Bunte Streifen, rosa, grün und violett, erleuchten den nächtlichen Himmel über uns. Mit hellwachen Augen und offenem Mund verfolgen wir das mystische Naturschauspiel, beobachten wie der Schleier – wie von Zauberhand gemalt – durch die dunkle Nacht tanzt. Atemberaubend. Überirdisch schön. Die Polarlichter lassen uns die kalten Temperaturen hier oben hoch im Norden Europas vergessen, wir hören auf zu zittern und verlieren uns im Zauber dieses Naturphänomens. Wo und wann auch ihr in den Genuss der spektakulären Nord- und Südlichter kommen könnt, wie ihr das Natur-Highlight nicht nur mit bloßem Auge seht, sondern das perfekte Foto als Erinnerung macht und wie der Lichtertanz überhaupt entsteht, haben wir für euch recherchiert.

Viele Naturfans träumen davon, einmal im Leben die Polarlichter zu sehen.

Lichtershow auf der Nord- und Südhalbkugel

Die Nordlichter, die sogenannte Aurora borealis, tauchen in der Regel im Winterhalbjahr am Himmel über Skandinavien aber auch über Grönland, Alaska, Kanada und anderen nördlichen Gebieten auf. Insbesondere in den Monaten September und Oktober sowie im Februar und März stehen die Chancen gut, helle Polarlichter zu entdecken. Was nur wenige wissen: Auch auf der Südhalbkugel der Erde, beispielsweise in Neuseeland, tanzen die bunten Lichter während der dortigen kalten Jahreszeit von März bis September am Himmel. Dieses bei uns weitaus unbekanntere Pendant zu den Nordlichtern ist die sogenannte Aurora australis – die Südlichter.

Das Naturphänomen erscheint in Form von roten, grünen oder bläulichen Lichtern.

Sonnenwind küsst Magnetfeld

Doch wie entstehen die natürlichen Farbspiele überhaupt? Dem Phänomen liegen ausschließlich physikalische Vorgänge zugrunde: Zu allen Zeiten kommt es auf der Sonne zu Eruptionen, bei denen unter anderem elektrisch geladene Partikel ausgestoßen werden. Wenn dieser entstehende Luftstrom, auch Sonnensturm genannt, einige Tage später auf das Magnetfeld der Erde in 100 bis rund 300 Kilometern Höhe trifft, werden die energiegeladenen Teilchen in Richtung der Pole abgelenkt. Zugleich regen sie Sauerstoff- und Stickstoff-Atome an – trockene Physik, die für die bezaubernden Polarlichter sorgt. Rosa, grün und violett, abhängig von der Art der Luftmoleküle und der Höhe, in der die Reaktion stattfindet.

Das perfekte Polarlicht-Foto zu machen, ist kein leichtes Unterfangen.

Tipps für das perfekte Foto der Polarlichter

Zugegeben, sobald das farbenfrohe Ereignis oberhalb der Wolkendecke einen in seinen Bann gezogen hat, interessiert die wissenschaftliche Erklärung wohl kaum mehr. Jetzt gilt es, für Familie, Freunde und Bekannte mit der Kamera festzuhalten, was sich vor dem bloßen Auge abspielt. Aber wie gelingt das perfekte Foto? Besonders wichtig ist es zunächst, sich von künstlichen Lichtquellen zu entfernen. Darüber hinaus habt ihr im Idealfall ein Stativ, Ersatzakkus, einen Fernauslöser und ein Weitwinkelobjektiv zur Hand. Nachdem ihr die Kamera installiert und mit dem Autofokus auf unendlich scharf gestellt habt, wechselt ihr in den manuellen Modus und passt die ISO-Einstellungen und Belichtungszeit an. Diese Werten gilt es abhängig von der Lichtstärke und der Distanz zur Aurora sowie der Schneeverhältnisse zu variieren, denn alle Faktoren beeinflussen das Bildergebnis.

Unser Tipp: Beschäftigt euch bereits vorab intensiv mit den Kameraeinstellungen oder nehmt gleich einen Foto-Experten mit. Denn selbst warm eingepackt, wird es in der Polarnacht sehr wahrscheinlich extrem kalt. Vor allem aber: Genießt den Moment, taucht ein in diese zauberhafte Welt der Lichter und sorgt so für die langlebigsten Erinnerungen!

Eine Nacht unter Polarlichtern und einem Sternenhimmel ist ein atemberaubendes Erlebnis.

Ihr seid fasziniert von den Polarlichter? Wir stellen Euch eine individuelle Reise zu den Nordlichtern in Schweden oder Island zusammen oder bringen Euch für die Südlichter über den Himmel Neuseelands.

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