos – das ist die beste Hunderasse zum Trüffelsuchen. Schon lange habe sie die Trüffelschweine bei der Suche abgelöst, letztere sind in Italien inzwischen verboten, weil sie den kostbaren Boden zerstören.

Italiens schwarze Diamanten und das weiße Gold der Emilia Romagna – Küchenchefs der ganzen Welt reißen sich um diese kulinarischen Schätze.

So sehen sie aus - die begehrtesten Pilze Italiens! (qay_pixelio.de)
So sehen sie aus – die begehrtesten Pilze Italiens! (qay_pixelio.de)

Die Suche dauert an. Erst als die ersten Sonnenstrahlen dieses Novembertages durch die Wolkendecke brechen, bellen die Hunde plötzlich auf und beginnen, wie wild neben einer alten Linde zu buddeln. Kurze Zeit später hält Ricardo – der Tartufaio – eine dicke braune Knolle in den Händen. Kapp 300 Gramm Trüffel werden es sein, schätzt er und grinst über beide Ohren. Für ihn bedeutet dieser Fund einen guten Verdienst. Die Trüffelpreise schwanken zwischen 500 und 3000 Euro pro Kilo – je nachdem, wie Vorkommen und Nachfrage zusammenspielen. Der Jackpot unter den Trüffelfunden ist der weiße Trüffel, der deutlich seltener als der schwarze vorkommt. Er ist rar – und das macht ihn, zusammen mit seinem speziellen Geschmack nach Pilz, Parmesan und feuchtem Erdboden – in der ganzen Welt begehrt. Ob Hobbykoch, Gourmetrestaurant oder die vielen Besucher, die in diesen Wochen in die Emilia Romagna strömen – alle wollen das „weiße Gold“, um ihre Speisen damit zu veredeln.

Mhmmm - echt lecker! Wer einmal eine richtig gute Trüffelpasta gekostet hat, versteht den Hype.
Mhmmm – echt lecker! Wer einmal eine richtig gute Trüffelpasta gekostet hat, versteht den Hype.

In diesen Wochen gibt es nur ein Thema: Trüffel, Trüffel und nochmals Trüffel.

Manch ein Gastronom fährt in der Trüffelsaison ein zusätzliches Jahresgehalt ein und die Suche hat sich längst zu einem beliebte Volkssport in Italien etabliert: Jedes Jahr im November wird gesucht, was das Zeug hält. Zeitgleich findet das Tartufesta – das große Trüffelfest – in mehr als 13 Dörfern der Region Emilia Romagna statt. Mit Verkostungen, Ausstellungen und unterschiedlichen Veranstaltungen wird dann die Edelpilzernte zelebriert. Gesucht und gefeiert wird aber nicht nur hier. Auch in den Bergen der Abruzzen ist die Trüffelsuche in vollem Gange. Etwas weniger touristisch, dafür aber auch authentischer geht es hier zu. Zudem ist das Piemont ein beliebtes Trüffelgebiet.

Schlemmen in Bella Italia - das bedeutet auch: Guter Käse...
Schlemmen in Bella Italia – das bedeutet auch: Guter Käse…
und Pasta in allerlei Variationen.
… und Pasta in allerlei Variationen.

Auch außerhalb der Trüffelsaison ist Italien ein richtiges Schlemmerparadies. Pasta, Parmesan und Prosciutto sind nur einige Schmankerl, die euch erwarten. Gerne stellen wir euch eure kulinarische Reise in den Süden zusammen.

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