Hoch im Norden – Elisabeth in Schwedisch Lappland

Unsere Produktassistentin Elisabeth machte einen Wochenendtrip nach Schwedisch Lappland und erlebte ihr ganz persönliches Schneeabenteuer, gespickt mit vielen großartigen Erlebnissen! Kurz nach ihrer Rückkehr verriet Sie uns begeistert, was Sie hoch im Norden erwartet hat, warum eine Mütze im Gepäck nicht fehlen darf und wie die richtige Schlaftechnik bei Minusgraden aussieht.

Was hat dich dazu veranlasst, nach Schwedisch Lappland aufzubrechen? Es ist ja nicht gerade das typische Ziel für einen Wochenendtrip?

Ich wollte einfach mal was Neues erleben – eben gerade nicht Party, Shopping, Strand und Museen, die einen in den üblichen Kurztrip-Zielen wie Barcelona, Mallorca oder London erwarten. Eigentlich bin ich gar kein Wintersportler, fahre nicht Ski und mag auch den Winter hier in Deutschland überhaupt nicht gerne. Trotzdem haben mich die Polarlichter und die Weiten Schwedisch Lapplands gereizt. Von Frankfurt-Hahn hat man eine gute Verbindung direkt nach Arvidsjaur, der Flug dauert keine drei Stunden und schon ist man in einer ganz anderen Welt.

Wie sieht diese andere Welt denn aus?

Es ist einfach alles viel kleiner, viel idyllischer und so viel ruhiger und beschaulicher. Die Straßen, selbst die „Autobahnen“ sind schmal und kaum geräumt, die Häuser einfach, es wird mit Holz geheizt und auf den Tisch kommt, was die Region bietet – zum Beispiel Elch oder auch Rentier, was beides sehr lecker ist. Die Menschen leben in Einklang mit der Natur und ihren Tieren und schaffen es auf bemerkenswerte Weise, sich mit dem kalten Winter zu arrangieren. Es gibt keinerlei Schnickschnack, der einen vom Entspannen abhalten kann. Dass die Uhren hier anders ticken, haben wir gleich bei der Ankunft am Flughafen bemerkt. Wir mussten über die Landebahn zum kleinen Flughafengebäude laufen, wo wir auch direkt in die Abfertigung stolperten. Ruckzuck waren wir wieder draußen, unmittelbar danach schloss der Flughafen. Um vier Uhr nachmittags. Weil wir wohl die letzte Reisegruppe für heute waren.

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Willkommen in Schwedisch Lappland!
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Eine märchenhafte Welt erwartet euch hier…

Was hast du denn sonst noch erlebt? Wie vertreibt man sich in Schwedisch Lappland die Zeit?

Erlebt haben wir allerhand! In Skelleftea fanden gerade die Welt-Meisterschaften im Eisschwimmen statt. Ein jährliches Großevent mit Teilnehmern aus aller Welt inklusive dem dazugehörigen Medienrummel. Wir machten auch eine Elchsafari und bekamen tatsächlich einige dieser wundervollen Tiere vors Auge, leider nur aus der Distanz. Dafür konnten wir bei unserer frühmorgendlichen Huskytour durch die strahlend weiße Natur mit den süßen Tieren auf Tuchfühlung gehen. Erst hatte ich Angst vor den Hunden, doch dann fand ich sie richtig niedlich. Wir haben auch eine Samin getroffen, also eine Ureinwohnerin Schwedisch Lapplands. Bei einem Glök und Plätzchen erzählte sie uns von ihrer Kultur und den jahrhundertealten Traditionen, dann sang sie noch ein Lied für uns. Diese Begegnung hat meinen Aufenthalt auf jeden Fall bereichert, ich werde sicherlich noch oft an diesen Moment zurückdenken. Auch Schneemobil fahren macht riesigen Spaß und sorgt für den einen oder anderen Adrenalin-Kick!

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Von Kraft und Wesen der Huskys war Elisabeth begeistert.
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Auch beim Schneemobil fahren kam der Spaß nicht zu kurz!

Dein Urlaubshighlight?

Der Ausflug zum Eisangeln und das damit verbundene Outdoor-Barbecue am zugefrorenen See. Mitten im Nirgendwo lag der See, wir haben eine Stelle aufgebrochen und unsere Angeln reingehalten. Tatsächlich haben wir fünf Fische gefangen, die wir an Ort und Stelle zubereitet und gegessen haben. Außerdem gab es eine heiße Suppe über dem selbst gemachten Lagerfeuer. Also Abenteuerfeeling pur! Ein weiteres Highlight war natürlich die Übernachtung im Iglootel.

Das interessiert uns genauer. Wie ist es denn so in einem Hotel, das nur aus Eis und Schnee geschaffen ist?

Es ist ganz einfach unglaublich! Man kann es sich nicht vorstellen, man muss es erlebt haben. Das Hotel wird jedes Jahr in unterschiedlichem Design neu erbaut, an dem Studenten internationaler Designuniversitäten mitwirken. Zurzeit sind zum Beispiel verschiedene Autoteile wie Bremsbelege und Motorenteile in die Wände eingefroren. Man ist hier überall von Schnee und Eis umgeben, überall leuchtet und glitzert und funkelt es, das Eis strahlt und schimmert in den verschiedensten Farben. Das alles wirkt sehr märchenhaft. Natürlich ist es klirrend kalt, aber im Whirlpool oder in der Sauna kann man sich hervorragend aufwärmen – und den Blick im klaren Sternenhimmel verlieren. Mit etwas Glück sieht man von diesem besonderen Ort auch die berühmten Polarlichter.

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Kaum zu glauben, dass sich hier tatsächlich ein Hotel verbirgt…
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Diese Nacht wird besonders! Befolgt man ein paar Tipps, wird man aber tief und fest schlafen.
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So lebt es sich im Iglootel.
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Von Innen wirkt das Iglootel gar nicht kalt.

So richtig behaglich klingt eine Nacht in Eis und Schnee für viele trotzdem nicht. Wie hast du die Nacht erlebt?

Ich hatte im Vorfeld natürlich auch Bedenken. Werde ich frieren, ist es bequem, was mache ich mit meinen Wertsachen, die die Kälte zum Teil nicht vertragen und wie sieht es im Iglootel in Sachen Sanitäranlagen aus? Rückblickend kann ich nur sagen, dass alle Sorgen unbegründet waren. Man erhält vor Ort zwei verschieden warme Schlafsäcke und wird genau instruiert, wie man schlafen soll – nämlich nur in Thermounterwäsche und nach einem Sauna-oder Whirlpoolgang, so dass der Körper aufgeheizt ist und diese Wärme möglichst lange erhalten bleibt. Absolut wichtig ist auch eine Mütze, damit die Körperwärme nicht über den Kopf entweichen kann. Wer diese Tipps befolgt, der wird auch gut schlafen. Die Sanitäranlagen befinden sich direkt neben dem Schlafgebäude und was die Wertsachen betrifft, so geht hier nichts verloren. Mein Handy habe ich zum Beispiel an der Rezeption gelassen, da die Kälte in den Schlafsäälen die Batterie hätte schädigen können. Allerdings muss ich sagen, dass eine Nacht im Iglootel mir gereicht hat – es ist wirklich insbesondere das Erlebnis, was hier zählt. Ein längerer Aufenthalt wäre meiner Meinung nach nicht zu empfehlen.

Wie viel Zeit sollte man denn überhaupt für einen Besuch in Schwedisch Lappland mitbringen? Ist es ein typisches Wochenendziel oder geht auch länger?

Es ist ein typisches Wochenendziel. Schon deswegen, weil Arjeplog ein bekanntes Autotest-Zentrum ist und alle Hotelzimmer der Region während der Woche von Autotestern belegt sind. Am Wochenende kommen dann die Touristen, die Flüge sind entsprechend ausgerichtet. Vielleicht lohnt es sich im Sommer, für eine Woche oder länger zu bleiben. Der Schnee ist dann verschwunden und die Landschaft zeigt ihr zweites Gesicht. Die Gegend ist zu dieser Zeit ein Paradies für Wanderer, die während der Mitternachtssonne bis spät in den Abend hinein auf tollen Wegen wandeln können. Übrigens möchte ich noch erwähnen, dass in Schwedisch Lappland noch mit den Schwedischen Kronen bezahlt wird, nicht mit Euro! Man muss also vor der Abreise Geld tauschen. Alternativ ist aber Kreditkartenzahlung auch fast überall möglich.

Wir sind begeistert von Elisabeths Erzählungen und empfehlen allen, die auf Reisen gerne aktiv und offen für Neues sind einen Abstecher in Schwedens nördlichstes Reiseziel.

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