Weihnachtsbäume voller Christbaumkugeln, der Duft frischer Plätzchen und warmer Glühwein gegen die klirrende Kälte: Viele Traditionen prägen unsere Vorweihnachtszeit. Ebenso selbstverständlich ist für uns, dass die Geschenke am 24. Dezember ausgepackt – und wahlweise vom Christkind oder Weihnachtsmann gebracht werden. Dazu Weihnachtsgans oder Kartoffelsalat mit Würstchen und das Weihnachtsfest steht.

Aber wer bringt eigentlich in anderen Ländern die Geschenke? Was ist das traditionelle Weihnachtsgericht in Norwegen und was ist ein Kalikanzari? Und – was macht der Weihnachtsmann bei 35 Grad?

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Schweine- oder Lammrippchen mit Kartoffeln, norwegischem Sauerkraut und Steckrüben: So lassen es sich die Norweger traditionell an Heiligabend schmecken. Wenn Kinder anwesend sind, stattet der Julenissen, eine Art Kobold, einen Besuch ab. Sonst werden die Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt und vom jüngsten Anwesenden verteilt.

Klar, wenn es bis zu 45 Grad wärmer ist als bei uns, wird Weihnachten natürlich auch anders gefeiert. In Australien und Neuseeland beispielsweise gibt es statt wärmendem Glühwein und einem Weihnachtsmann im Schlitten, Picknick am Strand und Santa in Shorts auf Wasserski und Surfbrett – das aber vor allem für Touristen.
Generell orientieren sich die Australier und Neuseeländer bei den Weihnachtsbräuchen an Großbritannien und Nordamerika: Truthahn und Plumpudding gelten am 25. Dezember als traditionelles Weihnachtsessen – auch wenn es danach meist noch ein Barbecue am Strand gibt. Auch sind auf Weihnachtskarten Wintermotive, die Kinder gehen trotz fehlender Kaminöfen davon aus, dass der Weihnachtsmann die Geschenke durch den Kamin bringt, und ein beliebtes Weihnachtslied ist Jingle Bells. Ozeanien ist wohl auch die beste Wahl für alle, die dem Winter entkommen und grauen Schneematsch gegen schneeeweiße Strände eintauschen möchten.

Spanien, Weihnachten
Das Heilige-Drei-Könige-Fest, süßes Gebäck und die Loteria de Navidad – traditionelle Weihnachten in Spanien.

In Spanien wird die Weihnachtszeit mit der Ziehung der Weihnachtslotterie am 22. Dezember eingeläutet. Bei der Ziehung im Fernsehen schaut mindestens jeder zweite Spanier zu. An Heiligabend findet ein Abendessen im Familienkreis statt, anschließend wird die Mitternachtsmesse „Misa de Gallo“ besucht.  Am 28. Dezember, dem Fest der Unschuldigen Kinder, gibt es einen Brauch, andere durch erfundene oder verfälschte Geschichten hereinzulegen. Traditionell bringen die Heiligen Drei Könige am 6. Januar die Geschenke, nachdem ihre Ankunft am 5. Januar mit einem Umzug gefeiert wurde. Mittlerweile bringt sie jedoch vielerorts der Weihnachtsmann am 24. Dezember – damit die Kinder noch die Gelegenheit haben, mir ihren Geschenken zu spielen.

Mexiko, Pinata
Die Piñatas sind besonders bei Kindern beliebt.

In Mexiko beginnen die Weihnachtsfeiern am 15. Dezember während der neuntägigen Posadas. In dieser Zeit erinnern die Mexikaner an die Suche Maria und Josephs nach einer Herberge und ziehen durch die Straßen. Der Gastwirt lädt in sein Haus ein, es wird eine Piñata zerschlagen, Ponche (Likör) getrunken und es werden Buñuelos, frittierte Maisbällchen, gegessen. An Heiligabend besteht das Abendessen aus Truthahn oder Kabeljau, Romeritos und anderen Spezialitäten. Um Mitternacht wird das Jesuskind in die Krippe gelegt, um zu symbolisieren, dass es geboren wurde. Erst dann werden die Geschenke geöffnet.

Weihnachten USA Kamin
In den USA werden für die Geschenke lange Strümpfe am Kamin aufgehängt.

In den USA wird traditionell am Morgen des 25. Dezember beschert. Vorher, in der Nacht vom 24. auf den 25., kommt Santa Claus in seinem Schlitten. Er kommt durch den Kamin ins Haus. Auf diesem Weg gelangt er zu seinem Ziel: den Christmas-stockings, lange Strümpfe, die die Familie am Kamin aufgehängt hat und in die er seine Gaben füllt. Zum Aufwärmen werden ihm eine Tasse warme Milch und einige Zuckerstücke für seine Rentiere bereitgestellt.

In Italien beginnt die Weihnachtszeit am 8. Dezember; dem Tag der Unbefleckten Empfängnis. Weihnachten ist hier vor allem ein großes Familienfest. In einigen Teilen des Landes werden die Geschenke durch das Gesû bambino (Christkind) an Heiligabend gebracht. Ansonsten werden Kinder am Dreikönigstag beschenkt. Sie warten dann sehnsüchtig auf die hässliche, aber weise alte Hexe Befana, die durch den Kamin rutscht, um ein Geschenk im bereitgestellten Schuh zu hinterlassen. Babbo Natale, eine Version des Weihnachtsmanns, ist in letzter Zeit häufiger geworden.

Lagerfeuer
Die Feuer werden entzündet, um die Kalikanzari-Kobold zu vertreiben.

In Griechenland findet traditionellerweise am 24.Dezember keine Bescherung statt: Kinder ziehen Loblieder singend von Haus zu Haus und werden mit Rosinen, Feigen und Gebäck belohnt. Dieser Gesang gilt als Segen des Hauses und der Familie. Die eigentliche Bescherung samt Festessen findet am Abend des 31. Dezember zu Ehren des heiligen Vassilius statt. Heutzutage gibt es in vielen Familien aber – ganz nach dem Vorbild aus dem Fernsehen – die Bescherung am 24. Dezember.
Nach alter Tradition werden vom 24. Dezember bis zum 6. Januar jede Nacht Weihnachtsfeuer entzündet, um die Kalikanzari zu vertreiben – Kobolde, die während der Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben sollen. Das größte und beste Holzscheit wird in der Heiligen Nacht verbrannt, um das Christuskind zu wärmen.

Eine Besonderheit der schwedischen Weihnachten ist, dass der Heiligabend um 15 Uhr beginnt, wenn im Fernsehen eine Donald-Duck-Sendung ausgestrahlt wird. Nach dem Weihnachtsessen werden üblicherweise die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt. Früh morgens am 25. Dezember gehen viele Schweden zur Frühmesse in die Kirche, dem letzten Teil der Feierlichkeiten.

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