10 wenig bereiste Destinationen der Welt

Mit über 75 Millionen Besuchern pro Jahr ist Frankreich das meistbereiste Land der Welt. Aber wo kann man eigentlich noch Urlaub fernab der Touristenmassen machen, die Seele an leeren Stränden baumeln lassen und wirklich einzigartige Erinnerungen sammeln? Wir stellen dir wenig bereiste Destinationen vor, die durchaus eine Reise wert sind!

1. Nauru


Nauru im Westpazifik ist der drittkleinste Staat der Welt. Seine reichen Phosphatvorkommen machten es zum Jahrtausendwechsel zu einem der reichsten Länder der Welt, doch mit dem fast vollständigen Abbau des Rohstoffs ist Nauru zusehends verarmt. Der Tourismus kommt nur langsam in Schwung: es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel und die einzige Asphaltstraße führt in einem Ring um die Insel. Kein Wunder, dass jährlich nicht mehr als knapp 200 Besucher sich hierher verirren. Hier sind echte Abenteurer gefragt! Durch seine vorgelagerten Korallenriffe ist der kleine Inselstaat unter Tauchern längst ein Geheimtipp. Die Anreise allerdings ist nicht einfach: Die Insel liegt isoliert im Westpazifik zwischen Mikronesien, den Marshall Islands und Papua-Neuguinea.

2. Tuvalu

Schiffswrack auf Tuvalu
Schiffswrack auf Tuvalu | Flickr: Tomoaki INABA / CC

Auch in Tuvalu spielt die abgelegene Lage zwischen Australien und Hawaii eine große Rolle für die niedrigen Besucherzahlen von etwa 1.200 Touristen jährlich. Dabei ist Tuvalu ein echtes Inselparadies, auf dem Besucher noch echte Unberührtheit erleben können. Wer eine Reise dorthin plant, sollte sich beeilen: Berechnungen zufolge wird Tuvalu aufgrund seiner niedrigen Höhe als erstes dem steigenden Meeresspiegel zum Opfer fallen.

3. Kiribati

Atemberaubende Atolle in Kiribati
Atemberaubende Atolle in Kiribati | Flickr: The TerraMar Project / CC

Paris im Pazifik, London am Meer – alles Quatsch? Mit Nichten! Beide Orte liegen – zusammen mit Poland und Banana – auf Kirimati, der größten Insel Kiribatis, einem kleinen Inselstaat südlich von Hawaii. Die schlechte Anbindung ist der Hauptgrund für die niedrige Besucherzahl von nur ca 6.000 im Jahr. Doch wer die komplizierte Anreise auf sich nimmt, darf sich über einen Inseltraum sondergleichen freuen: puderzuckerweiße, palmengesäumte Strände, türkisblaues Wasser und Entschleunigung pur sind nur wenige der guten Argumente für einen Besuch in Kiribati.

4. Montserrat

Die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel wurde von Christoph Kolumbus höchstpersönlich entdeckt, niedergelassen haben sich dort jedoch knapp 150 Jahre später die Engländer. Heute ist die Vulkan-Insel ein britisches Überseegebiet. Mitte der 90er Jahre wurde sie von Vulkanausbrüchen gebeutelt. Die damals verlassenen Gebiete – dazugehörend auch die Hauptstadt Plymouth im Südwesten – sind heute echte Touristenmagneten, aber auch schwarze Strände machen Montserrat zu einem faszinierenden Reiseziel, das bisher jährlich nur um die 7000 Besucher anzieht. Übrigens: Auch die nahe gelegenen Inseln Dominica und Martinique sind echte Geheimtipps!

5. São Tomé & Principe


Als zweitkleinster afrikanischer Staat nach den Seychellen präsentiert sich São Tomé & Principe vor der Küste Westafrikas als absolutes Paradies. Die bisher 2.000 jährlichen Besucher finden hier nicht nur atemberaubende Strände, sondern auch Vulkane, die heute zum Glück inaktiv sind. Vor der Küste tummeln sich zahlreiche Wal- und Delfinarten, darunter auch Buckelwale. Eine Whale Watching Tour ist zwischen Juli und Oktober ein absolutes Muss!

6. Nordkorea

Fremde Welten: Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang
Fremde Welten: Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang | Flickr: Uri Tours / CC

Wie Nordkorea auf dieser Liste gelandet ist, bedarf nun wirklich keiner langen Erklärung. Ein Besuch in dem weitestgehend isolierten Staat ist schwierig, allein die Beantragung des Visums ist lang und kompliziert, nur ca. 3.000 Besucher jährlich nehmen die Reise auf sich. Im Land selbst wird man von einem Dolmetscher begleitet, der gleichzeitig als Überwacher dient und unter anderem den Kontakt zu Einheimischen kontrolliert. Entdeckungstouren beschränken sich auf die Hauptstadt Pjöngjang, das Umland darf nicht ohne Weiteres erkundet werden. Wie sich so eine Abenteuerreise durch den Staat des Diktators Jim Jong Un gestaltet, erzählt z.B. Christian Eisert in seinem Werk „Kim und Struppi“.

7. Bhutan

Der Zauber Bhutans: Unberührte Bergwelten, abenteuerliche Pfade
Der Zauber Bhutans: Unberührte Bergwelten, abenteuerliche Pfade

„High Value, Low Impact“ – dieses Ziel hat sich das kleine Königreich Bhutan in Sachen Tourismus auf die Fahne geschrieben und begrüßt im Jahr ca. 57.000 Besucher. Die Reise lohnt sich: einsame Kloster, die sich an steile Gebirgshänge schmiegen, bunte Festivals, prachtvolle Tempel und Paläste, verschlafene Bergdörfer und bunte, quirlige Märkte. Wer bekommt da nicht Lust auf einen Besuch in Nepals Nachbarland, das sicher zu den Perlen unter den wenig bereisten Destinationen weltweit gehört? Fernsehen wurde in Bhutan übrigens erst 1999 eingeführt. Aber warum auch vor der Glotze sitzen, wenn man einen Blick auf das atemberaubende Himalaya-Gebirge direkt vor der Haustür hat?

8. Liechtenstein

Burg in Vaduz, Liechtenstein | Flickr: Kyle Taylor / CC

Selbst als Europäer vergisst man schnell, dass es da noch dieses kleine Land zwischen Österreich und der Schweiz gibt: Liechtenstein. Als eines der wohlhabendsten Länder der Welt muss sich Liechtenstein in Ermangelung eines internationalen Flughafens und aufgrund eines geringen Bekanntheitsgrad mit einem der unteren Plätze auf der Liste der Top Destinationen in Europa zufrieden geben. Zu unrecht: Nicht nur liegt Liechtenstein quasi direkt vor unserer Haustür, es verfügt auch über traumhafte Berge, Almen, Skigebiete und 23 Pistenkilometer. Zu schätzen wissen das bisher lediglich um die 60.000 Besucher im Jahr.

9. Antarktika

Pinguine in der Antarktis
Pinguine in der Antarktis | Flickr: Anne Fröhlich / CC

Kalt, gefährlich, unberührt – kaum eine Region der Welt zeigt sich dem Menschen gegenüber so feindlich und beherbergt zugleich einen solch einzigartigen Lebensraum für verschiedene Tiere und wenige Pflanzen. Kein Wunder also, dass das ewige Eis der Antarktika eine Faszination auf viele Reisende ausübt. Dennoch verschlägt es im Jahr nur ca 40.000 Besucher hierher. Wind, Wetter, Kälte und die unbarmherzige See machen die Überfahrt – etwa von Chile oder Argentinien aus – schwierig. Wer die Überfahrt doch wagt, den erwartet eine atemberaubende Lebenswelt fernab der Zivilisation.

10. Moldawien

Triumphbogen in Chisinau
Der Triumphbogen in Chisinau | Flickr: Tony Bowden/ CC

Nur ca. 95.000 Touristen bereisen das Land zwischen Rumänien und der Ukraine. Trostlose Plattenbauten, graue Straßenzüge und ein winziger Torbogen als Wahrzeichen der Haupstadt Chisinau machen Moldawien (oder auch Moldau) auf den ersten Blick sicher zu einem auf den ersten Blick eher uncharmanten Urlaubsort, Sovjet-Nostalgiker sind hier allerdings sicherlich gut aufgehoben. Was kaum jemand weiß: Die Moldauer sind besonders stolz auf ihren Wein, satte Weinberge sind hier kein seltener Anblick. Aber Obacht: Der Landesteil Transnistrien befindet sich außerhalb der Kontrolle der moldauischen Regierung, Reisen hierhin sollten wohlüberlegt sein.

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