Ronda – Andalusiens „geträumte Stadt“

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Dieser außergewöhnliche Ort ist Höhepunkt der „Route der weißen Dörfer“ in Andalusien

(Startbild: Olaf Schneider_pixelio.de)

Wer im Sommerurlaub nach Ronda aufbricht und tatsächlich die tiefe Schlucht, die die beiden Stadtteile voneinander trennt, hinunterkraxelt, der erhält definitiv ein ganz besonderes Erinnerungsfoto mit der majestätischen Puente Nuevo im Hintergrund. Derjenige sollte aber auch nicht vergessen, dass er die vielen Meter wieder hinauf in die Stadt bewältigen muss. In der andalusischen Mittagshitze mitten im August ist dies nicht wirklich ein Vergnügen. Und trotzdem: Die Reise in dieses schöne „weiße Dorf“ – wohl eher eine Stadt – ist immer auch ein Ausflug in die Vergangenheit und lohnt sich auf jeden Fall. Nur 50 Kilometer ist das Städtchen von der Costa del Sol entfernt und liegt inmitten der idyllischen Landschaft im Hinterland von Andalusien. Schon von Weitem ist Ronda auszumachen, das Auto parkt man am besten etwas vom Zentrum entfernt und startet seine Erkundungstour durch eine der zauberhaftesten und ältesten Städte Spaniens zu Fuß.

Das schönste Fotomotiv der Stadt: Die Puente Nuevo über der beeindruckenden Schlucht, welche die Stadt teilt.
Das schönste Fotomotiv der Stadt: Die Puente Nuevo über der beeindruckenden Schlucht, welche die Stadt teilt.

In love with Ronda, einem der „Wunder Andalusiens“

Schnell kann man sich in den vielen Gässchen der idyllischen Altstadt, der Ciudad Vieja, verlaufen. Doch sind es gerade diese Abstecher abseits der bekannten Straßenzüge die besonders schöne Erlebnisse ermöglichen. Man sieht kleine, liebevoll verzierte Springbrunnen, die friedlich vor sich hin plätschern, Olivenbäumchen in einem verwunschenen Hinterhof und Wäscheleinen, die über die engen Straßen gespannt sind und von denen weiße Wäsche in der andalusischen Sonne trocknet. Eventuell kreuzen sogar ein paar Ziegen den Weg, Katzen liegen im Schatten und machen Siesta. Wieso nicht hier eine kleine Rast einlegen und ein paar frische Feigen essen, die am Wegesrand von den Bäumen hängen?

Von vielen Punkten der STadt aus kann man einen herrlichen Blick in die Umgebung genießen.
Von vielen Punkten der Stadt aus kann man einen herrlichen Blick in die Umgebung genießen.
Die Zeit anhalten - in Ronda erscheint dies nicht unmöglich. (Klaus-Brüheim_pixelio.de)
Die Zeit anhalten – in Ronda erscheint dies nicht unmöglich. (Klaus-Brüheim_pixelio.de)

Zurück im kleinstädtischen Trubel gibt es vor allem die schönen maurischen Bauten und Wohnhäuser zu bewundern – bis man die Puente Nuevo erreicht, die fast 100 Meter hoch ist und über die spektakuläre El Tajo-Schlucht führt. Hier leben die Menschen wortwörtlich „am Abgrund“ – Häuser und Gärten sind waghalsig an die Felswände der Schlucht gebaut. Nichts für Leute mit Höhenangst! Die grandiose Aussicht in die Tiefe kann man aber wunderbar von den Aussichtsterrassen der Hotels und Cafes genießen, bevor man ins Marktstadtviertel „El Mercadillo“, den neueren, moderneren Stadtteil von Ronda, aufbricht.

Stierkampflegenden und Künstler aus aller Welt verhalfen der Stadt zu ihrem Ruf – und tun dies noch immer

Spaniens älteste Stierkampfarena befindet sich nicht etwa in Sevilla oder Madrid - sondern in Ronda! (Bildpixel_pixelio.de_.jpg)
Spaniens älteste Stierkampfarena befindet sich nicht etwa in Sevilla oder Madrid – sondern in Ronda! (Bildpixel_pixelio.de_.jpg)

Hier befindet sich die Placa de Tores der Stadt, die Stierkampfarena, die neben der Puente Nuevo ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt ist. Sie ist die älteste Stierkampfarena Spaniens. Legendäre Toreros aus den Familien Romero und Ordonez haben hier der Stadt zu Ruhm verholfen. Unbeachtet der Frage, inwiefern Stierkampf als Tradition oder aber Tierquälerei zu betrachten ist, ist das Gebäude aufgrund seiner Architektur und den vielen Infos zum „Corida de Toros“ einen Besuch wert. Die schönen Farben – hauptsächlich Gelb und Ocker unter strahlend blauem Himmel – eignen sich übrigens hervorragend als Kulisse für tolle Fotos! 1994 drehte Madonna hier ihr Video zu „Take a bow“. Die Arena sowie das, was in ihr und in Ronda insgesamt geschehen ist, inspirierte auch Schriftsteller wie Hemingway zu seinen Erzählungen, etwa in „Wem die Stunde schlägt“. Der Dichter Rainer Maria Rilke war von der „unvergleichlichen Erscheinung der auf zwei Felsmassen aufgehäufelten Stadt“ so dermaßen fasziniert, dass er hier fast einen ganzen Winter im Hotel Reina Victoria verbrachte, wo er auch heute noch als Bronzestatue von der Hotelterrasse aus den Blick in die Weite streifen lässt. Auch Ava Gardner und Orson Wells lebten einige Zeit in der Stadt.

Ihr wollt Ronda und die weiteren märchenhaften Orte von Andalusien kennenlernen? Dann auf nach Spanien, lasst euch verzaubern!

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