Raclette oder Fondue, gefüllte Berliner, Gesellschaftsspiele und zu später Stunde ein Feuerwerk: So wird in vielen deutschen Haushalten der Silvesterabend gefeiert. „Andere Länder, andere Sitten“ – das trifft auch beim Jahreswechsel zu. Wir haben für euch Silvesterbräuche aus anderen Ländern gesammelt. 

Italien:
Vor allem Kaufhäuser und Dessous-Läden bereiten sich in Italien auf den Jahreswechsel vor. Spätestens nach Weihnachten steht hier die Farbe Rot im Vordergrund. Ob Spitzenhöschen oder Boxershorts – wer im neuen Jahr glücklich sein will, trägt in der Silvesternacht rote Unterwäsche.

Großbritannien:
In England stehen am Neujahrstag Besuche bei den Nachbarn an –  um gemeinsam mitgebrachte Kuchen und Wein zu verzehren. Ein weiterer Brauch ist, sich gegenseitig Fleischtörtchen, die sogenannten Mince Pies, zu schenken.

Mince Pie
Mince Pies als Geschenk – für Deutsche ungewöhnlich aber lecker.

Ghana:
In Ghana wird das neue Jahr mit Musik und Tanz begrüßt – es spielen Bands und Musikkapellen, Chöre ziehen von Haus zu Haus. Nach Mitternacht gibt es traditionell ein großes Festmahl mit Freunden und Familie, anschließend treffen sich die Menschen in farbenfrohen Verkleidungen auf der Straße zum Singen und Tanzen.

Brasilien:
Im Gegensatz zum Silvesterbrauch in Italien wird in Brasilien weiße Kleidung getragen – als Symbol für Freiheit und Reinheit. Außerdem werden am Strand Kerzen in dreierlei Farben aufgestellt: weiße Kerzen für den Frieden, gelbe Kerzen für Geldsegen und rote Kerzen für Glück in der Liebe. Bei der Unterwäsche ist zwischen zwei Farben zu wählen. Wer weiße Unterwäsche trägt, der kann sich auf ein harmonisches, neues Jahr freuen. Wer sich für die rote Variante entscheidet, dem wird, der Tradition nach, die große Liebe begegnen. Die Brasilianerinnen gedenken an Silvester der Meeresgötting Yemanja, indem sie Blumen und kleine Schiffchen zu Wasser lassen. Dies soll die Fruchtbarkeit stärken und die Beziehung festigen.

Spanien:
In Spanien wird um Mitternacht ein besonderer Silvesterbrauch begangen, der Glück bringen soll.  Bei jedem Glockenschlag, also in den letzten 12 Sekunden des Jahres, schieben sich die Spanier je eine Weintraube in den Mund. Damit sich niemand verzählt und damit Unheil im kommenden Jahr auf sich zieht, werden in Supermärkten Konservendöschen mit 12 abgezählten Weintrauben angeboten. In den Kneipenvierteln der Städte verkaufen Händler kurz vor zwölf sogar Plastiktütchen mit zwölf Weintrauben.

Weintrauben Silvesterpartys
Bei jedem Glockenschlag eine Weintraube – so will es der Silvesterbrauch in Spanien.

Tschechien:
In Tschechien ist es Brauch, einen Apfel zu halbieren und am Kerngehäuse das Schicksal abzulesen. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht Unheil; in Sternform stehen sie für Glück. Ein Mitternachtsessen mit – für Geld stehende – Linsen, verspricht finanzielle Erfolge im kommenden Jahr.

Griechenland:
In Griechenland geht es bei Karten- und Würfelspielen zu Hause oder im Casino hoch her. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr über Glück haben. Wer nicht gewinnt, kann wenigstens auf Glück in der Liebe hoffen. Außerdem wird an Silvester das sogenannte Basiliusbrot gereicht. Beim Hineinbeißen ist Vorsicht geboten: In das Brot wurde eine Münze eingebacken. Wer diese erwischt, dem steht ein glückliches Jahr bevor.

Poker Silvesterbräuche
Glück im Spiel, Glück im kommenden Jahr – Silvester in Griechenland.

Bulgarien:
Skurrile Silvesterbräuche gibt es auch in Bulgarien: Hier geht es mit Schlägen auf den Rücken ins neue Jahr – sie sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Mit der Surwatschka, einem bunt geschmückten Ast des Kornelkirschbaums, gehen Kinder an Silvester und Neujahr von Haus zu Haus und schlagen den Bewohnern auf den Rücken. Dabei wünschen sie nach alter Tradition ein gesundes, glückliches, fruchtbares und reiches neues Jahr und bekommen im Gegenzug kleine Geschenke.

USA:
In Teilen der USA gibt es die Regel „Nothing Goes Out“. Am ersten Tag des Jahres darf dem zufolge nichts das Haus verlassen – auch kein Müll. Wer sich nicht daran hält, dem droht im neuen Jahr Unglück.

Russland:
In Russland wird mit dem letzten Tag des Jahres eine zehntägige Festphase eingeläutet. In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost und seine Begleiterin Snegurotschka die Geschenke. Gemeinsam sitzt die Familie um den Tannenbaum herum und genießt das Festtagsessen. Nachdem die Präsidentenrede im Fernsehen vorbei ist, wird auf das neue Jahr angestoßen.

 

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