Es gibt Pinguine in Afrika? Das kann doch gar nicht sein! – So haben viele meiner Freunde meine Bilder von Pinguinen am Strand kommentiert. Ja, es gibt Pinguine in Afrika, unter anderem in Südafrika. Euch erwarten also nicht nur Löwen, Elefanten und Giraffen, sondern auch hunderte Pinguine. Eine große Kolonie gibt es in Boulders Beach, unweit von Kapstadt entfernt. Hier lest ihr von meinen ganz persönlichen Eindrücken.

Achtung, freche Baboons!

Gegen 10 Uhr brechen wir in Kapstadt Richtung Süden auf. Natürlich bin ich mit Sonnenbrille, Pulli und Regenjacke ausgestattet, denn rund ums Kap der Guten Hoffnung durchlebt man häufig vier Jahreszeiten an nur einem Tag. Die Fahrt zum Pinguin-Strand bei Simon‘s Town führt durch die südlichen Vororte der Großstadt. Ab dem Surfhotspot Muizenberg geht es direkt an der Küste entlang. Was für ein eindrucksvolles Panorama! Die frische Meeresluft einzuatmen, tut unheimlich gut. Man kann die Strecke übrigens auch ganz bequem mit dem Zug zurücklegen. Ich kann es kaum erwarten, die vielen Pinguine zu sehen. Doch kurz bevor wir unser Ziel erreichen, laufen uns erst einmal andere Tiere über den Weg: Baboons. Obwohl die Paviane niedlich aussehen, haben sie es faustdick hinter den Ohren. Man sollte seine Autofenster lieber geschlossen halten und im Schritttempo weiterfahren, denn wenn Baboons ein Smartphone oder eine Handtasche für essbar halten, kennen sie kein Pardon. Als das letzte Weibchen samt Baby auf dem Rücken die Straße überquert hat, geht die Fahrt weiter.

Auf dem Weg von Kapstadt zur Südspitze der Kaphalbinsel genießt ihr wunderschöne Blicke und macht interessante Bekanntschaften.
Auf dem Weg von Kapstadt zur Südspitze der Kaphalbinsel genießt ihr wunderschöne Blicke und macht interessante Bekanntschaften.

Mit coolen Anzugträgern chillen

Nach dem kurzen Ministopp sind es nur noch wenige Minuten bis zum Parkplatz. Mir fallen sofort die vielen Schilder auf, die darauf hinweisen, dass Besucher vor der Heimfahrt doch bitte erst einmal unter ihrem Auto nachschauen sollten, ob sich da nicht eventuell ein Pinguin versteckt. Die Schlange vor der Kasse ist nicht lang und schon spazieren wir über den Holzsteg Richtung Strand. Zugegeben, die kleinen Tiere im Anzug können recht streng riechen, aber das gehört zu diesem authentischen Erlebnis mit dazu, sage ich mir. Links und rechts vom Steg raschelt es im Gebüsch und hier und da lassen sich die ersten Pinguine blicken. Einige dösen sogar direkt unter dem Holzsteg. Am Ende des Wegs genießt ihr eine wunderschöne Aussicht auf den Strand, wo sich stets ein Großteil der Kolonie aufhält. Einige Pinguine schwimmen in der Brandung hin und her, andere watscheln am Strand oder sonnen sich mit ihren fluffigen Jungen im Sonnenschein.

Wer ein paar Schritte mehr läuft, kommt sogar in den Genuss, mit Pinguinen zu schwimmen.
Wer ein paar Schritte mehr läuft, kommt sogar in den Genuss, mit Pinguinen zu schwimmen.

Direkt vor dem Eingang könnt ihr alternativ auch rechts einen Holzsteg entlanglaufen. Dieser führt zum eigentlichen Zugang zum Boulders Beach – die meisten Touristen wissen dies aber nicht. Mit einem Handtuch, Sonnenschirm und prallgefülltem Picknickkorb unter dem Arm bezahlen wir den Eintritt und suchen uns dann einen netten Platz zwischen den Felsen. Diese charakteristischen grauen Felsen, die Boulder, verleihen dem Boulders Beach seinen Namen. Wenige Meter von uns entfernt spielen zwei Pinguine im glasklaren Wasser. Dieses kleine Paradies gehört ohne Frage zu meinen Lieblingsstränden rund um Kapstadt.

Betty´s Bay – weniger bekannt und gleich schön

Wenn ihr in Hermanus oder Richtung Garden Route unterwegs seid, könnt ihr auch die Pinguinkolonie in Betty’s Bay (Stony Point) besuchen. Hier ist meiner Erfahrung nach immer weniger los als am Boulders Beach. Wie rund um Kapstadt leben hier ebenfalls hauptsächlich Brillenpinguine, die an ihrer schwarzen Färbung vom Schnabel bis zum Auge zu erkennen sind. Wer sich intensiver über die Tiere informieren möchte, kann dies beim Eingang des Besucherzentrums am Boulders Beach machen. Hier werfe ich auch immer wieder gerne einen Blick auf die Infotafeln. Nach einem ereignisreichen Tagesauflug hat man sich natürlich ein leckeres Abendessen verdient. Das Restaurant The Brass Bell in Kalk Bay kann ich euch absolut empfehlen, denn es liegt praktischerweise nicht nur auf dem Rückweg nach Kapstadt, sondern auch direkt am Ozean. Eine super Location, um sich Sundowner und Fischgerichte zu gönnen, während die Wellen immer wieder gegen die Fensterscheiben peitschen.

Die dicken Steinfelsen, die den Strand säumen, sind charakteristisch für den Boulders Beach.
Die dicken Steinfelsen, die den Strand säumen, sind charakteristisch für den Boulders Beach.

Boulders Bay, Sundowner, Chapman´s Peak, Simons Town und Long Street – das alles klingt nicht nur cool, sondern gehört zu den absoluten Must Dos bei einem Aufenthalt in Kapstadt. Was es in Südafrika noch alles zu erleben gibt erfahrt ihr im Beratungsgespräch. Also ran an die Strippe und Traumreise buchen!

Kommentar verfassen