Selber Christbaumschmuck basteln – Mit Origami, der Kunst des Papierfaltens!

(Startbild: Peter-Heinrich_pixelio.de)

Man nehme: Ein quadratisches Blatt Papier, zwei geschickte Hände, etwas Übung und eine gehörige Portion Kreativität – fertig ist die Papiermaus, die Papierschachtel oder die Papierrose. Papierfalten ist in, Origami wahnsinnig beliebt. Das Schöne an der Papierkunst ist dabei, dass es die ganze Welt verbindet – gefaltet wird in Europa genauso wie in Asien, von Neuseeland bis nach Chile. Von Groß und Klein, von Alt und Jung. Bereits in Kindergärten und Schulen sorgt Origami für Begeisterung und es gibt etliche Internetseiten und Blogs, wo sich „Faltsüchtige“ über die neuesten Bastelideen austauschen. Faltanleitungen gibt es wie Sand am Meer, ganze Bücher werden damit gefüllt und im Internet existieren allerlei Videos, die die Herstellung der Papierkunstwerke Schritt für Schritt erklären. Wir finden, dass sich das bunte Papier auch ganz hervorragend am Weihnachtsbaum macht. Wieso also nicht dieses Jahr den Christbaumschmuck mal Selbermachen und „japanische Weihnachten“ feiern…?

Von Japan in die Welt. Begeisterung überall!

Beim Origami sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. (Wolfgang-Dirscherl_pixelio.de)
Beim Origami sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. (Wolfgang-Dirscherl_pixelio.de)

Ursprünglich wurde Origami im alten China und in Japan praktiziert, dort bereits seit der Muromachi-Zeit, die im Jahr 1333 begann. Das damals noch sehr teure Papier wurde hier allerdings fast ausschließlich im Rahmen religiöser Zeremonien gefaltet, zum Beispiel beim Noshi, wo in einer Art Zeremonie Blumen, Opfergaben oder auch andere Geschenke in Papier eingewickelt und an die Götter in den Tempeln überbracht wurden. Als die Papierherstellung mit der Zeit zunehmend einfacher und preiswerter wurde, breitete sich auch die Origami-Kunst aus. Nach und nach entstand eine Vielfalt von Figuren, auch viele der heutigen Klassiker. Die religiös-zeremonielle Bedeutung trat zunehmend in den Hintergrund und wich einem gesellschaftlichen Phänomen, das sich rasch innerhalb Asiens und schließlich in der ganzen Welt ausbreitete. Selbst das Interesse von Wissenschaftlern und Mathematikern weckten die Regeln der Faltkunst – sie grübeln inzwischen über praktikable Lösungen, um die Erkenntnisse der Falttechnik auch auf industrielle Produkte anzuwenden.

Der Klassiker unter den Origami-Tieren ist der Kranich. (günther-gumhold_pixelio.de)
Der Klassiker unter den Origami-Tieren ist der Kranich. (günther-gumhold_pixelio.de)

1000 gefaltete Kraniche für einen Wunsch.

Ungeachtet des weltweiten Hypes um die gefalteten Tiere werden in Japan täglich hunderte, vielleicht tausende Kraniche gefaltet. Denn: Eine Legende besagt, dass die Götter demjenigen einen Wunsch erfüllen, der 1000 Origami-Kraniche faltet. Der Kranich ist in Japan ein Glückssymbol und steht für ein langes, sorgenfreies Leben. Bekanntheit erlangte der gefaltete Vogel Ende des letzten Jahrhunderts, als das durch einen US-Atombombenabwurf verstrahle Mädchen Sadako Sasaki tausende Papierkraniche faltete – in der Hoffnung, wieder gesund zu werden. Seit ihrem Tod steht der Kranich als Symbol des Wiederstands gegen den Atomkrieg. In Hiroshima wurde für das Mädchen ein Denkmal erbaut – hier legen bis heute Menschen aus aller Welt Papierkraniche zum Gedenken der Atombomben-Opfer nieder.

Trotz dieser traurigen Geschichte wünschen wir euch viel Spaß beim Falten. Ob Weihnachtsschmuck oder Tiere – eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

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