Verliebt in Down Under

Es gibt Destinationen, in die wir uns sofort Hals über Kopf verlieben. Und so erging es mir auch.
Vergangenen Juni hatte ich die Gelegenheit, genau in solch eine Destination zu reisen – nach Australien. Fast hätte ich die Möglichkeit aus persönlichen Gründen abgelehnt.. Doch am Ende überquerte ich ganz tapfer mehrere Zeitzonen und konnte den gigantischen Kontinent Australien fast komplett von Norden nach Süden und Westen nach Ostern bereisen. Um dies zu tun habe ich dabei in mehr als ein Dutzend Inlandsflüge wahrgenommen und traf dabei auf Temperaturen zwischen 10 und 40 Grad, die Bilderbuch Surferküste von Sydney, auf trendige Metropolen im Süden (Melbourne), lief über die roten Wüste im Outback, flog über das Great Barrier Reef, habe einen Koala in den Händen halten dürfen und bin mit einem vollem Koffer mit Übergepäck und jeder Menge Souvenirs nach Deutschland wieder zurück gekehrt.

Ankunft in Sydney

sydney_pflasterhotel

Nach meiner doch weniger anstrengenden Reise als erwartet, bin ich nun angekommen. Per Transfer zur Ortschaft Pretty Beach ging es zum Pretty Beach House, welches etwa 100 km von der Metropole entfernt ist.
Mit nur vier Zimmern ist es ein wahres Juwel und der perfekte Kurztrip weg von Sydney, welches auf einer Klippe auf der Bouddi Halbinsel gelegen ist. Angophora- und Eukalyptusbäume versprühen einen leichten Duft und schützen das Haupthaus und die kleinen Pavillons unter ihren lichten Baumkronen. Die Halbinsel ist übrigens ein Naturschutzreservat.
Vom Luxushotel aus kann man durch einen kleinen Wald bis an die orangenen Sandsteinklippen wandern. Am Fuße der Klippen verstecken sich einsame Buchten und Strände. Ab und an sind Surfer im Wasser zu sehen, die auf die perfekte Welle warten. Auf dem Hotelgelände gibt es auch einige Aborigines-Felsmalereien, denn den Ureinwohnern Australiens war diese Landzunge heilig – und ist es noch immer.
Durch seine persönliche und gemütliche Atmosphäre wird das Pretty Beach House nicht wie ein Hotel. Es ist mehr wie ein Heim außerhalb des eigenen Heims – mit dem Zusatz von Luxus. Die Küche ist offen und man kann auch beim Kochen sich mit dem Koch unterhalten. Hier kann man das Essen vom berühmten Chefkoch Stefano Manfredi genießen. Der Speisesaal verfügt über eine große Fensterfront, die direkt auf den Infinity Pool und die Eukalyptusbäume blickt. Der Pool bietet eine Aussicht auf das glitzernde Wasser der Bucht.
Drei Pavillions und ein Retreat im Hintergrund des Haupthauses verfügen je über einen Plunge Pool und lichtdurchflutete Fenster, die eine Einheit mit der Umgebung schaffen.
Im Haupthaus befinden sich ebenfalls noch zwei Zimmer. Luxus bis ins kleine Detail wird hier groß geschrieben. Ehricherweise habe ich fast nirgends so viel Liebe zum Details und Luxus erlebt.
Das Pretty Beach House ist eben nicht nur schön, sondern ein edles und luxuriöses Heim für ein kurzes Getaway von der Metropole Sydney. Übrigens ist es auch perfekt geeignet, um vielleicht den ein oder anderen Tag vor oder nach der Abreise/Ankunft idyllisch verbringen zu können.

Danach ging es über das Hunter Valley – einem der größten Weingebiete Australiens in nach Sydney. Nach dem Einchecken im ultraschicken Shangri La Hotel  bekam ich mein erstes Bild der Megacity: die Sydney-Oper und die Harbour Bridge – perfektes Postkartenbild – ich kann mich kaum sattsehen und bin aus dem Häuschen. Es ist zwar schon abends und deshalb schon dunkel, aber einen Spaziergang entlang des Circular Quay – und das an meinem Geburtstag, kann ich mir doch nicht entgehen lassen!

Der Weg zum Hafen vom Hotel führt mich durch den historischen Stadtteil The Rocks, welcher voll ist mit entzückenden viktorianischen Häuschen, alt-englischen Pubs und engen Gässchen. Nicht weit von hier entfernt sehe ich die glitzernden Hochhäuser im Hintergrund. Die Stippvisite in Sydney war zwar kurz, aber die Stadt hat mich nicht enttäuscht.. Beim nächsten Mal will ich aber unbedingt an den Bondi Beach und die braungebrannten Surfer die lässig ihr Surfboard unterm Arm tragen sehen.

operahaus aus der luft

Am nächsten Tag um 5:00 Uhr morgens und einer kurzen Nacht werfe ich nochmal einen letzten Blick auf die Sydney-Oper aus meine Fenster – übrigens: die Oper und der Hafen sehen nur 20 min später und ein wenig mehr Licht und Sonnenaufgang wieder ganz anders aus. Kleines Spektakel, mit dem ich so nicht gerechnet habe. Ich platziere ein Kissen auf der Fensterbank und verliebe mich in die Aussicht mit einem Kaffee in der Hand.
Dann aber muss ich los, noch schnell zum Frühstück im 1. Stock des Hotels und ich bin ready to go. Der Fahrer steht auch schon da und wir düsen zum Flughafen. Es geht nach Cairns bzw. nach Palm Cove, nördlich der Stadt – vom Süden in den Norden des Kontinents oder auch vom angenehmen 22 Grad zu 30 Grad und tropische Feuchtigkeit (im australischen Winter).
Palm Cove gleicht einem idyllischen Touristenort mit wunderbaren Restaurants die zum Teil Ihre Tische und Stühle direkt im Sand aufgebaut haben. Die Australien sind eben doch super lässig.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Flieger auf Hamilton Island. Der Flug ist der Oberhammer, denn aus der Luft kann man einfach so nebenbei das Great Barrier Reef sehen. Ein riesiges Labyrinth aus Sand- und Koralleninseln und den verschiedensten Blautönen. Unweigerlich entdecke ich immer neue kleine Inselchen in diesem blauen Mosaik. Noch bin ich unwissend, was für ein Hotelhighlight mich auf Hamilton Island erwarten wird. Qualia war das Ziel. Das Resort hat ungefähr jeden Preis gewonnen, den es eigentlich zu gewinnen gibt. Mit einem Golfwagen kann man nicht nur das Gelände, sondern auch die komplette Insel erkunden! Die Villen liegen hier auf einem etwas bergigen Gelände – das Wetter war nicht optimal, aber das war mir bei diesem Anblick ziemlich egal. Hier stimmt einfach alles. Modern-elegantes Interieur, welches Design, Luxus, die australische Lässigkeit und Unbesorgtheit widerspiegelt, perfekte Lage, riesige Zimmer und hochprofessionelles Personal, das jedem den Wunsch von den Augen abliest. Champagner zur Begrüßung und ein Känguru am Eingang (vielleicht Zufall, vielleicht aber auch nicht) hat mein Erlebnis noch perfekter gemacht. Hätte ich auch früher wissen können, denn der Name Qualia bedeutet so viel wie „tiefere, sensitive Wahrnehmung“. Ein perfekter Ort für Verliebte – das nächste Mal komme ich nicht alleine!
2 Bilder nebeneinander

Da Hamilton Island mitten im Great Barrier Reef liegt, kann man von hier auch Ausflüge zum Riff machen oder zum berühmten Whitehaven Beach der Whitsunday Islands. Und genau das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich entschied mich für einen Segeltörn inkl. Schnorcheln. Morgens um 8 Uhr ging es schon los. Perfektes Wetter mit einer frischen Brise während der Fahrt.. Ein bisschen surreal kam ich mir schon vor – glitzerndes Wasser und ab und an schauten ein paar Schildkröten sich unser Segelboot aus der Nähe aus an. Dann Schnorcheln im Great Barrier Reef – mit Schnorchelausrüstung gewappnet ging es ab ins kühle Nass. Farben ohne Ende und die Fische möchte man am liebsten Umarmen, weil sie so schön bunt sind. Nach dem Wasserplantsch gab es erstmal ein leckeres Buffet mit Meeresfrüchten und Afternoon-Tea. Alle warteten gespannt auf das Highlight: Whitehaven Beach. Wir wurden nicht enttäuscht! Der Strand ist so unglaublich weiß, dass man erstmal geblendet wird – weißer als Schnee würde ich behaupten. Da der Sand aus ganz feinen Partikeln besteht, macht man unweigerlich auch witzige Quietschgeräusche sobald man hier barfuß unterwegs ist.

Schnorcheln ist ein Muss!

Mit großem Bedauern verließ ich diesen magischen Ort nach zwei entspannenden Tagen, doch eins musste vor meiner Abreise noch sein: Ein kurzer Stopp im Wildlife Sancturary und der obligatorische Schnappschuss mit einem Koala in meinem Armen. Am liebsten hätte ich ihn mit nach Hause genommen, aber sicherlich würde er ungern Hamiltion Island und das Great Barrier Reef gegen eine Wohnung im beschaulichen Köln tauschen.

Mitten im roten Zentrum

Der sagenumwobene Uluru mitten im Outback.

Am Flughafen angekommen trennen mich ca. 3 Stunden vom berühmten „Rock“ – den Ayers Rock oder auch Uluru genannt. Die Aussichten aus dem Flieger waren zunächst einmal unspektakuläre. Weite trockene Fläche und hier und da ein paar Büsche. Doch auf einmal, großes Staunen und nervöse Gäste im Flieger. Ein kurzer Blick aus dem Fenster hat es verraten: der Uluru war zu sehen. Mitten in dieser roten Wüste schaute er heraus, ganz selbstverständlich und beeindruckender als ich es mir vorgestellt habe. Oftmals hört man: „Ach, das ist nur ein kleiner Stein im australischen Outback“. Aber nein, ich wurde nicht enttäuscht! Ein magischer Ort, der eigentlich zu jeder Australien-Reise als Pflichtprogramm gehören sollte. Ab dem Moment der Landung kann ich meine Kamera nicht mehr zur Seite legen. Der Weg zu der Einzigartigen Longitude 131 (Link) ist schon der Wahnsinn und sehr beeindruckend. Wir nähern uns langsam aber sicher dem Hotel und egal von welcher Seite man sich dem riesigen Monolithen nähert, des scheint als schimmert seine Farbe immer den unterschiedlichsten Rottönen.
Aus der Nähe betrachtet ist der Anblick noch spektakulärer und gar nicht so klein und unscheinbar wie sonst einige behaupten. Das Rot scheint, aus der Nähe betrachtet, zu vibrieren. Nicht verwunderlich, dass die Aborigines diesen Stein so verehren. Er wirkt praktisch wie gemalt und aus dem nichts auf dieses Fleckchen Landes gesetzt. Die Magie des Uluru kann man eigentlich nirgends besser genießen als in der Longitude 131. Die einzige Lodge mit Blick auf den Monolithen. 15 aneinander gereihte Zelte schaffen die perfekte Atmosphäre für die Bewunderung des Uluru und laden zum Tagträumen ein. Nach einer Tour zum Sonnengang am Uluru setzte uns unser Fahrer mitten in der Dunkelheit aus, ja so schien es zunähst. Wir stiegen aus und hörten in der Dunkelheit der Nacht und unter dem klarsten Sternenhimmel den ich je gesehen habe die Klänge eine Digeiridoo. Ein langer Tisch mit vielen Kerzen und dampfenden Öfen im Hintergrund war unser Ziel – Table 131 nennt sich das Erlebnis mitten im Nirgendwo. Unsere Geschmacksnerven wurden hier mit zarten und duftenden Aromen verwöhnt. Zartes Steak, Chia-Brot, Quinoa-Salate – eine Auswahl an exquisiten Essen, die man eigentlich nur von Sterne-Restaurants gewöhnt ist.

Die Longitude 131 im australischen Outback.

Kimberley-Region – Paradies im Westen

Vom Outback in der Mitte Australiens ging es ins Outback in den Westen – genauer gesagt in die Kimberleys. Als luxuriöser Schlafplatz diente mir das El Questro Homestead Hotel. Eine Art Ranchfarm mit unglaublich gutem Essen, hochprofessionellem Personal und eine Top-Wohlfühlatmosphäre. Die Temperaturen stiegen hier auf heiß aber trockene 40 Grad. Fabelhafte Begegnungen mit heimischen Tieren wie Kängurus, Krokodilen und anderen Vogelarten machen den Aufenthalt vollkommen. Die idyllische Lage an der Chamberlain Gorge, Fahrerlebnisse im Jeep-Wagen entlang der berühmten australischen Gibb River Road intensivierten die Outback-Erfahrung.

Magisches Melbourne

Meine vorletzte Station war Melbourne. Futuristische Wolkenkratzer am Ufer des Yarra Rivers, enge Gassen der Laneways und koloniale Gebäude auf der Flinders Street. Weltoffen, multikulturell zeigt sich die Stadt. Meine absolute Lieblingsstadt in Australien, die ganz sicherlich unter meinen Top 3 Destinationen weltweit einen Platz finden wird.

Von Melbourne geht es auch zurück nach Hause. Doch eine Fortsetzung wird es ganz sicherlich 2016 geben, auch weil man die Schönheit des ganzen australischen Kontinent gerne nochmal entdecken möchte: Geplant sind Perth und Tasmanien!

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