Fado – Portugal für die Ohren

Portugal – das ist die felsige Küste der Algarve, das ist das quirlige Lissabon, das ist gutes Essen und guter Wein. Und: Es ist der Fado! Portugals „Stimme des Volkes“, mit dem nach wie vor die Themen besungen werden, welche die Menschen im Land beschäftigen.

Was den Spaniern ihr Flamenco ist, das ist den Portugiesen ihr Fado. Natürlich wären beide Länder empört darüber, wenn man die Gesänge in einem Topf würfe. Zu Recht, denn so ähnlich die leidenschaftlichen, von Herzschmerz triefenden Lieder voller Dramatik in unseren Ohren auch klingen – sie unterscheiden sich in vielen Dingen. Doch sind beide großartige Geschichtenerzähler, berichten von verflossenen Liebschaften, Familiengeschichten, sozialen Missständen und der Sehnsucht nach besseren Zeiten. Und haben jahrhundertealte Tradition.

Maria Severa: Sinnbild des portugiesischen Fados.
Maria Severa: Sinnbild des portugiesischen Fados.

Melancholie als Markenzeichen

Der Begriff Fado leitet sich vom lateinischen Wort fatum ab, was so viel wie Schicksal oder Fügung bedeutet. Dabei werden in Portugal zwei unterschiedliche Spielarten des Fado unterschieden: Der Fado aus Coimbra wird ausschließlich von Männern gesungen, teils in Gruppen ähnlich eines Troubadour-Liedes, das man unter dem Balkon seiner Liebsten kundtut. Hingegen ist der Fado aus Lissabon ein sehr volksnahes Lied, das in Tavernen und Bars gesungen wird. Empfehlenswerte Adressen sind zum Beispiel das Senhor Vino und das Casa de Linhares in der Altstadt. Regelmäßig finden in Lissabon aber auch Open Air Fado-Konzerte statt, etwa hoch oben in der Festung mit Traumblick auf die Häuserdächer und das Meer. Sogar ein eigenes Fado-Museum gibt es in der Stadt.

Großartige Musik mit Blick bis auf das weite Meer - in Lissabon kann man dies bei zahlreichen Fado-Konzerten erleben. (_R_by_H.D.Volz_pixelio.de)
Großartige Musik mit Blick bis auf das weite Meer – in Lissabon kann man dies bei zahlreichen Fado-Konzerten erleben. (_R_by_H.D.Volz_pixelio.de)

„So gigantisch wie das Meer“

Derzeit erlebt der Fado in Portugal und der ganzen Welt eine Renaissance. Der aktuelle Shootingstar des Landes ist die Sängerin Joana Amendoeira, die bereits mit allen wichtigen Leuten der Szene im Studio oder auf der Bühne gearbeitet hat, etliche Auszeichnungen erhielt und insgesamt neun CDs veröffentlichte. Sie füllt mit ihren Auftritten die größten Opernhäuser Portugals, sorgt für ausverkaufte Musik-Theater und verleiht den wichtigsten Festivals der Welt Glanz und Glamour. Auch die charismatische Fado-Sängerin Carminho gibt dem Fado seit einigen Jahren ein neues, modernes Gesicht. Seit der Veröffentlichung ihres Albums „Fado“ im Jahre 2009 wird sie international gefeiert und gibt Konzerte in der ganzen Welt.

Carminho_2009
Carminho ist eines der neuen Gesichter des portugisischen Fados.

Hier könnt ihr in die wunderbaren Lieder von Carminho hineinhören. Am schönsten ist der Fado aber selbstverständlich, wenn man ihn live in einer der vielen kleinen Bars in Lissabons Altstadt erlebt. Allein für euer kleines, feines „Fado-Erlebnis“ lohnt sich ein Besuch in Portugals Hauptstadt. Und wenn ihr schon einmal im Lande seid, solltet ihr auch Zeit für die weiteren Highlights Portugals mitbringen – Algarve, gutes Essen und guter Wein und noch viel, viel mehr…

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