Skiwandern im alpinen Gebirge – Das alles gehört unbedingt in den Rucksack

Der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu, Herbst und Winter werfen ihre Schatten voraus. Die Winterferien-Saison naht und wie jedes Jahr werden tausende Naturfreunde wie vielleicht auch du dem Ruf der Berge folgen und sich in alpines Gelände wagen – gleich ob in Österreich, Italien oder anderswo, und dies mit wachsender Begeisterung auch auf Skiern.

Skitouren-Ausflüge in alpines Terrain sollten nie auf eigene Faust, sondern immer in einer Gruppe in Angriff genommen werden.

Mit der Natur im Einklang

Skitouren liegen im Trend und locken Wanderfans wie sportlich ambitionierte Urlauber zunehmend auch in Hochgebirgsregionen. Eins sein mit der Natur und die Stille und Abgeschiedenheit einsamer Berggegenden per Ski zu erkunden, schafft eine willkommene und gelungene Abwechslung zu Stress und Termindruck im Alltag.

Um die Ruhe der Berge ungestört genießen zu können, sind Ski- und Wanderfans dabei zunehmend bereit, in immer höhere Regionen jenseits der 2.000 oder gar 3.000 Meter-Marke vorzudringen.
Viele Alltagssorgen treten vor einem Panorama verschiedener Vegetationszonen wie Bergwälder, Almen sowie Fels- und Gletschergebiete schnell in den Hintergrund und machen die Mühen eines mitunter kräftezehrenden Aufstiegs schnell vergessen.

Daher nehmen Skitourengeher gerne in Kauf, aus eigener Kraft auf ihren Tourenskiern mit Steigfellen Höhenzüge zu ersteigen und selbst Gipfel in Angriff zu nehmen.
Denn: Wandern in der Natur auf Skiern ist ein einzigartiges Erlebnis, das auch mit einer atemberaubenden Schluss-Abfahrt ins Tal gekrönt wird – der perfekte Stressabbau für Zivilisationsgeplagte.

Diese Herausforderung erfordert neben einem gewissen Maß an Vorbereitung und Planung auch gute Kondition, sowie deine Bereitschaft, dich auf die Unwägbarkeiten der Natur einzulassen.
Dementsprechend müssen Urlaubs-Abenteurer in höherem Gelände auch in stärkerem Maße mit abrupten Wetterumschwüngen rechnen und gegen etwaige Wetter-Widrigkeiten gewappnet sein.

Eingeschränkte Sicht im Hochgebirge ist immer ein schlechter Ratgeber, plötzliche Wetterumschwünge sind an der Tagesordnung.

Neben unverzichtbaren Reise-Utensilien wie etwa deinem Smartphone, Kamera, passender Wanderbekleidung und genügend Proviant solltest du auch eine Notfall-Apotheke und ein Erste-Hilfe-Set in den Rucksack verstauen.

Sorgfältige Planung ist das A und O

Sie gehören zu einem wichtigen „Rundum-Sorglos-Paket“, das ungetrübte Freude beim Skiwandern verspricht. Ausreichend Flüssigkeit, Energieriegel, Traubenzucker, ein aufgeladenes Handy für Wettervorhersagen und Notfälle sowie aufgeladene Batterien für die Kamera sorgen für ein sicheres Gefühl und sorglose Urlaubsstimmung.

Wenn du die Skitour schwerpunktmäßig auch für großartige Urlaubsfotos nutzen willst, solltest du im Vorfeld eher zu Akkus greifen, besonders wenn du eine Digitalkamera verwendest. Neben wesentlich längerer Akkulaufzeit sind diese besonders praktisch für unterwegs und leicht zu transportieren.

Möglichst leicht und kompakt sollte auch ein obligatorisches Notfallset für den Fall der Fälle sein, wenn es in alpines Gelände oberhalb ab etwa 2.000 bis 2.500 Metern geht. Plane derartige Touren-Ausflüge nie alleine, sondern immer in einer kleinen Gruppe, idealerweise mit einem erfahrenen Bergführer. Das Set enthält üblicherweise neben einem Erste-Hilfe-Paket eine Klapp-Schaufel, eine Lawinensonde und ein LVS-Gerät.

LVS-Geräte (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät) dienen in Fällen von Lawinenabgängen als Schutz für Tourengeher, Bergsteiger und Alpinisten und ermöglichen eine leichtere Ortung und schnelles Auffinden von Verschütteten.

Zusammen mit Schaufel und Sonde gehören diese Geräte zur Standardausrüstung all jener, die sich im Winter im freien Gelände bewegen.

Um unnötigen Ballast zu vermeiden, empfiehlt es sich, Flüssigkeiten wie diverse Tropfen und Tinkturen in für die geplante Ausflugsdauer entsprechende überschaubare Mengen zu portionieren. Sie werden anschließend in kleinere, bruchsichere Kunststoff-Fläschchen umgefüllt.

Für Tabletten bieten sich kleine, verschließbare Kunststoff-Tütchen mit beschriftetem Aufkleber an. Für Notfälle sollten die Portionen jeweils etwas umfangreicher mit einem bis zwei Tagen Notfallreserve vorgehalten werden.

Jeder Tour-Teilnehmer notiert die für ihn relevantesten medizinischen Informationen und führt sie bei sich. In einer Gruppe sammelt der Tourenleiter alle Infos und verstaut sie zentral in seinem Gepäck. Sie können bei ernsthafteren Verletzungen lebenswichtig sein und dem behandelnden Arzt wichtige Informationen über Blutgruppe, Allergien und chronische Erkrankungen an die Hand geben. Das können etwa Diabetes, Bluthochdruck oder Asthma sein.

Außerdem sollten die Informationen jederzeit schnellen Zugriff ermöglichen, damit im Notfall eine reibungslose Klinikeinweisung gewährleistet ist. Ein mit Klarsichtfolie geschützter Notizblock gehört daher zusammen mit örtlichen Notrufnummern unbedingt mit in Ihre Notfallmappe.

Medikamente nicht vergessen

Verbandszeug und Pflaster sollten in keinem Notfallset fehlen.

Plane Exkursionen nur bei Schönwetterlagen, ausreichenden Kenntnissen des Geländeprofils und nach verletzungsvorbeugender, umfangreicher Aufwärmphase.

Eis und Schnee, steile Felswände, tiefe Gletscherspalten sowie plötzliche Wetterumschwünge sind ständige und potentiell gefährliche Begleiter. Sie machen neben entsprechender Bekleidung, Equipment, dem Notfallset auch eine entsprechende Reiseapotheke erforderlich, falls es trotz aller Vorkehrungsmaßnahmen doch einmal zu einer Verletzung kommen sollte.

Achte dabei auf ausreichend Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin und vergewissere dich über ein noch gültiges Haltbarkeitsdatum. Die Packungsbeilage wird in der Reiseapotheke mit verstaut, um bei Bedarf notfalls auch ohne Smartphone detaillierte Informationen über Dosierung und mögliche Nebenwirkungen griffbereit zu haben.

Zu einem unverzichtbaren Grundrepertoire gehören auch Verbandspäckchen, Mullbinden, Bandagen, Pflaster, Schere und Pinzette.

Packliste – was gehört sonst noch in den Rucksack?

Die Frage, was darüber hinaus noch mitgenommen werden sollte, unterliegt stets einer Abwägung zwischen einem Zuviel und Zuwenig an Ballast und kann pauschal nicht beantwortet werden.

Zumindest empfehlenswert ist eine kleine Tube Vaseline, um mögliche Druckstellen vor allem an Fuß und Schulter zu entlasten und Schwielen- wie Blasenbildungen vorzubeugen. Vaseline eignet sich auch bestens als Lippenbalsam zum Schutz vor der sehr trockenen Höhenluft.

Bei zu erwartender Schönwetterlage solltest du neben Kopfbedeckung und Sonnenbrille jedoch unbedingt an eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ab 50 plus denken. Denn im Gebirge ist die Sonnenintensität durch die Reflektion des Gesteins zusätzlich erhöht. Zudem werden beim Wandern vor allem exponierte Körperregionen wie Stirn, Nase, Nacken und Dekolleté besonders hoher UV-Strahlung ausgesetzt.

Sonnenbrillen sollten mindestens die Schutzkategorie 3 aufweisen, für Skifahrer, auf Schneeflächen und Gletschern empfiehlt sich Kategorie 4.

Zusätzliche nützliche Hilfsmittel können Wundtinkturen, Desinfektionsmittel wie reiner Alkohol, antibiotische Salben, sterile Handschuhe und Augentropfen sein.

Bilder:
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