Schaurig-schön wie Halloween – das „Haus der Schädel“ in Malaysia

Wer das House of Skulls in Penampang betritt, den erwartet ein Empfangskommitee der besonderen Art: Dutzende Totenschädel starren einem hier von den Decken und Wänden entgegen. Einer schauriger als der andere. Genau der richtige Ort für Gruselfans. Ein Platz mit ganz viel Atmosphäre, ein wenig Angst einflößend vielleicht, aber auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis. Das Schädelhaus ist eine bedeutsame Stätte der Kadazan – einer ethnischen Minderheit in Sabah. Wie viele andere Stämme in Malaysia haben auch die Kadazan lange Zeit die Kopfjagd betrieben. Dabei gelangte ein Stammesmitglied zu besonderem Ruhm: Monsopiad!

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Trophäen der besonderen Art: In Malaysia wurde früher von vielen Stämmen die Kopfjagd betrieben.
Die Legende vom mutigen Krieger Monsopiad

Jeder in der Gegend kennt die Legende des Kriegers Monsopiad, der das Dorf erst von Feinden befreite, dann selber zur Gefahr für die Einwohner wurde…
Vor vielen Jahrhunderten war eine Frau namens Kizabon schwanger. Sie lebte gemeinsam mit ihrem Ehemann Dunggou in einem Haus, auf dessen Dach sich auch die als heilig geltenden Reed-Vögel ein Nest gebaut hatten. Zur gleichen Zeit, als der Sohn des Ehepaares das Licht der Welt erblickte, schlüpften auch die Vogeljungen. In dieser Begebenheit sah der Vater des neugeborenen Jungens einen Hinweis dafür, dass sein Sohn besondere Kräfte hat. Er nannte ihn Monsopiad. Wann immer sein Sohn ein Bad nahm, trug der Vater die Reed-Vögel vorsichtig zu ihm, damit auch sie gemeinsam mit seinem Sohn baden konnten. Bald waren die Vögel aber groß genug, um ihr Nest zu verlassen und auch Monsopiad wuchs heran. Sein Dorf wurde oft überfallen und ausgeraubt und weil es nicht genügend Krieger zur Verteidigung gab, lag es oft in Trümmern dar. Monsopiad, inzwischen ein hervorragend ausgebildeter Krieger, wollte dies nicht länger hinnehmen. Er zog los, um die Feinde des Dorfes zu besiegen und ihre Schädel als Trophäen zurück ins Dorf zu bringen. Als Zeichen der Dankbarkeit forderte er von den Dorfbewohnern ein großes Fest bei seiner Rückkehr.

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Monsopiad gilt noch heute als tapferer Krieger – er ist auch ein Vorbild für Tapferkeit.

So geschah es dann auch – über viele Jahre hinweg besiegte der Krieger immer wieder Feinde und erkämpfte sich bald einen Ruf, aufgrund dessen niemand es mehr wagte, ihn herauszufordern. Doch das Kopfjagd-Fieber hatte den jungen Mann gepackt und er konnte einfach nicht vom Kämpfen ablassen. So provozierte Monsopiad zunehmend andere Krieger, nur um sie im Kampf zu besiegen und ihre Schädel an den Dächern der Dorfhäuser aufzuhängen. Doch durch dieses Verhalten verängstigte er die Dorfbewohner, die sich immer mehr von ihm distanzierten und schließlich planten, ihn loszuwerden. Eines nachts schlichen sie sich an den schlafenden Monsopiad heran und brachten ihn um. Im Todeskampf und um sein Leben ringend musste der tapfere Krieger feststellen, dass ihn die besonderen Kräfte, die er durch die Reed-Vögel erhalten hatte, verlassen hatten.

Bis heute ein Held der Kadazan
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In schönen Inszenierungen bieten die Dorfbewohner heute die traditionellen Zeremonien dar.

Trotz der Bedrohung, die Monsopiad zuletzt für das Volk der Kadazan dargestellt hatte, ist er für sie bis heute noch ein großer Held, der ihr Volk von Feinden und Plünderern befreit hat. Die Schädel seiner Feinde sind daher bis heute im „House of skulls“ zu sehen und die Stammesmitglieder huldigen ihm regelmäßig mit besonderen Zeremonien.

Ihr wollt den Spirit von Monsopiad am eigenen Leib spüren und im Haus der Schädel die schaurigen Trophäen besichtigen? Dann stellen wir Euch gerne Eure individuelle Traumreise durch Malaysia zusammen – Ihr werdet sehen, das Land kann auch ganz anders als gruselig…

In diesem Sinne: Happy Halloween!

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