Zu Besuch bei den Embera in Panama

Etwa 7000 Indianer leben am Rio Charges unweit Panama City

Große, bunte Schmetterlinge flattern zwischen den Blättern der mächtigen Baumriesen hin und her, schillernde Libellen ziehen ihre Kreise, und von irgendwo aus dem grünen Dickicht schallen die aufgeregten Rufe der Äffchen herüber. Das Einbaum-Boot gleitet sanft durch das seichte Wasser des Rio Charges, bis es plötzlich von einer Stromschnelle erfasst und abgetrieben wird. Der Indianer, der das Boot steuert, springt ins Wasser und versucht eifrig, Schlimmeres zu verhindern, doch schon steckt das Boot im Kiesbett am Ufer fest. Da hilft kein Ziehen und kein Zerren, da müssen alle Mann raus aus dem Boot, es aus dem Kies befreien und an Land gemeinsam bis hinter die nächste Flusswindung tragen. Einsteigen, weiter geht’s. Nicht lange danach stoppt der Indianer das Boot, von hier aus geht es zu Fuß weiter. Entlang eines kleinen Trampelfades am Ufer eines kleinen Bachlaufes immer tiefer hinein in den Dschungel.

Dschungel und Fluß als Lebensquelle

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Der Rio Charges ist die Lebensader der Embera in Panama.

Bald lädt ein schöner Wasserfall zu einer erfrischenden Badepause ein, dann erblickt man die typischen Hütten der Embera mit ihren Palmblattdächern. Aufgrund der teils heftigen Regenfälle, die hier im Dschungel niedergehen, sind die Hütten auf Stelzen gebaut. Einige Kinder kommen einen freudestrahlend entgegengelaufen, vor den Hütten sitzen die Frauen in ihren bunten Gewändern und dem schönen Schmuck. Sie sind mit Handarbeiten beschäftigt, flechten Körbe aus den Fasern der Chunga Palme, schnitzen kleine Figuren aus Cocoboloholz und fädeln bemalte Obstkerne als Ketten auf. All dies preisen sie später zum Kauf an, denn die Einnahmen, die sie damit machen, sichern den Großteil ihres Lebensunterhaltes.

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Willkommen in Panama!

Auf den Tisch kommt das, was die Natur ihnen schenkt: Fisch und Bananen

Derweil köcheln in der Hütte Bananen vor sich hin, die später als Patacones, also frittierte Kochbananen, mit Tilapia-Fisch serviert werden. Es ist das traditionelle Gericht der Embea- Indianer. Während des Essens führen sie für die Gäste einen ihrer typischen Tänze vor, die mit Rasseln und Klanghölzern begleitet werden. Diese Lebensenergie macht glücklich und steckt an – der eine oder andere lässt sich zum Mittanzen verführen, während wieder andere etwas Abseits den Arm mit einem traditionellen Tattoo verziert bekommen. Die Farbe stammt aus der Frucht des Jagua-Baumes und verblasst nach etwa sieben Tagen wieder.

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Der Verkauf der Handarbeiten an Touristen trägt einen großen Teil zum Überleben bei.
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Nur eine Autostunde von Panama City entfernt, trifft man auf eine ganz andere Welt…

Ruhe und Frieden im Kontrast zum Großstadttrubel

Kaum zu glauben, dass all dies nur eine knappe Autostunde von Panama City, der lauten und hektischen Hauptstadt des Landes, geschieht. Die Embea, die hier ihre Heimat haben, sind Nachkommen von Indios aus der Region Darien, die an Kolumbien grenzt. Sie sind die einzigen Menschen, die im Gamboa Nationalpark leben dürfen und sie sind schon seit lange vor dem Eintreffen der Europäer hier sesshaft. Immer starker aber dringt die Zivilisation zu ihnen vor, einige Stammesangehörige ziehen als Tagelöhner oder als Studenten nach Panama City und tragen immer mehr Aspekte der modernen Welt in ihre Dörfer.
Andererseits können auch wir bei einem Besuch im Indianerdorf viel von den Embera lernen. Zum Beispiel über die Wertschätzung der Natur, über die heilenden Kräfte verschiedener Pflanzen oder vielleicht sogar ein paar Wörter Choco, der Sprache, die sie sprechen.

Wer nach Panama reist, sollte einen Besuch bei den Embera einplanen.
Wer nach Panama reist, sollte einen Besuch bei den Embera einplanen.

Macht euch selbst ein Bild von den Embera und ihrer Art zu leben. Wir bringen euch hin und stellen euch eure individuelle Panamareise mit weiteren Highlights zusammen. Übrigens lässt sich eine Panamareise ganz wunderbar mit einer Reise nach Costa Rica oder mit einer Karibikkreuzfahrt verbinden!

Wenn ihr auf der Suche nach weiteren authentischen Begegnungen mit Einheimischen seid, empfehlen wir euch auch einen Besuch der Himba in Namibia.

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